Einspruch

Update für die Freundschaft

Konstantin von Notz Foto: picture alliance / SULUPRESS.DE

Jugendbegegnungen leisten seit über 60 Jahren einen wertvollen Beitrag zur Verständigung und Aussöhnung zwischen Deutschland und Israel – zwei Länder, die durch das beispiellose Menschheitsverbrechen der Schoa eng miteinander verbunden sind. Mit der Einrichtung eines Deutsch-Israelischen Jugendwerkes soll dieser Austausch zwischen jungen Menschen auf ein neues Level gehoben werden.

Die Idee ist nicht neu, und die konkrete Absicht, ein solches Jugendwerk einzurichten, wurde bereits im Oktober 2018 formuliert. Bislang blieben konkrete Schritte zur Umsetzung leider aus. Dabei ist es auch vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen dringend notwendig, die konkrete Projektplanung jetzt konsequent anzugehen.

präventionsarbeit In Deutschland wie auch weltweit ist zu beobachten, dass sich neues und altes antisemitisches Gedankengut zunehmend verbreitet. Wir erleben einen immer aggressiver werdenden Antisemitismus – oft einhergehend mit Drohungen und gewalttätigen Übergriffen. Sich diesen Entwicklungen mit aller rechtsstaatlichen Entschiedenheit entgegenzustellen und dabei zugleich vielversprechende Ansätze der Präventions- und Begegnungsarbeit durch geeignete institutionelle Rahmenbedingungen langfristig abzusichern, ist wichtiger denn je.

Gerade der Förderung des Austauschs von Jugendlichen kommt eine entscheidende Rolle zu.

Gerade der Förderung des Austauschs von Jugendlichen kommt eine entscheidende Rolle zu. Je mehr Kenntnis sie voneinander haben, je mehr persönlichen Kontakt und Bezüge es gibt, desto weniger Platz haben Vorurteile und Hass. Gegenseitiges Verständnis und Vertrauen können wachsen.

Den bilateralen Austausch wollen wir stärken und gemeinsame Projekte weiterentwickeln. Ein Jugendwerk kann wichtige Unterstützung bieten und einen Rahmen schaffen: Es kann selbst Seminare veranstalten und pädagogische Materialien bereitstellen, eigene Begegnungsprogramme anbieten oder Trägern bei ihrer Suche nach geeigneten Partnerorganisationen helfen.

Den globalen Herausforderungen, vor denen wir stehen, kann kein Staat allein begegnen. Es braucht partnerschaftliche Zusammenarbeit und ein gemeinsames Bild über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Neue Generationen brauchen Chancen, dieses selbst entwickeln und erschließen zu können. Die Freundschaft zwischen unseren beiden Ländern ist stark. Ein Deutsch-Israelisches Jugendwerk könnte dabei helfen, sie weiter zu vertiefen.

Der Autor ist Stellvertretender Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen.

Düsseldorf

Mehr als 600 Dokumente aus NS-Zeit an Gedenkstätten übergeben

Eine im November gestoppte Auktion hat zum Ankauf von mehr als 600 Dokumenten aus der NS-Zeit geführt. Im Düsseldorfer Landtag sind sie nun an Gedenkstätten, Erinnerungsorte und Archive übergeben worden

 06.07.2026

Hintergrund

UNRWA: Die Rosa-Luxemburg-Stiftung und die Israel-Lobby

Eine neue Studie der linksparteinahen Stiftung präsentiert jüdische und pro-israelische Organisationen in Deutschland pauschal als Sprachrohre der Regierung in Jerusalem

von Michael Thaidigsmann  06.07.2026

Bayern

Jüdische Gemeinde München hat einen neuen Vorstand gewählt

Wer die meisten Stimmen erhalten hat - ein Überblick

 06.07.2026

Erfurt

Erkenntnisse aus dem AfD-Parteitag

Während draußen Tausende protestieren, sieht sich die AfD drinnen bereit fürs Regieren. Wer gefeiert wird, wer an Einfluss gewinnt und was es mit einem rätselhaften Star-Wars-Moment auf sich hat

von Jörg Ratzsch, Anne-Beatrice Clasmann und Stefan Hantzschmann  06.07.2026

Berlin

Kommission soll Unrecht an Sinti und Roma aufarbeiten

Auch nach 1945 haben Sinti und Roma in Deutschland Unrecht erlebt. Schon bald soll eine Kommission diesen Teil der Geschichte aufarbeiten. Das hat die Bundesregierung beschlossen

von Alexander Riedel  06.07.2026

Berlin

Wadephul: Irans Zahlung für Minenräumung wäre gerechtfertigt

»Der Iran hat rechtswidrig eine internationale Seefahrtsstraße vermint«, sagte der Bundesaußenminister

 06.07.2026

Berlin

Wegen Kritik an Passage zu Judenhass: CDU entfernt Wahlkampfvideo vorübergehend

In den sozialen Medien schreiben Kritiker, die Wahlwerbung setze friedliche Demonstrationen mit Antisemitismus gleich. Die Partei weist dies zurück

von Imanuel Marcus  06.07.2026

Vermummte Menschen mit Holzlatten

Berlin

Antisemitismus-Streit in linkem Jugendzentrum eskaliert

In Berlin-Hellersdorf ist es am Wochenende zu gewalttätigen Auseinandersetzungen wegen konträrer Positionen zu Israel gekommen

 06.07.2026

Gaza

Hamas kündigt Auflösung der De-facto-Regierung an

Auf einer Pressekonferenz verkündet die Terrororganisation die Abgabe der Koordination der zivilen Verwaltung. Die saudi-arabische Zeitung »Asharq Al-Awsat« schreibt, dies könnte den Weg für eine Übergangsverwaltung aus Fachleuten ebnen

 06.07.2026 Aktualisiert