Vertreter der Fußballvereine Hertha BSC und Union Berlin haben gemeinsam mit dem Berliner Fußball-Verband (BFV) und dem schwulen Anti-Gewalt-Projekt Maneo am Dienstag der Holocaust-Opfer gedacht. Am Mahnmal Gleis 17 in Berlin-Grunewald legten sie 17 Kränze für die Tausenden Jüdinnen und Juden nieder, die in der NS-Zeit von dort deportiert wurden.
Christian Arbeit, Präsidiumsmitglied von Union Berlin, warnte angesichts der erneuten Zunahme von Antisemitismus und Rechtsextremismus: »Es fällt nicht vom Himmel. Es sickert ein, ganz allmählich.« Hertha-Geschäftsführer Peter Görlich sagte, nur die Demokratie helfe gegen solche Tendenzen. Das Vertrauen in sie »müssen wir uns alltäglich, aber gerade heute, vor Augen halten«.
10.000 Juden deportiert
An dem Gedenken nahmen zudem BFV-Präsident Bernd Schultz sowie das Beiratsmitglied von Maneo und ehemalige Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Berlins, Lala Süsskind, teil. Unter den Teilnehmenden waren auch Schulklassen.
Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz von sowjetischen Truppen befreit. Seit 1996 ist der Tag in Deutschland ein Gedenktag, seit 2005 internationaler Holocaust-Gedenktag.
Mahnmal seit 1998
Das Mahnmal Gleis 17 am S-Bahnhof Grunewald erinnert an die etwa 10.000 Jüdinnen und Juden, die von dort zwischen Herbst 1941 und Frühjahr 1942 mit Zügen der Reichsbahn in Konzentrationslager deportiert wurden, darunter in die KZ Auschwitz-Birkenau und Theresienstadt. Das 1998 eingeweihte Mahnmal besteht aus 186 in den Bahnschotter eingelassenen Stahlplatten, auf denen die Daten und Bestimmungsorte aller Deportationszüge vermerkt sind. epd