Mahnung

Überlebende Friedman über AfD: Ich möchte sie konfrontieren

Überlebte als Kind das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau: Tova Friedman Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Die Holocaust-Überlebende Tova Friedman, die am Mittwoch im Bundestag sprechen wird, will ihre Botschaft für die Deutschen bewusst auch an die AfD richten. »Ich möchte sie konfrontieren, anstatt mich vor ihnen zu verstecken«, sagte sie mit Blick auf die Rechtsaußen-Partei in einem Pressegespräch am Montag in Berlin. Sie habe den Impuls zu fragen: »Wie könnt ihr es wagen« und »Wer denkt ihr, wer ihr seid?«

Tova Friedman überlebte als Kind das NS-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, weil die Gaskammer vermutlich an dem Tag nicht funktionierte, an dem sie ermordet werden sollte. Zahlreiche Angehörige ihrer jüdischen Familie wurden von den Nazis ermordet.

Gemeinsam mit ihrem Enkel betreibt die 87-Jährige seit 2021 einen TikTok-Kanal, auf dem sie über die Verbrechen der Nazis aufklärt.

Schockiert über aktuellen Antisemitismus

Man könne nicht mehr nur über Antisemitismus reden, sondern müsse aktiv dagegen aufstehen und handeln, sagte Friedman, die besorgt ist über wachsenden Antisemitismus auch in den USA. Sie sei schockiert gewesen, als ihr anderer Enkel gefragt habe, ob er den Davidstern noch offen an der Universität tragen sollte, erzählt sie. »Ich habe mich gefragt: Erlauben wir das noch einmal«, sagte sie und wiederholte auch in dem Zusammenhang: »Juden dürfen sich nicht verstecken.«

Friedman hält am Mittwoch die Rede zur Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus im Bundestag, die traditionell rund um den Jahrestag der Befreiung des NS-Konzentrationslagers Auschwitz (27. Januar 1945) stattfindet. Sie wolle dort als Repräsentantin der von den Nazis ermordeten Kinder sprechen, zu denen sie auch habe gehören sollen, sagte Friedman. epd

Frankfurt/Main

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