Manchester Airport

Überlebende des 7. Oktober bei Einreise beschimpft

Am Flughafen von Manchester Foto: picture alliance / empics

Manchester Airport

Überlebende des 7. Oktober bei Einreise beschimpft

»Wir müssen sicherstellen, dass Sie hier nicht dasselbe tun wie in Gaza«, sagt ein Grenzbeamter zu den Israelis

von Imanuel Marcus  31.03.2024 16:21 Uhr Aktualisiert

Als »abscheulich und widerwärtig« hat der britische Vizeaußenminister Andrew Mitchell den Umgang mit zwei Überlebenden des Hamas-Massakers während des Supernova-Festivals am 7. Oktober 2023 bezeichnet. Im House of Commons sagte er, der Vorfall am Flughafen von Manchester werde untersucht.

Die beiden Israelis waren auf Einladung der regionalen, jüdischen Dachorganisation The Jewish Representative Council of Greater Manchester and Region nach England geflogen. Wie verschiedene internationale Medien berichten, wurden sie bei der Einreise von Grenzbeamten für mehrere Stunden festgehalten und auch beschimpft, bevor sie schließlich die Erlaubnis zur Einreise erhielten.

Ein Teil der Auseinandersetzung zwischen den israelischen Besuchern und den Grenzpolizisten - einem Mann und einer Frau - wurde von einem Passagier auf Video festgehalten. »Hier sind wir die Chefs - und nicht Sie«, ist der männliche Beamte zu hören. Später sollen auch die Worte gefallen sein: »Wir müssen sicherstellen, dass Sie hier nicht dasselbe tun wie in Gaza.«

Ausmaß des Vorfalls

»Jeder wird den außergewöhnlichen Vorfall, der sich offenbar in Manchester ereignet hat, vorbehaltlos verurteilen«, sagte Vizeminister Mitchell in London. Die Verwaltung des Flughafens von Manchester kündigte ebenfalls eine Untersuchung an. Man sei sich des Ausmaßes des Vorfalls bewusst, hieß es dort.

Derweil reichte die jüdische Organisation, die die Israels einlud, eine offizielle Beschwerde bei der zuständigen Immigrationsbehörde ein, wie aus britischen und israelischen Medienberichten hervorgeht. Sie verlangte eine sofortige, dringliche Untersuchung. Israelische Bürger müssten ohne Diskriminierung oder Verzögerungen nach Großbritannien reisen können.

Posttraumatische Belastungsstörung

Laut Jewish Representative Council wurden die Gäste aus Israel zunächst standardmäßig gefragt, warum sie nach Manchester gekommen seien. Als sie den Grenzbeamten daraufhin erklärten, dass sie als Überlebende des Supernova-Festivals eingeladen worden seien, um der örtlichen jüdischen Gemeinschaft von ihren Erfahrungen zu berichten, habe sich das Verhalten der Beamten schlagartig geändert. Plötzlich wurden sie für eine Befragung zur Seite genommen.

In einem Brief an Innenminister James Cleverly schrieb die jüdische Organisation, die beiden Israelis hätten am Tag des Terrorangriffs der Hamas viele Leben gerettet. Als Folge ihrer Erfahrungen am 7. Oktober 2023 litten sie unter einer Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS).

Der Minister erklärte daraufhin, Antisemitismus und andere Formen der Diskriminierung würden in Großbritannien nicht toleriert. »Dieser Vorfall wird im Einklang mit unseren Regeln für Disziplinarverfahren untersucht.«

Bei den beiden israelischen Besuchern handelt es sich um Brüder. Gegenüber dem britischen Fernsehsender Sky News sagte einer von ihnen, mit Antisemitismus von Menschen auf der Straße konfrontiert zu sein, sei etwas Alltägliches. Wenn dieser Hass jedoch von Beamten gezeigt werde, deren Aufgabe es sei, dafür zu sorgen, dass man sich sicher fühle, bestehe in der Tat ein Problem.

Weimer

Gericht untersagt Demo vor Buchenwald-Gedenkstätte

Die Initiative »Kufiyas in Buchenwald« darf nicht vor der Gedenkstätte protestieren. Was das Verwaltungsgericht Weimar zur Verknüpfung von Holocaustgedenken und aktuellen Konflikten sagt

 10.04.2026

Iran-Krieg

Hält die Waffenruhe?

In Pakistan wollen die USA und der Iran ab heute über eine dauerhafte Friedenslösung beraten. Doch vorab gibt es bereits Streit über wichtige Punkte

 10.04.2026 Aktualisiert

Bayern

Anschlag auf israelisches Lokal in München

Drei Einschläge an den Fenstern, laute Knalle: Unbekannte beschädigen ein israelisches Lokal in München. Der Staatsschutz ermittelt

 10.04.2026 Aktualisiert

Iran-Krieg

Europa darf Israel nicht im Stich lassen

Während die USA und Israel der Bedrohung durch das Mullah-Regime gewaltsam begegneten, standen die Europäer an der Seitenlinie und übten Kritik. Die nun herrschende Feuerpause gibt ihnen Gelegenheit, ihre Haltung zu überdenken

von Rafael Seligmann  10.04.2026

Washington

Berichte: Iran bricht Kontakt mit US-Seite ab

Wenige Stunden vor Ablauf seines Ultimatums droht US-Präsident Trump dem Iran mit harschen Worten. Laut Berichten zieht Teheran daraus Konsequenzen

 07.04.2026

New York

Russland und China stimmen gegen UN-Resolution zur Straße von Hormus

Seit dem Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran ist die Meerenge für die Handelsschifffahrt weitgehend blockiert. Eine UN-Resolution zur Entschärfung der Lage ist nun gescheitert

 07.04.2026

Washington

Trump: »Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen«

Mit Drohungen hat der US-Präsident bereits in den Tagen vor Ablauf seiner Frist versucht, den Druck auf den Iran zu erhöhen. Nun legt er noch einmal nach

 07.04.2026

Berlin

Antisemitismusbeauftragter gegen »Kufiyas in Buchenwald«

Vor dem Gedenken an die Befreiung des früheren NS-Konzentrationslagers wird über angekündigten propalästinensischen Protest gestritten. Felix Klein solidarisiert sich mit der Gedenkstättenleitung

 07.04.2026

Teheran

Landesweite Angriffe auf Verkehrsinfrastruktur im Iran

Mehrere Autobahnen und Eisenbahnbrücken wurden angegriffen. Israels Premierminister Netanjahu bestätigt die Angriffe und sagt, dass die Ziele von den Revolutionsgarden genutzt würden

 07.04.2026 Aktualisiert