US-Präsident Donald Trump hat erklärt, dass die Entscheidung über ein mögliches Ende des Krieges gegen den Iran nicht allein in Washington fallen werde. In einem Telefoninterview mit der »Times of Israel« (ToI) sagte er, der Zeitpunkt werde gemeinsam mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu bestimmt.
»Ich denke, es ist gegenseitig … ein bisschen«, sagte Trump. Man stehe in engem Austausch. Zugleich machte der Präsident deutlich, dass er letztlich die Entscheidung treffen werde. »Ich werde zur richtigen Zeit eine Entscheidung treffen, aber alles wird berücksichtigt werden.«
Der Krieg gegen den Iran hatte Ende Februar mit einem gemeinsamen Schlag der USA und Israels begonnen. Bei dem Angriff wurde der iranische Revolutionsführer Ali Chamenei getötet. Seither führen beide Länder ihre Militäraktionen gegen die Islamische Republik fort.
Ende Kooperation
Trump betonte im ToI-Gespräch die enge Kooperation mit dem israelischen Regierungschef. Der Iran habe Israel zerstören wollen, so der Präsident. »Der Iran wollte Israel und alles andere in der Region vernichten. Wir haben zusammengearbeitet. Wir haben ein Land zerstört, das Israel zerstören wollte.«
Auf die Frage, ob Israel den Krieg auch dann fortsetzen könnte, wenn Washington seine Angriffe einstellen sollte, wollte Trump sich nicht auf Spekulationen einlassen. Er fügte jedoch hinzu: »Ich glaube nicht, dass das notwendig sein wird.«
Aus dem Weißen Haus hieß es zuletzt, der Konflikt könne mehrere Wochen dauern. Pressesprecherin Karoline Leavitt hatte erklärt, Washington rechne derzeit mit einer Dauer von etwa vier bis sechs Wochen.
Neue Führung
Das Interview fand kurz nach Berichten staatlicher iranischer Medien statt, wonach der Expertenrat Mojtaba Chamenei, den Sohn des getöteten Revolutionsführers, zum neuen Obersten Führer bestimmt hat. Trump wollte die Entscheidung nicht kommentieren und sagte lediglich: »Wir werden sehen, was passiert.«
Zuvor hatte der Präsident in einem Fernsehinterview erklärt, der nächste iranische Machthaber werde nicht lange im Amt bleiben, falls er nicht die Zustimmung aus Washington erhalte.
Ein weiteres Thema des Gesprächs war der Korruptionsprozess gegen Netanjahu. Trump erneuerte seine Forderung an Israels Präsidenten Isaac Herzog, dem Regierungschef eine Begnadigung zu gewähren. »Ich denke, es ist eine schreckliche Sache, dass er das nicht tut. Wir wollen, dass sich Bibi auf den Krieg konzentriert und nicht auf eine lächerliche Begnadigung.«
Gesetzliche Verfahren
Herzogs Büro hatte zuletzt betont, die Entscheidung über eine Begnadigung liege allein beim Präsidenten und werde entsprechend den gesetzlichen Verfahren geprüft.
Trump äußerte zudem die Erwartung, dass die militärische Schwächung des Iran auch Auswirkungen auf die von Teheran unterstützte palästinensische Terrororganisation Hamas haben könnte.
Der Iran befinde sich derzeit in einer Lage, die das Land so noch nie erlebt habe – und die Situation werde sich für Teheran weiter verschlechtern. im