Einen Tag nach dem gemeinsamen Angriff der USA und Israel auf den Iran und der Tötung des bisherigen Staatsoberhaupts und Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei hat sich US-Präsident Donald Trump gesprächsbereit gezeigt.
»Sie wollen reden, ich habe zugesagt, also reden wir«, zitierte ihn die US-Zeitschrift »The Atlantic« nach einem Telefoninterview. Darin warf Trump den iranischen Machthabern auch vor, zu lange gezögert zu haben. Unklar war, ob die iranische Seite tatsächlich zu Gesprächen bereit ist.
Wann genau die Gespräche stattfinden sollen, ließ Trump demnach offen. Der Präsident habe angemerkt, dass einige Iraner, die an den bisherigen Verhandlungen beteiligt waren, nicht mehr am Leben seien. »Die meisten dieser Leute sind tot. Einige derjenigen, mit denen wir verhandelt haben, sind tot, denn das war ein schwerer Schlag«, sagte er über die Militäroperation, die am Samstagmorgen begonnen hat.
Deshalb ist auch unklar, mit wem Trump nun sprechen möchte. Zuletzt haben die Vereinigten Staaten unter Vermittlung von Oman mit Irans Außenminister Abbas Araghtschi verhandelt. Nach dem Tod von Chamenei ist der weitere Kurs des Landes unklar.
Bis ein neues Staatsoberhaupt bestimmt wird, soll ein dreiköpfiger Rat seine Aufgaben übernehmen. Diese Rolle fällt laut offiziellen Angaben Präsident Massud Peseschkian, Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi sowie dem Mitglied des Wächterrats, Alireza Arafi, zu. Für die Wahl des neuen Staatschefs ist ein sogenannter Expertenrat, ein Gremium aus 88 einflussreichen Geistlichen, zuständig. dpa/ja