Washington D.C.

Trump ruft iranische Sicherheitskräfte zur Abkehr vom Regime auf

Präsident Donald Trump besuchte am Donnerstag den Hafen von Corpus Christi (Texas). Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

US-Präsident Donald Trump hat Angehörige der iranischen Sicherheitsorgane öffentlich aufgefordert, sich vom Regime in Iran abzuwenden. Mitglieder der Revolutionsgarden, der Armee und der Polizei sollten ihre Waffen niederlegen und sich auf die Seite der Bevölkerung stellen, sagte Trump im Weißen Haus in Washington, D.C..

»Jetzt ist die Zeit gekommen, für das iranische Volk einzustehen und dabei zu helfen, euer Land zurückzuholen«, so der Präsident laut amerikanischen Publikationen. Zugleich stellte Trump denjenigen, die das Regime verlassen, Straffreiheit in Aussicht. »Wir werden euch Immunität geben«, sagte er. Wer überlaufe, stehe »auf der richtigen Seite der Geschichte«.

Er warnte jedoch auch vor den Konsequenzen für diejenigen, die weiterkämpfen. »Ihr werdet vollkommen sicher sein, mit vollständiger Immunität, oder ihr werdet mit dem absolut sicherem Tod konfrontiert sein. Und das möchte ich nicht sehen.«

Appell an Diplomaten

Neben Militär und Polizei wandte sich Trump auch an iranische Diplomaten im Ausland. Diese sollten politisches Asyl beantragen und sich an der Gestaltung eines neuen politischen Systems beteiligen. So könne ein Iran mit großem Potential erwachsen.

Der Präsident erklärte zudem, die militärischen Fähigkeiten des Iran seien in den vergangenen Tagen massiv geschwächt worden. Nach seinen Angaben seien Luftverteidigung und Luftwaffe des Iran praktisch ausgeschaltet worden. »In drei Tagen sind ihre Flugabwehrwaffen verschwunden. Sie haben keine Luftwaffe. Sie haben keine Luftverteidigung«, sagte Trump. »Alle ihre Flugzeuge sind weg. Ihre Kommunikation ist weg.«

Auch große Teile der Raketenstreitkräfte seien zerstört worden. Rund 60 Prozent der iranischen Raketen sowie etwa 64 Prozent der Abschussrampen wurden ihm zufolge bisher vernichtet. Zudem habe die Marine schwere Verluste erlitten. »Ihre Marine ist weg.«

Lesen Sie auch

Einfluss auf nächste Führung

Trump warf der Führung in Teheran vor, zuvor Raketen gegen mehrere Staaten am Persischen Golf gerichtet zu haben, darunter Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. »Sie wollten den gesamten Nahen Osten angreifen. Dann sind wir gekommen. Wir haben ihre Party gesprengt.«

Der US-Präsident hatte zuvor außerdem erklärt, Washington wolle sich an der Auswahl einer neuen politischen Führung im Iran beteiligen. Trump sagte, die Vereinigten Staaten wollten in den Prozess eingebunden sein, der über die zukünftige Führung des Landes entscheide.

Den als möglichen Nachfolger gehandelten Sohn des getöteten Religionsführers, Mojtaba Khamenei, lehnte Trump ausdrücklich ab. Dieser sei »inakzeptabel« für ihn. Die Vereinigten Staaten wollten eine Persönlichkeit, die dem Land Stabilität bringe. »Wir wollen jemanden, der Harmonie und Frieden in den Iran bringt.«

Pentagon kündigt langen Konflikt an

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte unterdessen, Washington sei bereit, den Krieg fortzusetzen. Die iranische Führung irre sich, wenn sie glaube, die Vereinigten Staaten würden den Konflikt nicht durchhalten.

Nach Angaben des Pentagons hat das US-Militär bislang mehr als 30 iranische Schiffe versenkt. Gleichzeitig sei die Zahl iranischer Raketenangriffe seit Beginn des Krieges um rund 90 Prozent zurückgegangen.

Währenddessen wächst die Sorge, dass sich die Kämpfe weiter auf die Region ausdehnen könnten. Neben Angriffen auf Israel kam es zuletzt auch zu Zwischenfällen in mehreren anderen Ländern. im

Wolfgang Benz, Stefanie Schüler-Springorum und das deutsche Zentrum für Antisemitismusleugnung

Ein Kommentar von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  25.09.2026

Berlin

Söder warnt SPD und Grüne vor Koalition mit Linkspartei

Nach der Wahl in Berlin mit dem Sieg der Linkspartei ist noch immer unklar, wer künftig regieren wird. Der CSU-Chef hat eine klare Erwartung für den Umgang mit dem Wahlsieger

 25.09.2026

Kassel/Heidenau

Stadt stoppt Stolpersteine – Künstler: War zu erwarten

Der Stadtrat von Heidenau bei Dresden lässt keine neuen Stolpersteine im Straßenraum zu. Der Initiator der Gedenksteine, Gunter Demnig, warnt vor Unsichtbarkeit der NS-Opfer und will weitermachen

 25.09.2026

Berlin

Schuster: Seit Hamas-Angriff kaum Kontakte zu muslimischen Verbänden

Er hat muslimische Freunde. Doch offizielle Beziehungen zwischen der jüdischen Gemeinde und muslimischen Verbänden gibt es kaum noch. Der Zentralratspräsident kritisiert dies und hofft auf Besserung

 25.09.2026

USA

Rennpferd muss wegen Hitler-Bezug umbenannt werden

Der Jockey Club erhält eine formale Beschwerde, woraufhin der Name des Tieres verboten wird. Wie hieß das Pferd? Und wie heißt es jetzt?

 25.09.2026

New York

Susan Sarandon bei Demo gegen Israel festgenommen

Zwei Proteste gegen Israel fanden während der Rede von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vor der UNO statt. Bei einer davon wurde zum Mord an ihm aufgerufen

 25.09.2026

New York

Netanjahu vor der UNO: »Israel hat keinen anderen Weg als zu gewinnen«

Der israelische Ministerpräsident spricht über Iran, Katar, die Türkei. Er konfrontiert Kritiker seines Landes, inklusive Bürgermeister Zohran Mamdani

 25.09.2026

Berlin

Berliner Linken-Chefin: »sehr überrascht« über Kritik

Seit der Berlin-Wahl am Sonntag wird bundesweit heftig über Antisemitismus bei der Linkspartei diskutiert. Sieht die Landesvorsitzende Kerstin Wolter ein strukturelles Problem in ihrer Partei?

 25.09.2026

Nach der Wahl

Berliner SPD will mit Linken und CDU sondieren

Die Sozialdemokraten wollen mit dem Wahlsieger Linke und der CDU über eine mögliche Regierungsbildung sprechen. Parteichef Krach nennt eine »rote Linie«

 25.09.2026