US-Präsident Donald Trump führt das vergleichsweise gute Abschneiden von Benjamin Netanjahu bei der israelischen Parlamentswahl auch auf seine öffentliche Unterstützung zurück. Während die Auszählung noch läuft, liegt das rechte und religiöse Lager nach vorläufigen Zahlen deutlich vor dem konkurrierenden Oppositionsbündnis. Für eine Mehrheit in der Knesset reicht es bislang jedoch nicht.
»Als meine Unterstützung bekannt wurde, hat ihm das sehr geholfen«, sagte Trump am Mittwoch vor Journalisten auf dem Rückweg von einer Wahlkampfveranstaltung in Texas. Der US-Präsident zeigte sich überzeugt, dass Netanjahu besser abgeschnitten habe als erwartet. »Ich höre, dass er sich ziemlich gut schlägt. Wahrscheinlich liegt er vorn oder gleichauf«, erklärte er.
Trump verwies zugleich darauf, dass noch kein endgültiges Ergebnis vorliege. In Israel höre er von führenden Persönlichkeiten, Netanjahu habe deutlich besser abgeschnitten als prognostiziert. »Es sieht nach einem Unentschieden aus, vielleicht sogar nach einem Sieg. Wir werden sehen, was passiert«, sagte der Präsident.
Rechtes Lager holt auf
Vor der Wahl hatten mehrere Umfragen darauf hingedeutet, dass Netanjahus Regierungsbündnis eine Niederlage drohen könnte. Als wichtigster Herausforderer galt das von Gadi Eisenkot, dem früheren Generalstabschef der israelischen Streitkräfte, angeführte Oppositionslager. Bereits die Prognosen nach Schließung der Wahllokale am Dienstagabend deuteten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen hin.
Im Laufe der anschließenden Auszählung verbesserte sich die Position des Ministerpräsidenten weiter.
Trump hatte sich im Wahlkampf öffentlich hinter Netanjahu gestellt. Seine Unterstützung dürfte insbesondere im rechten politischen Spektrum Israels auf Resonanz gestoßen sein, wo der US-Präsident bei vielen Wählern hohes Ansehen genießt. Nun stellt Trump einen Zusammenhang zwischen seiner Wahlempfehlung und der Entwicklung zugunsten des israelischen Ministerpräsidenten her.
Ob Trumps Rückendeckung tatsächlich einen entscheidenden Einfluss auf das Wahlverhalten hatte, lässt sich aus den bislang vorliegenden Zahlen nicht ableiten. im