Washington D.C.

Trump fordert militärische Unterstützung im Golf

Präsident Donald Trump am Sonntag (Ortszeit) an Bord seines Flugzeuges Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

US-Präsident Donald Trump hat seine Verbündeten aufgefordert, sich stärker an der militärischen Sicherung der strategisch wichtigen Straße von Hormus zu beteiligen. Vor Reportern an Bord der Air Force One machte er deutlich, dass er insbesondere von europäischen NATO-Staaten konkrete Beiträge erwartet – andernfalls drohe dem Bündnis eine schwierige Zukunft.

Die Wasserstraße am Eingang zum Persischen Golf gilt als eine der wichtigsten Energie-Routen der Welt. Rund ein Fünftel der globalen Ölexporte wird über diese Passage transportiert. Seit Beginn des Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran ist die Route faktisch blockiert, was die internationalen Ölpreise stark steigen ließ.

Trump erklärte, Staaten, die vom Öltransport durch die Meerenge profitierten, müssten sich auch an deren Schutz beteiligen. »Es ist nur angemessen, dass diejenigen, die von der Straße profitieren, auch dafür sorgen, dass dort nichts Schlimmes passiert«, sagte der Präsident.

Beseitigung von Sprengfallen

Sollte es aus Europa keine Unterstützung geben, könnte dies nach seinen Worten Konsequenzen für das transatlantische Bündnis haben. »Wenn es keine Antwort oder eine negative Antwort gibt, dann wird das eine sehr schlechte Zukunft für die NATO bedeuten.«

Trump kritisierte erneut, dass die USA seiner Ansicht nach häufig mehr Verantwortung tragen als ihre Partner. »Wir haben etwas, das sich NATO nennt«, sagte er. »Wir waren sehr großzügig. Wir mussten ihnen bei der Ukraine nicht helfen. Jetzt werden wir sehen, ob sie uns helfen.«

Nach Angaben des Präsidenten erwartet Washington praktische Unterstützung – etwa durch Minensuchboote oder andere Marineeinheiten, die mögliche Sprengfallen im Golf beseitigen könnten. Europa verfüge über deutlich mehr solcher Schiffe als die USA.

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Druck auch auf China

Darüber hinaus deutete Trump an, dass auch Spezialeinheiten benötigt werden könnten, um gegen iranische Kräfte entlang der Küste vorzugehen, die mit Drohnen oder Seeminen operieren. »Wir schlagen sie sehr hart«, sagte er mit Blick auf den Iran. »Aber sie können immer noch ein wenig Ärger in der Straße machen.«

Neben den NATO-Staaten setzt Trump auch Peking unter Druck. Vor einem geplanten Treffen mit Xi Jinping erklärte er, China müsse ebenfalls zur Öffnung der Meerenge beitragen. »Ich denke, China sollte auch helfen, denn China bekommt 90 Prozent seines Öls aus der Straße.« Der Präsident deutete an, dass ein für Ende des Monats geplanter Gipfel in Peking möglicherweise verschoben werden könnte, falls es vorher keine Fortschritte gebe.

Mehrere Länder reagierten zurückhaltend auf die amerikanischen Forderungen. Japan prüft nach Angaben seiner Regierung zunächst, welche Schritte innerhalb der eigenen rechtlichen Möglichkeiten denkbar sind. Australien erklärte hingegen, derzeit keine Schiffe in die Region entsenden zu wollen.

China will Deeskalation

Südkorea kündigte an, das amerikanische Anliegen sorgfältig zu prüfen. Großbritannien erklärte, man untersuche verschiedene Optionen, ohne konkrete Maßnahmen zu nennen. China wiederum rief vor allem zu einer schnellen Deeskalation auf und betonte die Verantwortung aller Staaten für stabile Energieversorgung.

Trump unterstrich zugleich, dass die USA bereit seien, ihre Militärschläge gegen den Iran auszuweiten. Als mögliches Ziel nannte er erneut die Insel Kharg Island, über die ein großer Teil der iranischen Ölexporte abgewickelt wird.

»Wir können das in fünf Minuten treffen, und sie können nichts dagegen tun«, sagte der Präsident. Gleichzeitig erklärte er, die militärischen Fähigkeiten des Iran seien bereits stark geschwächt. »Wir haben den Iran im Grunde dezimiert.« im

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