Terror

»Tiefstes Mitgefühl«

Blumen vor dem Olympia-Einkaufszentrum in München Foto: dpa

Nach dem Amoklauf in München sowie den Anschlägen in Reutlingen und Ansbach am vergangenen Wochenende hat der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, sein tiefes Mitgefühl ausgesprochen. »Wir wünschen den Verletzten baldige Genesung; den Familien der Menschen, die ums Leben gekommen sind, Kraft und Trost in diesen dunklen Stunden.«

Dank sprach Schuster der Polizei und den Rettungskräften für ihren mutigen und umsichtigen Einsatz aus. »Die Hilfsbereitschaft und der Zusammenhalt der Bürger an diesem Wochenende waren beeindruckend. Das ist ein Trost angesichts der schockierenden Vorfälle.«

Konsequenzen Die schnelle Abfolge dieser schrecklichen Ereignisse habe alle betroffen und sicherlich auch in gewissem Sinne ratlos gemacht, so Schuster weiter. Es sei deutlich geworden, dass solche Taten nicht nur auf Großstädte oder Großereignisse beschränkt sind. »Welche rechtlichen Konsequenzen aus den Vorfällen gezogen werden müssen, sollen andere beurteilen. Ich denke aber, dass wir auch im Alltag umdenken müssen.«

In Israel sei zu beobachten, dass vor dem Besuch öffentlicher Einrichtungen wie etwa Einkaufszentren jeder Besucher überprüft werde, auch seien Flughäfen stärker gesichert als in Deutschland. Jeder Israeli reagiere sofort, wenn er irgendwo ein herrenloses Gepäckstück sieht. »Ich vermute, dass wir uns in Deutschland und auch in anderen europäischen Ländern in eine ähnliche Richtung entwickeln werden, ob uns das gefällt oder nicht. Auf dem Gebiet der Sicherheit können wir viel von Israel lernen«, sagte der Zentralratspräsident. ja

Ukrainereise

Prien bei Gedenken in Babyn Jar: Erinnerung verpflichtet uns

Bundesfamilienministerin Prien ist in die Ukraine gereist. Am heutigen Dienstag sprach sie beim Gedenken an die ermordeten Juden in Babyn Jar. Sie betonte auch, Deutschland stehe weiter an der Seite der Ukraine

von Birgit Wilke  06.10.2026

Fokus

Aktionswochen gegen Antisemitismus gestartet - Zahlen zu Hochschulen

Die bundesweiten Aktionswochen gegen Antisemitismus nehmen dieses Jahr die Lage an den deutschen Universitäten in den Blick. Die Amadeu-Antonio-Stiftung nennt erhobene Vorfallszahlen - und stellt Forderungen

von Daniel Zander  06.10.2026

Sachsen-Anhalt

Bitterer Vorgeschmack

Die heutige Wahl des ersten AfD-Landtagspräsidenten zeigt, wie die rechtsextreme Partei im Dezember auch den Ministerpräsidenten stellen könnte

von Mascha Malburg  06.10.2026 Aktualisiert

Dialog

Zwischen Vatikan und Juden geht nach dem 7. Oktober kaum noch was

Seit Jahrhunderten ist das Verhältnis zwischen katholischer Kirche und Juden turbulent. Nach einem Zwischenhoch unter Johannes Paul II. kühlte es wieder ab. Und seit dem Gazakrieg nähert es sich einem neuen Tiefpunkt

von Ludwig Ring-Eifel  06.10.2026

Berlin: das Rote Rathaus mit Fernsehturm im Hintergrund

Glosse

Ein Coach berät die Berliner Linke

Unser Autor ist Psychologe, Coach und Berater. Der Linkspartei und ihrer Regierenden Bürgermeisterin in spe, Elif Eralp, hilft er an dieser Stelle kostenlos

von Louis Lewitan  06.10.2026

Düsseldorf

Nach Angriff auf Juden: Polizei veröffentlicht Fahndungsfoto

Die Tatverdächtigen sollen einen Mann verprügelt haben, weil der ein T-Shirt mit »IDF«-Schriftzug getragen hatte

 06.10.2026

Sachsen-Anhalt

Tobias Rausch zum ersten AfD-Landtagspräsidenten gewählt

Er ist jetzt der protokollarisch ranghöchste Politiker in Sachsen-Anhalt. Nach ihrem Wahlsieg im September stellt die AfD mit Tobias Rausch den Landtagspräsidenten.

 06.10.2026

Essay

Der 7. Oktober und das Ungeheuer

Damals ist das Ungeheuer namens Judenhass neu ausgebrochen und wütet seitdem mit einem Furor, dem wir fassungslos gegenüberstehen. Sein Appetit ist ungebrochen, und es wird täglich gefüttert

von Esther Schapira  06.10.2026

Aufruf

Buchpreis-Trägerin Shida Bazyar warnt vor AfD

Shida Bazyar ist mit dem diesjährigen Deutschen Buchpreis ausgezeichnet worden. In einem Vorab-Interview äußerte sie sich auch politisch

von Anita Hirschbeck  06.10.2026