Meinung

Teheraner Rollenspiele

Oh, der Iran lenkt im Atomstreit ein! So berichteten Anfang der Woche die Medien weltweit. Teheran sei bereit, schwach angereichertes Uran in die Türkei zu bringen; im Gegenzug erhalte es aus einem Drittland Brennstäbe für Atomreaktoren. Wer’s glaubt, wird – sich wohl bald die Augen reiben. Denn das Quartals-Einlenken von Präsident Mahmud Ahmadinedschad ist sicherlich auch diesmal nichts weiter als ein Quartals-Ablenken. Und ein Schmierentheater: Während das Mullahregime hinter den Kulissen weiter an der Bombe bastelt, zeigt der Regisseur von Teheran auf der Weltbühne, jeweils im Wechsel, mal seine Kraft und mal den guten Willen. Sein jüngstes Stück, das mit dem guten Willen, feiert gerade einen Theatererfolg. Auch die Zuschauer im Westen sollen jetzt bitte klatschen und »Bravo!« rufen. Diesmal hatte der Regisseur, der so gern selbst als Hauptdarsteller auftritt, einen besonderen dramaturgischen Einfall: Er schuf zwei Nebenrollen neu und besetzte sie prominent: Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva sowie der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan traten als Handlanger auf. War wirklich gut gemacht, die Inszenierung. Doch hoffentlich haben sich die beiden Herren nicht reinlegen lassen und mussten ohne Gage nach Hause fahren.

Debatte

Die Deutsche Welle und der Judenhass

Der Bundestag befasst sich demnächst mit den Antisemitismusvorwürfen gegen den Sender

von Michael Thaidigsmann  22.01.2022

Südafrika

Rüge für Höchstrichter wegen Israel-Solidarität

Mogoeng Mogoeng muss sich wegen positiver Äußerungen zum jüdischen Staat entschuldigen

 21.01.2022

Israel

Yad Vashem lobt UN-Resolution gegen Holocaust-Verleugnung

Der von Israel und Deutschland eingebrachte Text wurde in New York einstimmig angenommen

 21.01.2022

Interview

»Die Bundesregierung blendet den Islamismus aus«

Der CDU-Innenexperte Christoph de Vries kritisiert die Gleichgültigkeit der Ampel im Kampf gegen den politischen Islam und ihre geplante Migrationspolitik

von Christoph Schmidt  21.01.2022 Aktualisiert

Antisemitismus

Zentralrat der Juden kritisiert umstrittenes BDS-Urteil

Josef Schuster: »Das Urteil ist ein Rückschlag im Kampf gegen Antisemitismus«

 21.01.2022 Aktualisiert

Antisemitismus

Geiselnehmer in texanischer Synagoge offenbar geistig gestört

Die US-Ermittlungsbehörden rekonstruieren derzeit einen Zeitplan über die Bewegungsabläufe des Angreifers

 21.01.2022

Vereinte Nationen

UN-Gremium billigt zweiten israelischen Antrag in 73 Jahren

Die Vollversammlung nimmt eine Resolution an, die die Leugnung der Schoa verurteilt - nur ein Land war dagegen

von Michael Thaidigsmann  21.01.2022

CDU

Laschet will als Abgeordneter Schwerpunkt auf Israel legen

Scheidender Vorsitzende möchte die Annäherung Israels und der arabischen Welt fördern

 21.01.2022

Diplomatie

»Iran dreht an der nuklearen Spirale der Eskalation«

Außenministerin Baerbock wirft dem Iran vor, die Verhandlungen über das Abkommen zur Verhinderung einer iranischen Atombombe zu unterlaufen

 20.01.2022