Lüneburg

Tafel wird um Völkermord ergänzt

Das Mahnmal für die Toten der 110. Infanterie-Division auf dem Friedenspfad in Lüneburg. Foto: imago images/Martin Bäuml Fotodesign

Im Prozess am Verwaltungsgericht Lüneburg um ein umstrittenes Denkmal zu Ehren der deutschen Wehrmacht haben sich die Kläger und die Hansestadt einvernehmlich geeinigt. Den drei Klägern ging es maßgeblich darum, der Stadt aufzugeben, den seit 2018 bestehenden Begleittext des Ehrenmals dahingehend zu ergänzen, dass die 110. Infanterie-Division auch am Völkermord an den Juden während der Zeit von 1941 bis 1944 in der Sowjetunion beteiligt war, teilte das Gericht mit.

Ein Holocaust-Überlebender und zwei weitere Menschen jüdischen Glaubens sehen sich von der derzeitigen Version des Mahnmals in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt. Sie nahmen den Vorschlag der Stadt zum Prozessauftakt am Mittwoch in der mündlichen Verhandlung an.

HALBSATZ Die Beteiligten einigten sich darauf, dass der Text auf der Begleittafel um einen entsprechenden Halbsatz ergänzt wird. Eine Verhüllung des Mahnmals, wie in der im Februar 2017 eingereichten Klageschrift gefordert, hatten die Beteiligten kurz zuvor gestrichen. Der Gedenkstein wurde 1960 errichtet, schon seit längerem gibt es darüber eine Debatte, vielfach ist er beschmiert worden.

Einer der Kläger, ein in Budapest lebender Holocaust-Überlebender, habe in Lüneburg 2015 den Prozess gegen den NS-Mann Oskar Gröning als Nebenkläger verfolgt. Bei diesem Besuch sei er auf den Gedenkstein aufmerksam geworden und habe das Verfahren ins Rollen gebracht. Zu den weiteren Klägern gehören eine mit ihm verwandte Frau aus Laatzen bei Hannover, die auch zum Prozess erschienen ist, und ein Mann aus London. dpa

Berlin

Söder warnt SPD und Grüne vor Koalition mit Linkspartei

Nach der Wahl in Berlin mit dem Sieg der Linkspartei ist noch immer unklar, wer künftig regieren wird. Der CSU-Chef hat eine klare Erwartung für den Umgang mit dem Wahlsieger

 25.09.2026

Kassel/Heidenau

Stadt stoppt Stolpersteine – Künstler: War zu erwarten

Der Stadtrat von Heidenau bei Dresden lässt keine neuen Stolpersteine im Straßenraum zu. Der Initiator der Gedenksteine, Gunter Demnig, warnt vor Unsichtbarkeit der NS-Opfer und will weitermachen

 25.09.2026

Berlin

Schuster: Seit Hamas-Angriff kaum Kontakte zu muslimischen Verbänden

Er hat muslimische Freunde. Doch offizielle Beziehungen zwischen der jüdischen Gemeinde und muslimischen Verbänden gibt es kaum noch. Der Zentralratspräsident kritisiert dies und hofft auf Besserung

 25.09.2026

USA

Rennpferd muss wegen Hitler-Bezug umbenannt werden

Der Jockey Club erhält eine formale Beschwerde, woraufhin der Name des Tieres verboten wird. Wie hieß das Pferd? Und wie heißt es jetzt?

 25.09.2026

New York

Susan Sarandon bei Demo gegen Israel festgenommen

Zwei Proteste gegen Israel fanden während der Rede von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vor der UNO statt. Bei einer davon wurde zum Mord an ihm aufgerufen

 25.09.2026

New York

Netanjahu vor der UNO: »Israel hat keinen anderen Weg als zu gewinnen«

Der israelische Ministerpräsident spricht über Iran, Katar, die Türkei. Er konfrontiert Kritiker seines Landes, inklusive Bürgermeister Zohran Mamdani

 25.09.2026

Berlin

Berliner Linken-Chefin: »sehr überrascht« über Kritik

Seit der Berlin-Wahl am Sonntag wird bundesweit heftig über Antisemitismus bei der Linkspartei diskutiert. Sieht die Landesvorsitzende Kerstin Wolter ein strukturelles Problem in ihrer Partei?

 25.09.2026

Nach der Wahl

Berliner SPD will mit Linken und CDU sondieren

Die Sozialdemokraten wollen mit dem Wahlsieger Linke und der CDU über eine mögliche Regierungsbildung sprechen. Parteichef Krach nennt eine »rote Linie«

 25.09.2026

New York

Berichte: Iran legt Sieben-Tage-Plan zur Beendigung des Kriegs vor

Die USA und der Iran verhandeln mit Hilfe von Vermittlern über die Zukunft der Straße von Hormus. Nun will die iranische Seite einen Vorschlag ins Spiel gebracht haben

 25.09.2026