Berlin-Neukölln

Staatsschutz ermittelt wegen Volksverhetzung

Die Palästina-Flagge an einer Wand in Berlin-Neukölln Foto: picture alliance/dpa

In Berlin-Neukölln haben israelfeindliche Plakate zu Ermittlungen des Landeskriminalamtes geführt. Der Staatsschutz geht dem Vorwurf der Volksverhetzung nach. Zuvor hatte Volker Beck, Leiter des Tikvah Instituts und Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Anzeige erstattet.

Die Nachrichtenagentur dpa zitierte Christian Berg, den Sprecher des Bezirksamts Neukölln: »Wir sind am Freitag über die Plakate in Kenntnis gesetzt worden.« »Wir gehen davon aus, dass sie irgendwann Mitte der letzten Woche aufgehängt worden sind, können aber nicht sagen, wie viele es waren.« Nur noch zwei Plakate habe er am Freitag gesehen. Zudem habe das Bezirksamt Fotos weiterer Poster.

Terrorpropaganda Einige der Plakate, die das Bezirksamt nach Beschwerden entfernen ließ, warben um Unterstützung für in israelischen Gefängnissen einsitzende palästinensische Terroristen. Auf anderen Propagandaplakaten wurden die jüngsten Raketenangriffe der Terrororganisation Islamic Jihad gefeiert. Die Raketen seien »von unseren Händen hergestellt worden«, hieß es darauf. Das Logo der Organisation Samidoun war auf vielen der Plakate vertreten.

Immer wieder kommt es auf der Sonnenallee und andernorts im Bezirk Neukölln zu antisemitischen Demonstrationen, auf denen Juden der Tod gewünscht und die Vernichtung Israels gefordert wird.

Am Mittwoch hatte Beck Berlins Innensenatorin Ines Spanger gebeten, sich für ein Betätigungsverbot für Samidoun einzusetzen. Es handelt sich um eine sich als NGO bezeichnende Gruppe, deren wichtigste Mitglieder auch Teil der Terrororganisation PFLP sind, und die immer wieder antisemitische Demos organisiert.

Der Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus, Felix Klein, hatte »die Plakatierung von Postern mit drastischer judenfeindlicher Propaganda« ebenso verurteilt wie der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, Berlins Antisemitismusbeauftragter Samuel Salzborn und die Neuköllner Integrationsbeauftragte Güner Yasemin Balci. dpa/ja

Meinung

Wir haben ein Problem – und wir müssen endlich darüber reden

Ein Weckruf über verfehlte Migration, ausländische Einflussnahme und das ohrenbetäubende Schweigen der »Progressiven«

von Jacques Abramowicz  02.05.2026

Mittelmeer

Gaza-Flottille legt ungeplant auf Kreta an

Außenministerium in Jerusalem: Terrorverdacht gegen einen der Teilnehmer – zwei Aktivisten werden nach Israel gebracht

 01.05.2026

Bundesrats-Vorstoß

Zentralrat: Aufruf zur Vernichtung Israels soll strafbar sein

Bericht: Die Bundesländer Berlin und Brandenburg haben noch keine abschließende Position festgelegt

 01.05.2026 Aktualisiert

Jüdische Gemeinden

Das neue angstvolle »Normal«

Wie haben sich der 7. Oktober 2023 und die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten ausgewirkt? Der neue Lagebericht des Zentralrats der Juden in Deutschland

von Katrin Richter  01.05.2026

Glosse

Wie wird man ein anständiger Antisemit? Tipps und Tricks für Judenhasser

Eine Handreichung

von Daniel Neumann  01.05.2026

Berlin

CDU-Präsidium tagt in Chabad-Synagoge

Die Parteispitze will damit ein Zeichen setzen

 01.05.2026

Urteil

Buchhandlungspreis: Gericht untersagt Weimer Extremismus-Äußerung

Die Buchhandlungspreis-Affäre lässt Kulturstaatsminister Weimer nicht los. Die unter Extremismusverdacht geratenen Buchhandlungen wehren sich

 30.04.2026

Washington D.C.

Größter US-Flugzeugträger soll Nahen Osten verlassen

Erstmals seit Jahrzehnten sind wieder drei US-Flugzeugträger im Nahen Osten - das verkündete das US-Militär vergangene Woche. US-Medien zufolge dürfte sich das aber schon bald wieder ändern

 30.04.2026

Washington D.C.

Trump drängt erneut auf Begnadigung Netanjahus

»Bibi ist ein Premierminister im Krieg. Mit so etwas im Nacken kann er nicht arbeiten«, sagt der amerikanische Präsident

 30.04.2026