Frankfurt

Staatsschutz ermittelt wegen antisemitischem Angriff

Die Angreifer schlugen das Opfer mit der flachen Hand ins Gesicht, gaben ihm eine »Kopfnuss« und beschimpften ihn als »Scheiß Jude!«. Foto: dpa

Frankfurt

Staatsschutz ermittelt wegen antisemitischem Angriff

Laut Polizei ist der 20-jährige Jude von zwei mutmaßlich arabischstämmigen Männern attackiert worden

 17.09.2018 09:01 Uhr

Ein jüdischer 20-Jähriger ist nach Auskunft der Frankfurter Polizei antisemitisch angegriffen worden. »Aufgrund der Aussage des Opfers gehen wir von einer antisemitischen Attacke aus«, erklärte eine Polizeisprecherin.

Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung. Wegen des antisemitischen Hintergrunds der Tat hat auch der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen. Der Angriff ereignete sich in der Nacht vom 6. auf den 7. September und wurde erst jetzt bekannt.

opfer Demnach wurde das Opfer nach einem Discobesuch um vier Uhr morgens von zwei Männern angesprochen, die laut Polizei mutmaßlich südländischer beziehungsweise arabischer Herkunft sind. Nach Aussage des Geschädigten sollen die Täter kurze schwarze Haare und einen Bart haben und etwa 1,70 bis 1,80 Meter groß gewesen sein.

Anfangs sei das Gespräch freundlich gewesen, sagte das Opfer im Gespräch mit der »Bild«-Zeitung. Als die beiden späteren Täter den 20-Jährigen nach seiner Nationalität fragten und dieser sich als »halber Israeli« und Jude zu erkennen gab, griffen sie ihn unvermittelt an. Sie schlugen ihn unter anderem mit der flachen Hand ins Gesicht, gaben ihm eine »Kopfnuss« und beschimpften ihn als »Scheiß Jude!«.

Das Opfer sagte der »Bild«: »Erschreckend war, dass bei dem Wort ›Jude‹ von 0 auf 100 unmittelbar eine gefühlt unhaltbare Aggressivität aufkam.« Einer der Täter habe sich als Palästinenser zu erkennen gegeben. Der 20-Jährige erlitt laut »Bild« Prellungen. ja

Frankreich

»Fick dich, Gisèle, fickt euch, ihr Zionisten«

Gisèle Journo ist Jüdin und betreibt in Paris eine Agentur für Influencer. Jetzt ist sie Zielscheibe antisemitischer Anfeindungen geworden. Auslöser war der Boykottaufruf einer Europaabgeordneten

von Michael Thaidigsmann  21.08.2026

Berlin

Amnesty International ruft Hamas zum Ende der Gewalt auf

Gewalt und außergerichtliche Hinrichtungen durch die Terrororganisation auch gegen Palästinenser kommen laut UN regelmäßig vor. Menschenrechtler fordern ein sofortiges Ende dieser Verbrechen

von Anna Mertens  21.08.2026

Erfurt

Deutsch-israelischer Jugendaustausch kommt nicht voran

Thüringens Antisemitismusbeauftragter Michael Panse sieht strukturelle und politische Gründe. Auch ein Austauschprogramm stockt

von Matthias Thüsing  21.08.2026

Wahlkampf der AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund

Magdeburg

Wie sich die AfD auf eine mögliche Regierung vorbereitet

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt könnte der rechtsextremistischen AfD erstmals den Weg in eine Landesregierung öffnen. Mit Schulungen, einem Personalpool und Hilfe aus Österreich bereitet sie sich seit langem darauf vor

von Jörg Ratzsch  21.08.2026

Berlin

Bezirk prüft Entzug der Zulassung von antisemitischem Influencer als Berufsbetreuer

Auf Instagram verbreitet er Judenhass und Verschwörungsmythen, im Job soll er Berufstätige mit Herausforderungen betreuen. Passt das zusammen?

 21.08.2026

Iran-Konflikt

Nach Berichten über Missstände: US-Flugzeugträger »USS George Washington« löst Pannenschiff ab

Die »USS Abraham Lincoln« ist seit Monaten im Mittleren Osten eingesetzt und hat zuletzt wegen erheblicher Probleme an Bord Schlagzeilen gemacht. Nun ist ein neuer Flugzeugträger in der Region angekommen

 21.08.2026

Benjamin Graumann Jüdische Gemeinde Frankfurt

Kommentar

Die verlorene Mitte

Beim Betrachten des Wahlkampfs zu den Landtagswahlen im Herbst muss man feststellen: Judenhass ist in Deutschland längst kein Ausschlusskriterium mehr für die Parteien der sogenannten politischen Mitte

von Benjamin Graumann  21.08.2026

Berlin/Brüssel/Jerusalem

Sieben Staaten und EU verlangen Stopp von Siedlungsprojekt im Westjordanland

Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und weitere Länder fordern Israel auf, die geplante Bebauung zu stoppen. Die EU bereitet offenbar ein Sanktionspaket vor

 21.08.2026

Khan Younis

Israel wirft Hamas Folter in Klinik vor

Die Terrororganisation soll ein Krankenhaus im Süden des Gazastreifens als Folterzentrale nutzen, um ihre Macht über die Bevölkerung auszubauen

 20.08.2026