Berlin

Staatsanwaltschaft geht in Revision im Prozess gegen Mustafa A.

Mustafa A. mit seinem Rechtsanwalt Ehssan Khazaeli im Saal des Amtsgerichts Tiergarten beim Prozess im vergangenen Jahr Foto: picture alliance/dpa

Der brutale Angriff auf den jüdischen Studenten Lahav Shapira in Berlin beschäftigt weiter die Justiz. Die Staatsanwaltschaft Berlin hat Revision eingelegt gegen das Urteil des Landgerichts Berlin im Berufungsprozess, wie ein Behördensprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Die Richter hatten den 25 Jahre alten Angeklagten Mustafa A. wegen gefährlicher Körperverletzung zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Anders als die Vorinstanz ging das Gericht nicht von einer antisemitisch motivierten Tat aus.

Die Staatsanwaltschaft wolle überprüfen lassen, ob das Urteil des Landgerichts »auf einer Verletzung des Gesetzes« beruhe, erklärte der Sprecher. Für die konkrete Begründung der Revision müsse die schriftliche Begründung abgewartet werden. Zuständig wäre als nächste Instanz das Kammergericht Berlin. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von zwei Jahren und elf Monaten beantragt, die Verteidigung eine Bewährungsstrafe.

Lesen Sie auch

Mustafa A. und Shapira waren sich am 2. Februar 2024 – vier Monate nach dem Terroranschlag der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 – zufällig in einer Bar in Berlin-Mitte begegnet. Als Shapira das Lokal verließ, folgte ihm der damalige Lehramtsstudent der Freien Universität (FU). Der Angeklagte habe den inzwischen 33-Jährigen niedergeschlagen und gegen den Kopf getreten, so das Gericht. Das Opfer erlitt Knochenbrüche im Gesicht und eine Hirnblutung.

In der ersten Instanz hatte das Amtsgericht Tiergarten im April 2025 von einem »antisemitischen Gewaltexzess« gesprochen und drei Jahre Haft verhängt. Der Angeklagte hatte gegen das Urteil Berufung eingelegt. Der 25-Jährige hat die Gewalttat schon im ersten Prozess gestanden, er bestritt jedoch eine antisemitische Motivation und entschuldigte sich.

Shapira, der im Prozess als Nebenkläger auftrat, zeigte sich nach dem Urteil im Berufungsprozess enttäuscht und äußerte sofort die Hoffnung, dass die Staatsanwaltschaft Revision einlegt. dpa

Berlin

Israel-Kurs: Streit in der SPD eskaliert

Adis Ahmetović, der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, kritisiert Außenminister Wadephul, weil dieser Sanktionen gegen Israel ablehnt. Das sorgt für Ärger in der Partei

 24.04.2026

Antisemitismus im Alltag

Angefeindet wegen einer Kippa

Zwei Studenten der JSUD werden in Berlin-Mitte angefeindet – weil sie Kippa tragen. Viele Jüdinnen und Juden verstecken aus Angst ihre religiöse Identität

von Jan Feldmann  24.04.2026

Bündnis-Streit

Spanien reagiert auf Bericht über mögliche Nato-Suspendierung

Planen die USA Maßnahmen gegen »schwierige« Nato-Partner? Madrid jedenfalls betont nun die Zusammenarbeit mit Bündnispartnern

 24.04.2026

Fördergeldaffäre

»Evident rechtswidrig«

Kein einziges der 13 vom Berliner Senat mit staatlichen Zuschüssen bedachten Projekte gegen Antisemitismus sei »bescheidungsreif« gewesen, so der Prüfbericht des Rechnungshofes. Die Hintergründe

von Michael Thaidigsmann  24.04.2026

London/Washington

Giuffres Vermächtnis: Epstein-Opfer warten auf Gerechtigkeit

Ihre Berichte brachten den Skandal um Epstein vor Jahren ins Rollen. Doch nach wie vor kämpfen die Opfer des Sexualstraftäters um Gerechtigkeit. Bleibt ihr Kampf am Ende vergeblich?

von Patricia Bartos  24.04.2026

Österreich

Neuer Höchststand an antisemitischen Vorfällen

Seit Beginn des Gaza-Kriegs haben die Anfeindungen stark zugenommen. Der Konflikt droht auch den ESC in Wien zu überschatten. Warum sich die jüdische Gemeinde dennoch auf den ESC freut

 24.04.2026

Berlin

Wegner entlässt Berliner Kultursenatorin Wedl-Wilson

Nach dem die Vergabe von Fördergeldern gegen Antisemitismus als rechtswidrig gerügt wurde, hat Kultursenatorin Wedl-Wilson ein Rücktrittsgesuch eingereicht

 24.04.2026

USA

18-Jährige wollte Anschlag auf Synagoge in Houston verüben

Angelina Han Hicks aus Lexington (North Carolina) befindet sich in Gewahrsam. Der Vorwurf gegen sie: Verschwörung zur Planung eines Massenangriffs auf die Gemeinde Beth Israel

 24.04.2026

Jerusalem

Katz: Israel zu neuer Offensive gegen Iran bereit

Die Armee warte auf grünes Licht aus Washington, sagt der Verteidigungsminister. Die Streitkräfte seien sowohl für Verteidigung als auch für Angriffe vorbereitet. Sämtliche Ziele seien bereits markiert

 24.04.2026