Meinung

Spuk in der Moschee

Montagmorgen gegen sechs Uhr am Steindamm in Hamburg. 20 uniformierte Polizisten durchsuchen die Taiba-Moschee, beschlagnahmen Computer und schließen das Gebäude, in dem sich der zuvor von der Hamburger Innenbehörde verbotene »Deutsch-Arabische Kulturverein« traf. Der Spuk hinter den Mauern solle nun endlich ein Ende haben, betont der Innensenator und Bürgermeisterkandidat Christoph Ahlhaus (CDU). In der ehemaligen Al-Quds-Moschee beteten schon die Todespiloten des 11. September 2001 um Mohammed Atta und der verurteilte Marokkaner Mounir El Motassadeq. Sie war Hauptanziehungspunkt der örtlichen Dschihad-Szene, Beter der Moschee haben sich in Afghanistan und Pakistan für den Heiligen Krieg ausbilden lassen. Nun präsentiert sich Christoph Ahlhaus als Mann der Tat, der entschieden gegen Islamisten vorgeht. Und in zwei Wochen kann er sich beruhigt zum ersten Mann der Hansestadt wählen lassen. Alles gut? Nein! Denn wer garantiert, dass die Mitglieder des Tai- ba-Vereins, der auch gern mal verfassungsfeindliche Schulungen abhält, nicht ins nächstbeste Haus ziehen und einfach dort weiter predigen? Die Überwachung von Islamisten wird durch die Schließung nicht einfacher – und der Spuk geht weiter.

Diplomatie

Prosor kritisiert israelischen Minister wegen Merz-Schelte

Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich hatte dem Bundeskanzler nach dessen Kritik an der Siedlungspolitik vorgeworfen, Juden vorschreiben zu wollen, wo sie leben sollen

 14.04.2026

Warschau

Absage an Antisemitismus: Polnische Bischöfe besuchen Synagogen

Vor 40 Jahren umarmte Papst Johannes Paul II. in Roms Hauptsynagoge den dortigen Oberrabbiner. In Polen erinnern nun Bischöfe an diesen Meilenstein in den katholisch-jüdischen Beziehungen. Es gibt aber auch Misstöne

von Oliver Hinz  14.04.2026

Jom Haschoa

»Die Bedrohung ist nicht mehr abstrakt«

Israelischer Botschafter Ron Prosor fordert bei einer Gedenkveranstaltung im ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen entschlossenes Handeln und den Schutz jüdischen Lebens

 14.04.2026

Düsseldorf

Studentenparlament fordert Boykott israelischer Hochschulen

Der Antrag stammt aus dem Umfeld der antisemitischen BDS-Kampagne. Jüdische Studenten und andere Demokraten üben heftige Kritik an dem Entschluss

 14.04.2026

Rom

Italien setzt Verteidigungsvereinbarung mit Israel aus

Italien unter Ministerpräsidentin Meloni gilt als enger Verbündeter Israels. Nun setzt ihre Regierung eine Vereinbarung mit dem jüdischen Staat aus. Konkrete Auswirkungen hat dies aber wohl nicht

 14.04.2026

Rechtsextremismus und Antisemitismus

Hetze und KI-Fakes belasten Arbeit in Gedenkstätten

Der Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Axel Drecoll, beklagt eine besorgniserregende Entwicklung

 14.04.2026

Gedenkstätte KZ Ravensbrück

Hitlergruß im Krematorium: Schülerinnen sorgen für Entsetzen

Nach Angaben der Leitung ließen sich drei Mädchen dabei fotografieren

 14.04.2026

Washington D.C.

Trump löscht umstrittenes KI-Bild, das ihn als Jesus Christus zeigt

Die Abbildung rief scharfe Kritik hervor – auch aus dem konservativen Lager

 14.04.2026

Meinung

Wie die UN indirekt den Holocaust relativieren

Die kürzlich angenommene Resolution zur Aufarbeitung des transatlantischen Sklavenhandels ist ein Akt des geschichtspolitischen Revisionismus

von Jacques Abramowicz  14.04.2026