Nachrichten

SPD, Rabbiner, NRW

Gemeinsame Sitzung: der Zentralrat der Juden und das SPD-Präsidium Foto: dpa

Zentralrat trifft sich mit SPD

Der Zentralrat der Juden und der Vorstand der SPD haben sich am Montag dieser Woche getroffen und über aktuelle Herausforderungen gesprochen. Es ging um die aktuelle Lage der jüdischen Gemeinschaft, um zunehmenden Antisemitismus und Rechtspopulismus vor der anstehenden Europawahl. Nach dem zweistündigen Gespräch im Willy-Brandt-Haus sagte Zentralratspräsident Josef Schuster: »Wir teilen mit der SPD die Sorge, dass politische Kräfte von Rechtsaußen sowohl aus der Europa-Wahl als auch aus den anstehenden Landtagswahlen gestärkt hervorgehen könnten.« ja

Köln: Rabbiner beleidigt

Der neue Rabbiner der Kölner Synagogen-Gemeinde, Yechiel Brukner, wurde im öffentlichen Nahverkehr der Stadt massiv beschimpft. Wie die »Kölnische Rundschau« berichtet, nimmt Brukner, der seit September im Amt ist, nun einen Dienstwagen, was er ursprünglich vermeiden wollte. Aber die Schmähungen hätten überhandgenommen, wie der Gemeinde-Geschäftsführer David Klapheck sagte. Die Angriffe gegen Brukner seien aus der Mitte der Gesellschaft gekommen: alle Altersgruppen, alle sozialen Schichten, mit und ohne Migrationshintergrund. ja

NRW geht nach Israel

Nordrhein-Westfalen plant den Aufbau eines eigenen Vertretungsbüros in Israel. Das kündigte der Minister für Europaangelegenheiten und Internationales, Stephan Holthoff-Pförtner (CDU), an. Die Mittel dafür seien von 530.000 Euro im Jahr 2014 auf 1,1 Millionen Euro im vergangenen Jahr erhöht worden. ja

Schweiz

Ein Importverbot von koscherem Fleisch gefährdet jüdisches Leben

Ein Kommentar von Jonathan Kreutner, Generalsekretär des jüdischen Dachverbands SIG

von Jonathan Kreutner  02.10.2026

Essay

Die Demokratie gegen ihre Abschaffung verteidigen

Warum die AfD als Partei verboten werden müsste – und weshalb das eben nicht undemokratisch ist

von Stephan Lehnstaedt  02.10.2026

Delft/Niederlande

Publikum beschimpft Angehörige eines Hamas-Opfers bei »NAZA«-Vorführung

Sabine Tassa, deren Ehemann und Sohn am 7. Oktober 2023 ermordet wurden, kritisiert die Doku. Das Publikum will nichts davon hören

 02.10.2026

Eisenach/Karlsruhe/Unna/Hagen

Mutmaßliches IS-Mitglied in Thüringen festgenommen

Der Verdächtige soll laut Bundesanwaltschaft für den IS als bewaffneter Militärpolizist tätig gewesen sein. Auch bei drei anderen Männern besteht der Verdacht auf Nähe zu der Terrororganisation

 02.10.2026

Jerusalem

Herzog über mögliche Linken-Regierung in Berlin: »Das ist äußerst verstörend«

Im ausführlichen Interview mit der WELT spricht der israelische Präsident auch über den »Fly Dubai«-Angriff, den Iran und das britische Embargo gegen sein Land

 02.10.2026

Genf

Sharabi fordert UN-Menschenrechtsrat zur Anerkennung von Geiselmisshandlungen als Folter auf

»Mein Name ist Eli Sharabi. Ich bin ein Überlebender von Folter«, so der ehemalige Verschleppte vor dem Gremium

 02.10.2026

Besuch

Berlins scheidender Regierungschef reist nach Israel

Israels Botschafter in Deutschland äußerte kürzlich Sorge um die Sicherheit der jüdischen Community in der deutschen Hauptstadt. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner reist nun nach Tel Aviv

 02.10.2026

Kommentar

Fair Play – es sei denn, es geht um Israel

Irlands Nationalspieler verweigern Israelis den Handschlag, diskutieren darüber, ob sie überhaupt gegen sie antreten wollen – und die UEFA schweigt. So funktioniert die schleichende Etablierung von Antisemitismus als Akt des vermeintlichen humanitären Widerstandes

von Dorothea Schupelius  02.10.2026

Düsseldorf

»Sei ein Mensch«: Gedenkort für verfolgte Abgeordnete im NRW-Landtag

Entlassen, drangsaliert, gefoltert: Viele frühere Abgeordnete des nordrhein-westfälischen Landtags wurden in der NS-Diktatur verfolgt. Ein neuer Gedenkort im Parlamentsgebäude erinnert an sie

von Ingo Lehnick  02.10.2026