Antisemitismus

Situation für Juden hat sich weiter verschlechtert

»Aktueller denn je«: Zentralratspräsident Josef Schuster beim Podiumsgespräch am Donnerstag; im Hintergrund Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau und der Antisemitismusbeauftragte des Bundes, Felix Klein Foto: Uwe Steinert

Zwei Jahre nach Veröffentlichung des Antisemitismusberichtes des Bundestages hat sich die Situation für Juden in Deutschland nach Einschätzung des Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, weiter verschlechtert.

Die Situation sei erschreckend, Antisemitismus trete noch deutlicher zutage, sagte Schuster bei einer Podiumsdiskussion am Donnerstag in Berlin. Zugleich würden mehr Fälle als früher öffentlich, »was uns alle entsetzt«. »Es gibt aber auch eine tatsächliche Zunahme«, sagte Schuster.

Beauftragter Der 2017 erschienene zweite Bericht des Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus im Auftrag des Bundestages sei auch zwei Jahre später »aktueller denn je«, sagte der Zentralratspräsident. Positiv sei in der Folge des Berichtes die rasche Einsetzung des Antisemitismusbeauftragten des Bundes, Felix Klein.

Klein sagte, der Bericht und die darin enthaltenen konkreten Forderungen hätten dazu geführt, dass in der Öffentlichkeit ein Umdenken zum Thema Antisemitismus stattgefunden habe.


RIAS Ganz entscheidendes Instrument im Kampf gegen den Judenhass sei die Einrichtung der bundesweiten Meldestelle für antisemitische Vorfälle RIAS, einer Bund-Länder-Kommission und der Einsetzung von bislang zehn Landesbeauftragten.

Kritischer äußerte sich Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke). Eine systematische Beschäftigung mit den Befunden des Berichts finde kaum statt, sagte Pau. »Auch nach dem zweiten Bericht ist Antisemitismusbekämpfung zur Aufgabe der dafür Zuständigen geworden, es sei denn, es ist etwas passiert«, sagte die Linken-Politikerin. Der Kampf gegen Antisemitismus sei eine Querschnittsaufgabe und müsse in allen Ressorts verstetigt werden.  epd

Medien

Ex-»Welt«-Chefredakteur Burgard bei Springer künftig für Nahost zuständig

Burgard folgt auf Constantin Schreiber, der sich ab dem 1. Mai als Global Reporter weiter auf seine Podcast-Formate konzentriert

 17.04.2026

Berlin

Zentralrat der Juden gegen Widerspruchslösung

In seinem Tätigkeitsbericht für 2025 geht der Zentralrat auch ethische Fragen rund um das Thema Organspende ein

 17.04.2026

Genf

So reagiert die Weltbank auf antisemitische Posts von Francesca Albaneses Ehemann

Massimiliano Cali soll den palästinensischen Terrorismus relativiert und gegen Juden gehetzt haben

von Imanuel Marcus  17.04.2026

Paris

Bericht: Marine Le Pen trifft Israels Botschafter

Das Gespräch wirft diese Frage auf: Wie geht die Regierung Netanjahu mit rechtsextremistischen Parteien im Ausland um?

 17.04.2026

Yale-Umfrage

Jüngere Wähler in den USA äußern häufiger antisemitische Ansichten

Auch Plattformen wie TikTok spielen eine Rolle. Ihre Nutzer neigen eher zu Judenhass als Konsumenten herkömmlicher Medien

 17.04.2026

Amsterdam

Neue YouTube-Serie folgt den Spuren von Anne Frank

Eine Schauspielerin reist von Frankfurt über Amsterdam bis Bergen-Belsen und bietet Einblicke in das Leben des jüdischen Mädchens, das Millionen Menschen berührt hat

 17.04.2026

München

Proiranische Terror-Gruppe reklamiert Anschlag auf Restaurant für sich

Laut Generalstaatsanwaltschaft ist ein Bekennervideo der schiitischen Gruppe Harakat Ashab al-Yamin al-Islamia Gegenstand laufender Ermittlungen

 17.04.2026

Berlin

Staatsanwaltschaft geht in Revision im Prozess gegen Mustafa A.

Die Staatsanwaltschaft geht bei dem Angriff auf Lahav Shapira von einer antisemitischen Gewalttat aus. Der Täter bestreitet dies und erreicht im Berufungsprozess eine geringere Strafe. Beendet ist der Fall damit nicht

 17.04.2026

New York

New Yorks First Lady entschuldigt sich für antisemitische Social-Media-Beiträge

Als Jugendliche hatte Rama Duwaji etwa die Flugzeugentführerin Leila Khaled gelobt und behauptet, Tel Aviv hätte nie existieren dürfen

 17.04.2026