Israel

Sexuelle Bildmanipulationen: Sammelklage gegen Musks »Grok«

Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

In Israel ist erstmals eine Sammelklage gegen Elon Musks Unternehmen X und xAI in Zusammenhang mit dem KI-Chatbot Grok eingereicht worden. Vor dem Bezirksgericht in Tel Aviv beantragte eine israelische Nutzerin laut »Ynet« die Zulassung einer Klassenklage. Der Vorwurf: Grok ermögliche es, Fotos von Frauen und Minderjährigen ohne deren Wissen oder Einwilligung in sexualisierte Darstellungen zu verwandeln.

Die Antragstellerin, eine aktive Nutzerin der Plattform X, wirft den Unternehmen vor, bestehende Bilder mit wenigen Handgriffen in explizite Inhalte umwandeln zu lassen. Dazu zählten unter anderem sogenannte digitale Entkleidungen sowie das Ersetzen von Kleidung durch Unterwäsche oder Badebekleidung. Vertreten wird sie von den Anwälten Lior Lahav und Noa Elbaz.

Nach Darstellung der Klägerseite erlaubt die von xAI entwickelte Technologie die Erstellung realistischer sexueller Simulationen auf Basis frei zugänglicher Fotos. Betroffen seien nicht nur erwachsene Frauen, sondern auch Minderjährige. Die Klage soll alle Frauen und Minderjährigen umfassen, deren Bilder online verfügbar sind und die durch die Möglichkeit solcher Manipulationen Angst, Kontrollverlust oder seelische Belastungen erfahren hätten.

Emotionales Leid

Das Gericht soll den Unternehmen untersagen, mithilfe von Grok sexualisierte Darstellungen von Frauen und Kindern zu erzeugen. Zudem fordert die Klägerin eine Entschädigung von jeweils 500 Schekel pro betroffener Person wegen emotionalen Leids und der Verletzung der persönlichen Autonomie. Darüber hinaus wird verlangt, mögliche Gewinne abzuschöpfen, die durch den Einsatz des Tools erzielt worden sein sollen.

Lesen Sie auch

In dem Antrag heißt es laut »Ynet«, Umfang und Existenz der beanstandeten Praxis seien durch zahlreiche Medienberichte in Israel und im Ausland belegt. Diese dokumentierten, dass Grok genutzt worden sei, um sexualisierte und entwürdigende Bilder zu erzeugen – teils auf Grundlage gewöhnlicher Fotos aus dem Internet.

Kritik richtet sich auch gegen Elon Musks anfängliche Reaktion auf den Skandal. Laut Klageschrift habe Musk das Thema zunächst heruntergespielt und sogar ins Lächerliche gezogen, indem er ein von Grok erzeugtes Bild von sich selbst in einem Bikini verbreitete. Erst später habe er erklärt, derartige Inhalte seien illegal – die Verantwortung liege jedoch bei den Nutzern, nicht bei den Plattformbetreibern.

Unzureichende Schutzmechanismen

Die Klage in Israel reiht sich in eine wachsende internationale Kontroverse ein. In den vergangenen Tagen sperrten Malaysia und Indonesien Grok vollständig. Beide Regierungen begründeten dies mit unzureichenden Schutzmechanismen gegen die Erstellung gefälschter sexueller Inhalte, insbesondere von Frauen und Kindern. Indonesiens Digitalministerin Meutya Hafid erklärte, nicht einvernehmliche sexuelle Deepfakes stellten eine schwere Verletzung von Menschenwürde, Sicherheit und Grundrechten dar.

Auch in Europa und Indien wächst der Druck. In Großbritannien leitete die Medienaufsicht Ofcom ein Verfahren gegen X ein, um zu prüfen, ob das Unternehmen seiner Pflicht zum Schutz vor illegalen Inhalten nachgekommen ist. In Frankreich kündigte die Staatsanwaltschaft in Paris Ermittlungen zur Verbreitung expliziter KI-generierter Inhalte an. Die französische Cybercrime-Einheit untersucht X bereits wegen weiterer Vorwürfe, darunter die Verbreitung antisemitischer Inhalte und Holocaust-Leugnung über Grok. im

Magdeburg/Berlin

Nach Wahl in Sachsen-Anhalt: Tausende protestieren gegen die AfD

Der Wahlsieg der AfD beschäftigt nicht nur die Menschen in Sachsen-Anhalt. Vielerorts in Deutschland gehen die Menschen gegen die Partei auf die Straße, darunter Tausende in Berlin

 08.09.2026

Nach AfD-Wahlsieg

Thüringer Verfassungsschutz will Informationsfluss eventuell einschränken

Es gehe um »Risikomanagement zum Schutz von Menschenleben, nachrichtendienstlichen Zugängen und Geheimhaltung«, sagt Stephan Kramer, der Verfassungsschutzchef Thüringens

 08.09.2026

London/Jerusalem

Großbritannien plant Handelsverbot für Waren aus israelischen Siedlungen

Außenminister Ed Miliband will noch heute neue Maßnahmen ankündigen. Reaktionen aus Israel liegen bereits jetzt vor

 08.09.2026

Kommentar

Warum der Börsenverein des Deutschen Buchhandels nie wieder »Nie wieder!« sagen sollte

Wer Antisemitismus nur dort bekämpft, wo es bequem ist, bekämpft ihn nicht – und wer wie im Fall Maha El Hissy konkrete Vorwürfe nicht ernsthaft prüfen will, sollte aufhören, zu erklären, wie ernst er diesen Kampf nimmt

von Andreas Büttner  08.09.2026

Deutschland

Schoa-Überlebende und Antisemitismusbeauftragte rechnen mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und Maha El Hissy ab

Die Hintergründe

 08.09.2026

Reaktion

Israels Botschafter spricht Klartext über AfD-Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt

Ron Prosor ist besorgt. Was sagt der Diplomat zum Sieg der Rechtsextremisten?

 07.09.2026

Sachsen-Anhalt

Wagenknecht äußert sich zur Zusammenarbeit mit der AfD

Die Hintergründe

 07.09.2026

Washington D.C.

»Gut gemacht!«: Elon Musk gratuliert AfD zu Wahltriumph

Der Milliardär und Tech-Unternehmer ist seit langem als AfD-Sympathisant bekannt. Das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt verzückt ihn. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund macht ihm sogleich ein Angebot

 07.09.2026

Parteien

Was Markus Söder der CDU nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt rät

»Zunächst mal muss man da schon durchschnaufen«, sagt der bayerische Ministerpräsident. Welche Strategie hält er für angebracht?

 07.09.2026