Zwickau

Schwibbögen mit NS-Symbolen gefunden

Ein sogenannter Schwibbogen mit dem Motiv der Seiffener Bergkirche strahlt in einem Fenster des Spielzeugdorfes im Erzgebirge. Foto: dpa

Der Polizei im sächsischen Zwickau ist nach eigenen Angaben ein Schlag gegen die rechtsextreme Vertriebsszene gelungen. Bei einer Durchsuchung am Montag in Wohnräumen und einer Werkstatt in Zwickau-Cainsdorf seien etwa 100 verschiedene Gegenstände mit NS-Symbolen gefunden worden, teilte die Polizeidirektion Zwickau am Mittwoch mit. Dabei handele es sich unter anderem um Schwibbögen, Räuchermännchen, Tassen und gravierte Gläser sowie Christbaumschmuck, Büsten, T-Shirts und Kalender.

Auf die professionell hergestellten Gegenstände seien zum Teil auch Porträts von Persönlichkeiten aus der Zeit des Nationalsozialismus aufgebracht worden. Sie waren laut Polizei offenbar für den Verkauf bestimmt.

HÄNDLER Es sei gelungen, einem überregional agierenden Händler mit rechter Nazipropaganda das Handwerk zu legen, hieß es. Ein 39-jähriger Mann müsse sich wegen Verbreitung und Verwendung von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen und Verstößen gegen das Waffengesetz verantworten. Die Staatsanwaltschaft Zwickau ermittle zudem wegen des Verdachts der Hehlerei und eines Urkundendelikts.

Im Zuge der Durchsuchung stießen die Beamten auch auf zwei Blanko-Impfpässe, einen mutmaßlich gefälschten Impfausweis sowie Bauwerkzeuge, die den Angaben zufolge nach Einbruchsdelikten zur Fahndung ausgeschrieben waren. Zudem stellten sie neben den Handys und Tablets des Beschuldigten ein verbotenes Einhandmesser, einen Schlagring sowie eine Patrone sicher. epd

Auszeichnung

Ehrenamtspreis für jüdisches Leben geht nach Köln und Berlin

Bereits zum vierten Mal wird der Ehrenamtspreis für jüdisches Leben verliehen. In diesem Jahr werden Projekte geehrt, die vor allem auf einen niederschwelligen Zugang setzen

von Birgit Wilke  14.07.2026

Medien

Wechsel im ARD-Studio Tel Aviv: Sophie von der Tann wird abgelöst

Während der BR seine Korrespondentin in höchsten Tönen lobt, wurde extern immer wieder heftige Kritik geübt. Von der Tanns Nachfolgerin in Israel ist Pia-Marie Steckelbach

 14.07.2026

Kommentar

Wenn Studenten wieder anfangen, Juden auszugrenzen

Es sind Beschlüsse wie der Boykott-Beschluss des Studierendenparlaments der Humboldt-Uni, bei denen man sich unwillkürlich fragt, ob die zukünftige sogenannte deutsche Bildungselite noch zu retten ist

von Leeor Engländer  14.07.2026

München

Bayerns 180-Grad-Restitutionswende

Der Freistaat hat sich entschieden, eine Bronze von Picasso zurückzugeben und dabei gleich seinen Umgang mit NS-Raubkunst zu reformieren

von Michael Thaidigsmann  14.07.2026

Faktencheck

Henry Kissinger wollte die »weiße Rasse« nicht beseitigen

Dem früheren US-Außenminister Henry Kissinger werden immer wieder völlig frei erfundene Zitate zugeschrieben. Etwa, dass er die »weiße Rasse« durch multikulturelle Gesellschaften habe ersetzen wollen

 14.07.2026

Washington D.C.

Trump droht mit Angriff: Was über »Pickaxe Mountain« bekannt ist

Den Berg, der eine Atomanlage beherbergt, bezeichnet der US-Präsident als mögliches Ziel für einen »großen, fetten« Angriff

 14.07.2026

Osnabrück/Doha

Iron-Dome-Deal zwischen Israel und VW droht an Katar-Veto zu scheitern

Ein Verteidigungsdeal mit Israel und Hunderte Arbeitsplätze am VW-Standort Osnabrück sind in Gefahr, da der katarische Staatsfonds blockiert

 14.07.2026

Washington D.C.

USA-Iran-Rahmenabkommen: Was hat Trump überhaupt erreicht?

Groß war der Jubel des US-Präsidenten, als er mit der Führung im Iran ein vages Rahmenabkommen erzielte. Knapp einen Monat später stellt sich jedoch die Frage: Was ist davon noch übrig?

von Franziska Spiecker, Khang Mischke  14.07.2026

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Lionel Messis Herkunft und Sympathien rumoren, erzählt der Sohn eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  14.07.2026 Aktualisiert