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Sachsen, Polizeistatistik, Beschneidung

Nazi-Aufmarsch in Plauen Foto: dpa

Antisemitismus in Polizeistatistik

In der Polizeistatistik über antisemitische Straftaten in Berlin ist die Zuordnung zu Tätergruppen unscharf und wenig präzise. Das geht aus einer bisher nicht veröffentlichten Antwort des Senats auf eine Anfrage der FDP hervor. Viele Fälle würden Rechtsextremisten zugeordnet, ohne dass es konkrete Anhaltspunkte dafür gebe. Die Zahlen der Polizei stellen sich nach der aktuellen Auskunft des Senats wie folgt dar: In ihrer Kriminalstatistik 2018 ordnete die Polizei 253 der 324 Fälle der Kategorie rechtsextreme Motivation zu. Weitere Motive waren ausländische Ideologie (49 Fälle), religiöse Ideologie (12 Fälle) und Linksextremismus (7 Fälle). Nur dreimal hieß es: nicht zuzuordnen. In der aktuellen Anfrage ging es nun um die Zahl der antisemitischen Fälle ohne erkennbare rechtsextreme Motive. Das waren laut Senat 191. So bleiben nur 133 Taten mit klaren rechtsextremen Motiven übrig – obwohl in der Kriminalstatistik 253 Fälle dazu stehen. Für die Differenz von 120 Taten sind keine Motive bekannt – trotzdem gilt die Kategorie »rechts«. In den vergangenen Jahren hatte es bereits eine Debatte über die Zuordnung gegeben.  dpa

Beschneidung: Wieder ein Thema

Gegen Genitalverstümmelungen will eine Kampagne, die sich in Berlin vorgestellt hat, ankämpfen. Dabei ist explizit nicht nur von weiblichen Genitalien die Rede, sondern auch von der Beschneidung von Jungen, wie sie im Judentum und im Islam durchgeführt wird. Koordiniert wird die Kampagne von der Menschenrechtsorganisation »Terres des Femmes«. Verstümmelungen würden oft als »Beschneidungen« verharmlost oder mit kulturellen oder religiösen Sitten entschuldigt, hieß es am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Berlin.  ja/dpa

Nazi-Aufmarsch in Plauen

Nach einem behördlich genehmigten Marsch uniform gekleideter Rechtsextremisten mit Trommeln, Fackeln und Fahnen durch Plauen steht die sächsische Politik in der Kritik. Der Zentralrat der Juden kritisierte die Genehmigung der Versammlung der rechtsextremen Kleinstpartei »III. Weg« am 1. Mai durch das Landratsamt. »Wenn es die sächsische Landesregierung mit der Bekämpfung des Rechtsextremismus ernst meint, darf sie solche Demos nicht zulassen«, sagte Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, und verwies darauf, dass der Aufmarsch am Vorabend von Jom Haschoa, dem jüdischen Tag zum Gedenken an die Schoa, stattgefunden hat.  dpa/ja

Politischer Einfluss von Religionen

Der Einfluss von Religionen auf gesellschaftliche Entwicklungen wird von der Universität Münster erforscht. Unter dem Titel »Dynamiken von Tradition und Innovation« wird unter anderem untersucht, wie Glaubensgemeinschaften gesellschaftlich-politischen Wandel bewirken und beeinflussen können und sich selbst dabei verändern, teilte der Forschungsverbund »Religion und Politik« in Münster mit. Nils Jansen, der Sprecher des Exzellenzclusters, verwies unter anderem auf den kirchlichen Protest in der DDR oder den Einfluss orthodoxer Juden in Israel.  kna

Göttingen: Streit vor Gericht

Der Vorsitzende der Jury des umstrittenen Göttinger Friedenspreises, Andreas Zumach, darf weiterhin Achim Doerfer vom Vorstand der Jüdischen Gemeinde Göttingen Verleumdung vorwerfen. Das Göttinger Landgericht wies am Dienstag den Antrag Doerfers auf Erlass einer einstweiligen Verfügung ab. Doerfer, der auch Autor dieser Zeitung ist, hatte einen Brief mitunterzeichnet, in dem Zumach vorgeworfen wurde, »sinngemäß gegen eine vermeintliche ›Israellobby‹« gewettert zu haben, was Zumach bestreitet und Doerfer deswegen Verleumdung vorwirft. Zumach kommentierte den Richterspruch, er sei eine Warnung an alle, die versuchten, »legitime Kritik an der völkerrechtswidrigen und menschenrechtsfeindlichen Politik der israelischen Regierung zu verhindern«. Doerfer antwortete: »Das ist falsch: Es ging gar nicht um die Kritik an Israel.« Nicht einmal um die Frage, ob es eine Verleumdung gab, sei es gegangen, sondern »nur darum, ob er die Meinung äußern durfte«.  ja/epd

Berlin

CSD-Veranstalter: Anschlag nicht instrumentalisieren

Der Berliner CSD-Verein fordert Solidarität statt Spaltung nach dem Anschlag im Tiergarten. Was die Veranstalter noch betonen

 26.07.2026

Berlin

Wegner lobt nach Anschlag Einsatzkräfte und CSD-Veranstalter

Berlins Regierungschef Wegner hebt das rasche Handeln und das Zusammenspiel nach dem Terroranschlag am Rande des CSD hervor. Worüber er nun in den nächsten Tage sprechen möchte

 26.07.2026

Berlin

Bundeskanzler nennt CSD-Anschlag terroristisch und islamistisch

Nicht nur ein Angriff auf Teilnehmer des Berliner CSD, sondern auch einer gegen Freiheit und Offenheit – Bundeskanzler Merz kündigt an, genau das über Parteigrenzen verteidigen zu wollen

 26.07.2026

Karlsruhe

Generalbundesanwalt soll CSD-Ermittlungen übernehmen

Ein mutmaßlich islamistischer Hintergrund steht bei den Ermittlungen zum Anschlag am Rande des Berliner CSD im Fokus. Die Zuständigkeit wechselt daher bald zur obersten Anklagebehörde in Deutschland

 26.07.2026

Berlin

Dobrindt spricht von Terroranschlag – Verdächtiger flüchtig

Dramatisches Ende eines bunten Festes: Am Rande des CSD in Berlin fährt ein Fahrzeug in die Menge. Eine Person stirbt, 29 Menschen werden verletzt. Nach dem mutmaßlichen Täter wird gefahndet

 26.07.2026 Aktualisiert

Meinung

Die Gefahr des Islamismus endlich ernst nehmen

Nach dem islamistischen Anschlag auf den Berliner CSD reichen Bekundungen der Trauer und Betroffenheit nicht. Es braucht konkretes gesetzgeberisches Handeln, um dem Terror zu begegnen

von Volker Beck  26.07.2026

Berlin

Blumen, Trauer und Tränen nach CSD-Angriff

Eine Frau stirbt, viele Menschen werden schwer verletzt. Der Angriff mit einem Auto im Berliner Tiergarten galt offensichtlich den Besuchern des Christopher Street Day

von Andreas Rabenstein, Monika Wendel  26.07.2026

Teheran

Iran droht USA mit Ausweitung des Konflikts

Das iranische Militär droht den USA mit einer Ausweitung der Kämpfe. Sollten die Luftangriffe andauern, werde Teheran neue militärische Strategien in der Region anwenden

 26.07.2026

Berlin

CSD-Angriff: Keine Lebensgefahr bei acht Charité-Patienten

Ein Mann steuert am Samstagabend einen Van in eine Menschenmenge. Eine Frau stirbt. Mehrere Menschen erleiden teilweise schwere Verletzungen. Acht von ihnen werden in die Charité gebracht

 26.07.2026