Meinung

Rote Karte für Katar

Offene Europameisterschaft heißt das, was der schwedische Handballverband gerade in Göteborg organisiert hat. Viele Teams der Unter-19-Jährigen waren eingeladen, nicht nur aus Europa. Als es zum Aufeinandertreffen von Israel und Katar kommen sollte, blieben die Sportler des Emirats fern. Offizielle Begründung: Trikots vergessen.

Trikos Der Skandal, den sich Katar geleistet hat, kommt mittlerweile so oft vor, dass man nicht mal der Chronistenpflicht nachkommen kann: Hier meldet sich ein Fußballer »verletzt« ab, dort hat ein Ringer den Termin »verpasst«. Nun also Trikots »vergessen«. Was den jüngsten Skandal aber besonders macht, ist, dass es Katar ist, das glaubt, Israel diskriminieren zu können. Immerhin ist das Land im Jahr 2022 der Gastgeber der Fußball-WM der Männer.

Das ist ein Sportereignis deutlich größerer Güte als Juniorenhandball in Schweden. Katars Schritt bedroht nicht nur eine eventuell (und hoffentlich) sich für die Fußball-WM qualifizierende israelische Mannschaft. Auch jüdische Sportler, Besucher, Funktionäre und Journalisten sind jetzt gewarnt. Der Europäische Handballverband hat gehandelt: ein 10:0-Sieg der Israelis auf dem Papier; Suspendierung des katarischen Teams für ein Jahr; und eine Strafe an den katarischen Verband in Höhe von 15.000 Euro.

Das ist gutes, schnelles Handeln. Aber im Vergleich zu den Summen, die bei der Fußball-WM verdient werden, sehr, sehr wenig. Katar ist zu billig weggekommen.

Kommentar

Amerikas Israel-Bild hat sich gedreht

Während die Demokraten immer antizionistischer werden, wenden sich auch die Republikaner von der bedingungslosen Unterstützung Israels ab. Das stellt jüdische Wähler und Politiker vor neue Herausforderungen

von Toby Axelrod  04.11.2026

Israel nach der Wahl

Wahlprüfung in Israel abgeschlossen - Streit geht weiter

Das Wahlkomitee in Israel sieht keine Hinweise auf Unregelmäßigkeiten mit Folgen für das Ergebnis. Dennoch spitzt sich der Streit zwischen der bisherigen Regierung und der Opposition gefährlich zu

 04.11.2026

Meinung

Wenn Kritiker zu Feinden erklärt werden

Der ehemalige Linken-Abgeordnete Andreas Büttner ist entsetzt über die Rhetorik auf dem Berliner Landesparteitag: Wer so redet, wolle nicht mehr überzeugen, sondern ausgrenzen

von Andreas Büttner  04.11.2026

Washington

Republikaner verlieren US-Parlamentswahl deutlich

Donald Trumps Partei muss bei der Kongresswahl eine verheerende Niederlage einstecken. Die US-Wähler rechneten mit der Politik des Präsidenten ab, der nun vor zwei härteren Jahren steht

von Andrej Sokolow  04.11.2026

Debatte

Berliner CDU bietet Sondierungen an: Grüne und SPD lehnen ab

Die Hintergründe

 03.11.2026

München

20 Jahre Ohel-Jakob-Synagoge: Merz, Aigner und Söder beim Festakt

Am 9. November 2006 wurde die Synagoge Ohel Jakob eröffnet - als Zeichen für die Rückkehr jüdischen Lebens ins Herz Münchens. Den 20. Jahrestag feiert die Kultusgemeinde mit einem Festakt. Erwartet werden prominente Gäste, etwa Bundeskanzler Merz

 03.11.2026

Nahost

Trump will Milliardenhilfen an Israel einstellen

Seit Jahren unterstützen die USA Israel mit Milliarden an Dollar Militärhilfe. Das soll sich nach Worten von US-Präsident Trump ändern. Die Idee soll dabei nicht von ihm gekommen sein

 03.11.2026

Sachsen

Chemnitz und Zwickau gedenken der Opfer des NSU

Der »Nationalsozialistische Untergrund« ermordete zehn Menschen aus rassistischen und rechtsextremistischen Motiven. Die Terrorzelle lebte in Chemnitz und Zwickau im Untergrund. 2011 flog sie auf

 03.11.2026

Frankfurt

Jüdische Akademie soll »Haus der Zukunft« sein

In der ersten Diskussionsrunde der neuen Jüdischen Akademie in Frankfurt stieß ein Wunsch angesichts von Antisemitismus und innerjüdischer Differenzen auf große Zustimmung: Die Akademie soll ein »Haus der Zukunft« sein

 03.11.2026