Meinung

Rote Karte für Katar

Offene Europameisterschaft heißt das, was der schwedische Handballverband gerade in Göteborg organisiert hat. Viele Teams der Unter-19-Jährigen waren eingeladen, nicht nur aus Europa. Als es zum Aufeinandertreffen von Israel und Katar kommen sollte, blieben die Sportler des Emirats fern. Offizielle Begründung: Trikots vergessen.

Trikos Der Skandal, den sich Katar geleistet hat, kommt mittlerweile so oft vor, dass man nicht mal der Chronistenpflicht nachkommen kann: Hier meldet sich ein Fußballer »verletzt« ab, dort hat ein Ringer den Termin »verpasst«. Nun also Trikots »vergessen«. Was den jüngsten Skandal aber besonders macht, ist, dass es Katar ist, das glaubt, Israel diskriminieren zu können. Immerhin ist das Land im Jahr 2022 der Gastgeber der Fußball-WM der Männer.

Das ist ein Sportereignis deutlich größerer Güte als Juniorenhandball in Schweden. Katars Schritt bedroht nicht nur eine eventuell (und hoffentlich) sich für die Fußball-WM qualifizierende israelische Mannschaft. Auch jüdische Sportler, Besucher, Funktionäre und Journalisten sind jetzt gewarnt. Der Europäische Handballverband hat gehandelt: ein 10:0-Sieg der Israelis auf dem Papier; Suspendierung des katarischen Teams für ein Jahr; und eine Strafe an den katarischen Verband in Höhe von 15.000 Euro.

Das ist gutes, schnelles Handeln. Aber im Vergleich zu den Summen, die bei der Fußball-WM verdient werden, sehr, sehr wenig. Katar ist zu billig weggekommen.

Untersuchung

ADL: Manipulierte Wikipedia-Einträge über Israel immer noch nicht korrigiert

Die Anti-Defamation League wirft den Betreibern der Online-Enzyklopädie vor, zu wenig gegen die Manipulation von Einträgen zu unternehmen, die sich mit Themen wie dem Nahostkonflikt und dem 7. Oktober befassen

 15.10.2026

Statistik

Zahl antisemitischer Vorfälle in Österreich bleibt auf hohem Niveau

Der Ausnahmezustand sei zum Alltag geworden, beklagt eine Antisemitismus-Meldestelle in Österreich. Im ersten Halbjahr 2026 wurden erneut Hunderte einschlägige Fälle gezählt

 15.10.2026

Berlin

Trotz vieler Hürden: Berliner Parteien sondieren weiter

»Kommunikationsdesaster« oder heilsamer Weckruf? Nach dem Streit um das Vorgehen gegen Antisemitismus sprechen Linke, Grüne und SPD weiter über eine Regierung. Aber es bleibt schwierig

von Andreas Heimann, Torsten Holtz  15.10.2026

Mitglieder der JSUD vor dem Eingang zum Synagogenhof der Jüdischen Gemeinde Halle

Nach Eklat von Halle

Polizei ermittelt gegen jüdische Studenten

Aktivisten der Jüdischen Studierenden Union hatten sich dem rechtsextremen AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider in den Weg gestellt, als dieser an einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des rechtsextremen Anschlags teilnehmen wollte. Das hat ein juristisches Nachspiel

 15.10.2026

Rechtsterrorismus

Zwickau gedenkt NSU-Opfern

Der »Nationalsozialistische Untergrund« ermordete zehn Menschen aus rassistischen und rechtsextremistischen Motiven. Zuletzt lebte die Terrorzelle in Zwickau. Die Stadt gedenkt der Terroropfer

 15.10.2026

Hamburg

Attentate auf Josef Schuster und Volker Beck geplant: Iranische Spione müssen ins Gefängnis

Zwei Männer haben im Auftrag Teherans jüdische und proisraelische Ziele in Deutschland für Anschläge ausgespäht. Das Oberlandesgericht hat sie deshalb nun zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt

von Nils Kottmann  15.10.2026 Aktualisiert

Golf von Oman

US-Militär: Schiff mit Iran-Verbindungen zerstört

Immer wieder greifen der Iran und die USA gegenseitig Handelsschiffe und Tanker an. Was ist nun passiert?

 15.10.2026

Berlin

Linke, Grüne und SPD verhandeln wieder

Das von den Sondierern beschlossene Antisemitismus-Papier soll auch in den Koalitionsvertrag aufgenommen werden

 15.10.2026

Debatte um Erklärung

Hickhack bei Rot-Grün-Rot: Das steht in den Antisemitismus-Papieren

Die Berliner Regierungsbildung stockt, nachdem die Linke im Abgeordnetenhaus ein eigenes Papier zum Kampf gegen Antisemitismus gebilligt hat. Wo sich die zwei Erklärungen unterscheiden

 14.10.2026