Weimar

Rede von Omri Boehm bei Buchenwald-Gedenken abgesagt

Der Philosoph und Autor Omri Boehm Foto: picture alliance / dpa

Kurz vor dem zentralen Gedenken an die Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora am Sonntag ist eine geplante Rede des deutsch-israelischen Philosophen Omri Boehm abgesagt worden. Der Direktor der Stiftung Gedenkstätten, Jens Christian Wagner, teilte am Mittwoch in Weimar mit, »zu seinem großen Bedauern« habe sich wegen der Einladung Boehms ein Konflikt mit Vertretern der israelischen Regierung angebahnt, in den auch die Überlebenden der Lager hineingezogen worden seien. Zuerst hatte »Spiegel-Online« berichtet.

Gemeinsam sei entschieden worden, den geplanten Vortrag des New Yorker Hochschullehrers zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen, sagte Wagner. Er betonte, an der persönlichen und fachlichen Eignung Boehms als Redner im Rahmen des Gedenkens bestehe keinerlei Zweifel.

Lesen Sie auch

Der sich abzeichnende Konflikt sei jedoch geeignet gewesen, die vielfach seelisch verletzten Überlebenden zu instrumentalisieren und noch weiter in diesen Konflikt hineinzuziehen. Es sei das oberste Ziel, eine Gedenkveranstaltung in Erinnerung an die Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora zu gewährleisten, in der die Überlebenden im Mittelpunkt stehen, nicht eine von außen angestoßene Debatte.

Omri Boehm leiste mit seinen international beachteten und mehrfach ausgezeichneten wissenschaftlichen Arbeiten wichtige Impulse in der Erinnerungsarbeit, sagte Wagner. Der Philosoph sei ein wichtiger internationaler Brückenbauer auch im Sinne des Leitspruchs »Geschichte begreifen - für die Zukunft lernen« für die Arbeit in der Stiftung Gedenkstätten. epd 

New York

Epstein-Akten: Falsche Leiche zur Ablenkung der Medien

Der Tod des jüdischen Straftäters ist Gegenstand etlicher Verschwörungserzählungen. In einem Dokument aus den jüngst veröffentlichten Akten wird der Abtransport der Leiche zur Gerichtsmedizin beschrieben

 11.02.2026

Jerusalem

Klöckner rät Israel von Einführung der Todesstrafe ab

Die Bundestagspräsidentin betont vor Journalisten Israels Recht auf Selbstverteidigung gegen den Hamas-Terror. Sie spricht aber auch heikle Themen an

 11.02.2026

Kommentar

 »Nie wieder!« ist eine grenzüberschreitende Daueraufgabe

Die Antisemitismus-Konferenz in St. Gallen macht klar: Judenhass macht vor Grenzen nicht halt und muss entsprechend bekämpft werden

von Jonathan Kreutner  11.02.2026

Washington D.C.

US-Regierung erwägt Beschlagnahmung iranischer Öltanker

Das Vorhaben gilt als Teil einer verschärften Sanktionsstrategie, mit der die Vereinigten Staaten Irans wichtigste Einnahmequelle ins Visier nehmen

 11.02.2026

Übersicht

Von Adel bis Politik: Das »Who is Who?« der Epstein-Akten

Der US-Multimillionär und Pädokriminelle Jeffrey Epstein verkehrte in höchsten Kreisen. Die nun veröffentlichten Akten bringen viele in Bedrängnis - dabei hatte nicht jeder direkt mit Epstein zu tun

 11.02.2026

Diplomatie

Felix Klein soll Botschafterposten bekommen

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung wird nach Informationen von »Table.Briefings« im Sommer die Leitung der Vertretung der Bundesrepublik bei der OECD in Paris übernehmen

 11.02.2026

Meinung

Sprachrohr der Hamas, Maulheldin der Vereinten Nationen

Wieder einmal macht Francesca Albanese mit ungeheuerlichen Äußerungen von sich reden. Doch Europas Politiker bleiben seltsam still

von Michael Thaidigsmann  11.02.2026

Nahost

Netanjahu mit Iran-Agenda in Washington – Gaza bleibt Streitpunkt

Der israelische Ministerpräsident will dem US-Präsidenten darlegen, welche Bedingungen aus seiner Sicht für ein Abkommen unverzichtbar sind, um Sicherheit und Stabilität im Nahen Osten zu gewährleisten.

 11.02.2026

Paris

13-jähriger Jude mit Messer bedroht und beraubt

Die jugendlichen Angreifer beschimpften das Opfer als »schmutziger Jude« und sollen ihm ein Messer an die Kehle gehalten haben

 11.02.2026