Berlin

Proteste gegen »Al-Quds-Marsch«

Alljährlich findet der antiisraelische »Al-Quds-Marsch« in Berlin statt. Foto: dpa

Ein Bündnis mehrerer jüdischer und nichtjüdischer Organisationen hat ein Verbot des für Samstag geplanten antiisraelischen »Al-Quds-Marsches« in Berlin gefordert. Auch der Zentralrat der Juden beteiligt sich an dem Aufruf.

Der Marsch sei volksverhetzend, verbreite Hass und erhebe die Forderung, »Jerusalem dürfe nur den Muslimen gehören«, sagte Maya Zehden von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Berlin und Brandenburg. Lala Süsskind, Vorsitzende des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus, sprach von einem Tag der antisemitischen Hetze »unter den Augen der Berliner Polizei«.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

bündnis Das Bündnis hat für Samstag zu einer Protestkundgebung gegen den zeitgleich stattfindenden Al-Quds-Marsch aufgerufen. Die Veranstaltung auf dem George-Grosz-Platz in Berlin-Charlottenburg steht unter dem Motto »Kein Islamismus und Antisemitismus in Berlin«.

Außerdem ist eine weitere Protestdemonstration unter dem Motto »Gegen jeden Antisemitismus – Solidarität mit Israel« angemeldet. Startpunkt ist die Wilmersdorfer/Ecke Kantstraße.

Zum Al-Quds-Marsch am Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan versammeln sich traditionellerweise Israelgegner und Judenhasser verschiedenster Richtungen. Darunter sind Hamas- und Hisbollah-Sympathisanten, Neonazis sowie Anhänger von Verschwörungstheorien. »Al-Quds« ist die arabische Bezeichnung für Jerusalem. Der »Al-Quds-Tag« wurde 1979 vom iranischen Revolutionsführer Ayatollah Khomeini ausgerufen und dient dazu, den arabischen Anspruch auf ganz Jerusalem zu untermauern.

In dem Aufruf des Bündnisses gegen den »Al-Quds-Marsch« wird auch ein Verbot der gesamten Hisbollah als Terrororganisation gefordert.

In dem Aufruf des Bündnisses gegen den Al-Quds-Marsch wird auch ein Verbot der gesamten Hisbollah als Terrororganisation gefordert, die maßgeblich vom Iran finanziert werde. Bislang hat die EU nur den »militärischen Arm«, nicht aber den »politischen Arm« auf eine Terrorliste gesetzt.

zentralrat Auch der Zentralrat der Juden hat ein Verbot der Schiitenmiliz gefordert. Es sei überfällig, die Hisbollah auch in Deutschland als Terrororganisation einzustufen und zu verbieten. »In den Niederlanden und Großbritannien ist dies bereits geschehen. Vom Iran großzügig finanziert, stellt die Hisbollah in ihrer Gänze eine Bedrohung für die gesamte Welt dar«, sagte Zentralratspräsident Josef Schuster. »Eine Fortsetzung der Unterscheidung zwischen ihren einzelnen Flügeln wäre fahrlässig und sollte daher schnellstens berichtigt werden.«

Es sei unerträglich, dass mitten in Berlin zur Zerstörung Israels aufgerufen werde, sagte Ulrike Becker vom Mideast Freedom Forum Berlin als eine der Organisatoren. Der Al-Quds-Marsch sei »quasi der Lautsprecher der islamistischen Diktatur im Iran auf dem Ku’damm«.

Zum Al-Quds-Marsch sind laut Polizei rund 2000 Teilnehmer angemeldet. Sie soll am Samstagnachmittag vom Adenauerplatz über den Kurfürstendamm und Tauentzienstraße zum Wittenbergplatz führen (Start 14 Uhr). Zur Gegenkundgebung (Start 15.30 Uhr) und der Solidaritätsdemonstration mit Israel (Start 12 Uhr) werden jeweils rund 400 Menschen erwartet.

hisbollah Remko Leemhuis vom American Jewish Committee Berlin nannte es mit Blick auf ein fehlendes Verbot des politischen Arms der Hisbollah unverständlich, »dass gerade die Bundesrepublik 74 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus ein Rückzugsraum für antisemitische Terroristen ist«. Die Hisbollah bedrohe mit ihren knapp 1000 Anhängern das jüdische Leben in Deutschland.

Benjamin Steinitz von der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) verwies darauf, dass in den vergangenen Jahren zum Al-Quds-Marsch regelmäßig Terrorverherrlichung, Antisemitismus und Gewaltandrohung gegenüber Gegendemonstranten gehörten. Jörg Steinert, Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbands Berlin-Brandenburg, wandte sich als Mitorganisator der Proteste an den Berliner Senat mit der Forderung, »sich klar und deutlich von Islamisten abzugrenzen und nicht mit ihnen bei der Extremismusbekämpfung zu kooperieren«.  epd/ja

Krieg

Iran lehnt Waffenstillstand ab mit Israel und den USA ab

Die Hintergründe

 06.04.2026

Krieg

»Oder ihr werdet in der Hölle landen, verrückte Bastarde!«

Der amerikanische Präsident droht Teheran mit wüsten Worten - und spricht ein vermeintlich letztes Ultimatum aus

 06.04.2026

Standpunkt

Die Militäroperation gegen das Mullah-Regime ist eine historische Chance

Ein Gastbeitrag von Roderich Kiesewetter, Bundestagsabgeordneter (CDU) und Mitglied des Auswärtigen Ausschusses

von Roderich Kiesewetter  06.04.2026 Aktualisiert

Extremismus

Die Linke und der Judenhass

Der »taz«-Journalist Nicholas Potter hat ein Buch über die Zusammenhänge zwischen Antisemitismus und Autoritarismus bei Teilen der Linken geschrieben. Ein Auszug

von Nicholas Potter  05.04.2026

Krieg

Trump gibt iranischer Führung Zeit bis Dienstagabend

Der US-Präsident hat der iranischen Führung mit heftigen Angriffen gedroht, sollte sie nicht einlenken

 05.04.2026

Botschafter Ron Prosor: Das Regime in Teheran steht mit dem Rücken zur Wand

Debatte

»Das wäre enorm wichtig, gerade für die vielen Kinder mit muslimischem Migrationshintergrund«

Israels Botschafter Ron Prosor spricht sich für Pflichtbesuche in KZ-Gedenkstätten aus

 05.04.2026

Krieg

Israel meldet Tötung eines weiteren Öl-Kommandeurs im Iran

Nach einem Angriff in Teheran spricht Israels Militär von einem »schweren Schlag gegen die wirtschaftlichen Grundlagen des iranischen Sicherheitsapparats«. Das steckt hinter dem Angriff

 05.04.2026

Krieg

Trump: Wir haben unseren Soldaten gerettet und in Sicherheit gebracht

Rettung wie in einem Hollywood-Film: US-Spezialeinheiten konnten den vermissten Offizier des abgeschossenen Kampfjets geborgen. Der US-Präsident schildert die riskante Mission mit dramatischen Worten

von Lars Nicolaysen  05.04.2026

Krieg

Bericht: USA greifen Suchort von vermisstem US-Soldaten an

Die Suche nach dem vermissten Besatzungsmitglied eines US-Kampfjets läuft auf Hochtouren. Jetzt werden aus dem Iran Luftangriffe in einer Gegend gemeldet, in dem sich der US-Soldat befinden soll

 05.04.2026