Für ihre Verdienste um das liberale Judentum wird Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) mit dem Israel-Jacobson-Preis geehrt. Die Auszeichnung wird von der Union progressiver Juden in Deutschland seit 2001 alle zwei Jahre verliehen. Sie würdigt Persönlichkeiten, die sich um das Judentum in seiner Pluralität verdient gemacht haben.
Prien erhalte die Auszeichnung, »weil sie sich als erste jüdische Bundesministerin der Bundesrepublik sichtbar im Zentrum der Republik positioniert«, sagte die Fernsehmoderatorin Nina Ruge laut ihrem Laudatio-Redemanuskript. Dabei lasse sich Prien aber nicht auf diese Identität reduzieren.
Die Ministerin sagte laut Redemanuskript anlässlich der Verleihung des Preises am Mittwochabend, sie empfinde die Auszeichnung nicht nur als Ehre, sondern vor allem auch als Auftrag. Prien hob etwa die Bedeutung antisemitismuskritischer Bildung hervor. Diese müsse vor allem zeitgemäß sein und dürfe nicht nur über einen Museumsbesuch oder über öffentliche Rituale vermittelt werden - auch um Menschen mit Migrationshintergrund zu erreichen.
Ehrung auch für Einsatz für Vielfalt und Dialog
In der Begründung der Union progressiver Juden zur Preisvergabe hieß es: »Bundesministerin Karin Prien erhält die Auszeichnung in Anerkennung ihrer großen Verdienste für das liberale Judentum, für die Stärkung des jüdischen Lebens in Deutschland in seiner ganzen Vielfalt sowie für ihren persönlichen Einsatz für Begegnung und Dialog zwischen den Religionen und Kulturen.«
Die Union wurde 1997 gegründet. Sie vertritt derzeit 20 liberale jüdische Gemeinden und 5 angeschlossene jüdische Organisationen.