Saudi-Arabien/Israel

Passagierflugzeug auf dem Weg nach Tel Aviv notgelandet: Was bisher bekannt ist

Immer mehr Anzeichen deuten darauf hin, dass die Passagiere des Fluges FZ1073 der Gesellschaft Flydubai am Mittwochmorgen nur knapp einer Katastrophe entgangen sind. Viele Details sind noch unklar oder unbestätigt, doch aus Videos von Passagieren, die in sozialen Medien gepostet wurden, kristallisiert sich immer mehr ein Bild heraus: Der Co-Pilot des Flugzeugs, das sich auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv befand, griff den Piloten mit einem Messer an und stach immer wieder auf diesen ein.

Als dieser Kampf begann, verschafften sich mehrere Personen aus dem Passagierraum Zugang zum Cockpit und überwältigten schließlich den Angreifer. Der angreifende Co-Pilot soll aus dem Oman stammen, der angegriffene Pilot aus den Arabischen Emiraten, neuere Berichte sagen, er sei Inder. Von offizieller Seite bestätigt ist das noch nicht.

Den Berichten zufolge war offenbar auch eine zweite Crew an Bord, wodurch die Maschine letztlich sicher auf dem Flughafen Tabuk landen konnte. Wie sich die Retter genau Zutritt zum Cockpit verschafften, wie sie den Angreifer überwältigten und warum weitere Piloten an Bord waren – all das ist noch unklar.

Mittlerweile soll der Flydubai-Rettungsflug, der Passagiere von Saudi-Arabien zum Ben-Gurion-Flughafen befördert, laut der israelischen Flughafenbehörde gestartet sein. Er wird voraussichtlich in 45 Minuten landen – ein seltener Direktflug von Saudi-Arabien nach Israel. Das meldete die »Times of Israel« vor wenigen Minuten.

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Am Mittwochnachmittag meldete sich auch Israels Premier Benjamin Netanjahu zu Wort. Er beschrieb, wie Passagiere gemeinsam mit Crewmitgliedern ins Cockpit vordrangen und den Angriff des Co-Piloten auf den Piloten und das Flugzeug beenden konnten. Alle Passagiere seien in Sicherheit. Der Angreifer werde derzeit von den saudischen Behörden verhört.

Zuvor hatte Verteidigungsminister Israel Katz mitgeteilt: »Der schwerwiegende Vorfall an Bord des Flydubai-Flugzeugs war ein versuchter dschihadistischer Terroranschlag, der nur dank des Mutes mehrerer israelischer Passagiere vereitelt werden konnte, die in das Cockpit eindrangen, den Terroristen überwältigten und mit ihren eigenen Händen die Kontrolle über das Flugzeug wieder an eine andere, dort anwesende Flugbesatzung übergaben.«

Szenario wie am 11. September verhindert?

Die Boeing 737 hatte im Flug plötzlich ihre Reiseflughöhe von 34.000 Fuß (etwas über 10.000 Meter) verlassen und sackte in weniger als einer Minute auf 17.000 Fuß (ca. 5.000 Meter) ab, während sie stark beschleunigte. Später war das Flugzeug bei gut 21.000 Fuß (6.400 Meter) unterwegs, bevor es erneut absackte. Dies geht laut Medienberichten aus öffentlich zugänglichen Flugdaten hervor.

Verteidigungsminister Israel Katz bezeichnete den Vorfall als »versuchten dschihadistischen Terroranschlag«.

Ein israelischer Regierungsvertreter soll dem Fernsehsender Channel 12 gesagt haben, dass ein Szenario wie am 11. September 2001 in den USA verhindert worden sei. Ob damit lediglich die Entführung gemeint war, oder auch der Plan, die Maschine in ein Gebäude stürzen zu lassen, ist unklar. Wie die »Times of Israel« meldet, sind mittlerweile Mossad, Shin Bet, IDF und das Transportministerium eingebunden.

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Amir Hayek, der israelische Botschafter in den Emiraten, verwies in einem X-Post darauf, dass FlyDubai und Etihad, die beiden einzigen Fluggeselleschaften gewesen seien, die während der jüngsten Kriege durchgängig nach Israel geflogen seien. »Die VAE und die Airline verdienen es, dass wir jegliche Spekulation beiseite lassen und sie gründlich untersuchen lassen, was tatsächlich passiert ist.«

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Tatsächlich erinnert das Vorgehen der Passagiere an den United-Airlines-Flug 93, der am 11. September 2001 entführt wurde und mutmaßlich in ein Regierungsgebäude in Washington hätte fliegen sollen. Nachdem die Passagiere von den Entführungen der anderen Flugzeuge und deren Angriffen auf das World Trade Center erfahren hatten, versuchten sie, die Maschine den Entführern wieder zu entreißen. Letztlich scheiterten sie damit, das Flugzeug wurde von den Entführern auf einem Feld in der Nähe von Shanksville, Pennsylvania, zum Absturz gebracht, alle Insassen starben.

Die beiden Piloten sollen sich in einem saudischen Krankenhaus befinden. Eine weitere Flydubai-Maschine, die ebenfalls von Dubai nach Tel Aviv fliegen sollte, kehrte offenbar wieder zu ihrem Startflughafen zurück.

Auf Bildern ist zu sehen, dass die in Saudi-Arabien notgelandete Maschine am Seitenruder beschädigt war – möglicherweise von dem rapiden Sinkflug. So sei das Flugzeug in weniger als einer halben Minute über 4.000 Meter hinabgestürzt.

Grafik-Karte Nr. 111399, Querformat 90 x 60 mm, »Flugroute von FlyDubai FZ1073« Grafik/Redaktion: A. BrühlFoto: (c) dpa-infografik GmbH

Nach Angaben des i24NEWS-Korrespondenten Ariel Oseran war zunächst noch zwischen Israel, Saudi-Arabien und FlyDubai verhandelt worden, wie die in Saudi-Arabien gestrandeten Passagiere nach Israel gelangen können. Israel wollte die Passagiere eigentlich lieber selbst mit Airforce-Transportmaschinen ausfliegen. Dazu braucht es jedoch eine Genehmigung der saudischen Behörden, die bekanntlich keine offiziellen Beziehungen zu Israel pflegen.

Zudem will El Al Berichten zufolge Zusatzflüge einsetzen, um israelischen Passagieren zu ermöglichen, beispielsweise aus Thailand ohne Zwischenstopp in Dubai nach Israel zurückzukehren. ja

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