Immer mehr Anzeichen deuten darauf hin, dass die Passagiere des Fluges FZ1073 der Gesellschaft Flydubai am Mittwochmorgen nur knapp einer Katastrophe entgangen sind. Viele Details sind noch unklar oder unbestätigt, doch aus Videos von Passagieren, die in sozialen Medien gepostet wurden, kristallisiert sich immer mehr ein Bild heraus: Der Co-Pilot des Flugzeugs, das sich auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv befand, griff den Piloten mit einem Messer an und stach immer wieder auf diesen ein. Als dieser Kampf begann, verschafften sich mehrere Personen aus dem Passagierraum Zugang zum Cockpit und überwältigten schließlich den Angreifer.
Den Berichten zufolge war offenbar auch eine zweite Crew an Bord, wodurch die Maschine letztlich sicher auf dem Flughafen Tabuk landen konnte. Wie sich die Retter genau Zutritt zum Cockpit verschafften, wie sie den Angreifer überwältigten und warum weitere Piloten an Bord waren – all das ist noch unklar.
Die Boeing 737 hatte im Flug plötzlich ihre Reiseflughöhe von 34.000 Fuß verlassen und sackte in weniger als einer Minute auf 17.00 Fuß ab, während sie stark beschleunigte. Später war das Flugzeug bei gut 21,000 Fuß unterwegs, bevor es erneut absackte. Dies geht laut Medienberichten aus öffentlich zugänglichen Flugdaten hervor und könnte für die Möglichkeit eines Selbstmordversuchs eines der Piloten sprechen.
Beispiele für durch Piloten-Suizide herbeigeführte Abstürze sind Egypt Air-Flug 990, der am 31. Oktober 1999 in den Atlantik stürzte, und German Wings-Flug 9525. In letzterem Fall verursachte der Co-Pilot am 24. März 2015 eine Kollision mit einem Berg in den französischen Alpen. In beiden Fällen kamen alle Passagiere um.
Ein israelischer Regierungsvertreter soll aber mittlerweile dem Fernsehsender Channel 12 gesagt haben, dass ein Szenario wie am 11. September verhindert worden sei. Ob damit lediglich die Entführung gemeint war, oder auch der Plan, die Maschine in ein Gebäude stürzen zu lassen, ist unklar.
Tatsächlich erinnert das Vorgehen der Passagiere an den United-Airlines-Flug 93, der am 11. September 2001 entführt wurde und mutmaßlich in ein Regierungsgebäude in Washington hätte fliegen sollen. Nachdem die Passagiere von den Entführungen der anderen Flugzeuge und deren Angriffen auf das World Trade Center erfahren hatten, versuchten sie, die Maschine »ihren« Entführern wieder zu entreißen. Letztlich scheiterten sie damit, das Flugzeug wurde von den Entführern auf einem Feld in der Nähe von Shanksville, Pennsylvania, zum Absturz gebracht, alle Insassen starben.
Die beiden Piloten sollen sich mittlerweile in einem saudischen Krankenhaus befinden. Eine weitere flydubai-Maschine, die ebenfalls von Dubai nach Tel Aviv fliegen sollte, kehrte offenbar wieder zu ihrem Startflughafen zurück. ja