NS-Zeit

»Opa war kein Nazi«

Passanten vor einem jüdischen Geschäft, dessen Schaufensterscheiben in der Pogromnacht am 9. November 1938 zerstört wurden. Foto: Verfügbar für Kunden mit Rechnungsadresse in Deutschland und Österreich. !

Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat Unternehmen und Familien ermutigt, die eigene Geschichte in der NS-Zeit aufzuarbeiten. Zwar werde der zeitliche Abstand immer größer, doch das könne auch zu einer größeren Unvoreingenommenheit führen, sagte Klein der »Hannoverschen Allgemeinen Zeitung« (Dienstag) mit Blick auf den Holocaust-Gedenktag (27. Januar): »Die Rolle der eigenen Urgroßeltern kann man oft leichter kritisch hinterfragen als die der eigenen Eltern.«

Etwa ein Drittel der Deutschen sei überzeugt, dass ihre Familienangehörigen Verfolgte des NS-Regimes oder im Widerstand waren, sagte Klein. »Das ist menschlich verständlich, aber historisch eindeutig falsch.« In vielen Familien sei die Rolle der Großeltern mit einem Tabu belegt. Es heiße einfach »Opa war kein Nazi«. Oft lohne es sich aber, nach Spuren zu suchen, auch wenn es schmerzhaft sein könne.

So hätten Tausende von Deutschen von der Enteignung jüdischer Deportierter profitiert. Manchmal ließen sich noch Fotos oder Dokumente darüber finden, wann eine Wohnung bezogen wurde oder Möbel billig angeschafft worden seien. »Bei der Aufarbeitung von Familiengeschichten gibt es noch viel zu tun«, sagte Klein.

Die gegenwärtigen Prozesse gegen hochbetagte Täterinnen und Täter aus der NS-Zeit findet Klein wichtig. »Für die letzten Überlebenden und ihre Angehörigen hat es große Bedeutung, dass vor deutschen Gerichten noch einmal festgestellt wird, was Recht und Unrecht war.« epd

Berlin

Diskriminierung wegen falscher Hummus-Aussprache?

Im Ortsteil Prenzlauer Berg soll ein arabisches Restaurant einen israelischen Gast wegen der vermeintlich falschen Aussprache des Kichererbsengerichts nicht bedient haben. Das Lokal widerspricht dem Vorwurf

 20.08.2026

USA

Amerikas nächster Präsident?

Rahm Emanuel gilt als Hoffnungsträger der Demokraten und steht für einen Kurs der Mitte – sowohl in innenpolitischen Fragen als auch im Verhältnis zu Israel. Eine Annäherung

von Joshua Schultheis  20.08.2026

München

Knobloch in Zeiten von Judenhass: »Ich habe mich getäuscht«

Die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden spricht offen über ihre Enttäuschung: Warum die Reaktion auf das Hamas-Massaker ihr nicht genügt und der Judenhass sie tief erschüttert

 20.08.2026

Florida

Nach antisemitischen Angriffen: »Hebräischer Hammer« gewinnt Vorwahl

Der jüdische Abgeordnete Randy Fine, ein republikanischer Israel-Unterstützer, setzt sich gegen den Antisemiten Dan Bilzerian durch

 20.08.2026

Berlin

Medienbericht: Andreas Franck will nicht Antisemitismusbeauftragter werden

Das Bundesinnenministerium wollte die Absage Francks auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren

 20.08.2026

Mar del Plata

Argentinien entlässt Bundesrichter wegen antisemitischer Äußerungen

Der Justizrat sieht einen schweren Verstoß gegen die für Richter geltenden Anforderungen an Anstand und Unparteilichkeit

 20.08.2026

München

Brandanschlag auf jüdisches Gemeindezentrum: Hinweise auf deutschen Täter verdichten sich

56 Jahre nach dem tödlichen Anschlag in der Reichenbachstraße 27 legen die Ermittler einen neuen Erkenntnisstand vor

 20.08.2026

Berlin

Umfrage: Mehrheit lehnt AfD-geführte Regierung im Osten ab

Die zumindest in Teilen rechtsextremistische Partei kann bei den Landtagswahlen im Osten mit hohen Stimmanteilen rechnen. Die Möglichkeit, dass sie im Anschluss einen Ministerpräsidenten stellen könnte, stößt überwiegend auf Ablehnung

 20.08.2026

Washington D.C./Teheran

Trump droht Iran mit »Wirtschaftskrieg«

Ob auf militärischer oder diplomatischer Ebene: Sichtbare Erfolge seines Kriegs gegen den Iran bleibt der amerikanische Präsident schuldig. Nun verschärft er die Rhetorik. Iranische Medien zeigen sich unbeeindruckt

 20.08.2026