Jamel

Nichts anderes als Terror

Andrea Röpke Foto: imago

Jamel

Nichts anderes als Terror

Andrea Röpke über den Mut des Ehepaars Lohmeyer

von Andrea Röpke  17.08.2015 18:37 Uhr

Was ist, wenn Birgit und Horst Lohmeyer aufgeben? Wenn sie keine Kraft mehr finden oder auch einfach keine Lust mehr haben, gegen alle Widerstände in ihrem »Forsthaus« in Jamel weiterzuleben? Wenn sie die ständigen Anfeindungen ihrer Nachbarn satt haben und einfach nur – wie der Großteil der deutschen Bevölkerung – »ihre Ruhe« wollen?

Dann würde es nicht lange dauern, und einer wie der Jameler Oberneonazi Sven Krüger würde für öffentliche Ämter kandidieren – womöglich von der Öffentlichkeit unbeachtet – und Vorträge halten, wie man erfolgreich »nationale Heimatbasen« errichtet.

Gesicht zeigen Bisher scheiterte Krügers Neonaziprojekt Jamel am Mut und der Hartnäckigkeit weniger. Menschen wie die Lohmeyers strahlen in die Region aus, sie halten Kontakt zu Antifaschisten, motivieren Polizisten und Politiker.

Das 2004 aus Hamburg zugezogene Künstlerpaar zeigt Gesicht und zahlt einen hohen Preis dafür. Sie hatten sogar den Mut, Journalisten zu schützen, indem sie ihnen ihre Scheune als Beobachtungsposten anboten, von wo aus sie die braune Erlebniswelt dokumentieren konnten.

In Jamel gründeten bereits 2003 rund 20 Neonazis um Sven Krüger eine Wehrsportgruppe mit Übungshandgranaten. 2011 fand die Polizei bei dem Abrissunternehmer, dessen Firmenlogo ein zertrümmerter Davidstern ist, eine Maschinenpistole mit insgesamt 200 Schuss Munition. Vor Krügers Hochzeit mitten auf dem Dorfplatz in Jamel wurde eine Armbrust sichergestellt. Zur vermutlich geplanten Zielscheibe gehörte ein Foto der damaligen Zentralratspräsidentin Charlotte Knobloch. Neonazis, die Waffen horten, sind auch bereit, sie zu benutzen.

Der jüngste Brandanschlag zeigt, dass derzeit ein neuer brauner Untergrund entsteht. Statistisch gesehen finden jeden Tag mindestens zwei Gewalttaten von rechts statt. »Nennt sie endlich Terroristen!« forderte der Kolumnist Sascha Lobo angesichts des um sich greifenden rechten Terrors. Dem lässt sich nur beherzt zustimmen.

Grüne

Banaszak: Rot-Grün-Rot braucht klare Absprachen vor Start

Grünen-Chef Felix Banaszak sieht Risiken für das geplante Bündnis aus Linken, Grünen und SPD in Berlin. Er warnt vor ungelösten Problemen

 18.10.2026

Jan-Philipp Hein

Flugabwehr bei VW? Aber ja!

Volkswagen, Rafael und die deutsch-israelische Rüstungskooperation

von Jan-Philipp Hein  18.10.2026

JU-Deutschlandtag

Söder fordert Brandmauer nach links

Der Begriff Brandmauer wurde in der Union bisher vor allem für die Abgrenzung nach rechts verwendet. CSU-Chef meint, sie sollte jetzt eher an anderer Stelle eingezogen werden

 18.10.2026

IWF-Tagung

KfW-Chef: »Demokratie ist ein harter Standortfaktor«

Auch aus der Finanzwelt kommen nach den Wahlerfolgen der AfD für Deutschland ungewohnte Fragen: Ist der Standort noch so verlässlich wie bekannt? Für Investitionsentscheidungen kann das wichtig sein

 18.10.2026

Iran-Krieg

Irans Parlament stimmt für neuen Verteidigungsminister

Das Verteidigungsministerium im Iran wurde mehr als ein halbes Jahr kommissarisch geleitet. Nun übernimmt ein erfahrener Funktionär aus der Rüstungsbranche das Amt

 18.10.2026

Leitantrag für Parteitag

CSU-Parteitag: Klare Kante gegen AfD und Linkspartei

Kommende Woche steht bei der CSU ein großer Parteitag an. Als Gast wird Kanzler Merz erwartet. Inhaltlich setzt die Partei auf neue Geschlossenheit durch die Benennung klarer Feindbilder

 18.10.2026

Offenburg

Özdemir zu Berliner Linken: Mit so jemandem nicht koalieren

Cem Özdemir lehnt eine Zusammenarbeit der Grünen mit der Linken in Berlin ab. Zwar verweist er auf gute Erfahrungen mit der Partei in anderen Ländern, in Berlin sieht er die Lage anders

 18.10.2026

Regierungsbildung

Rot-Grün-Rot in Berlin rückt näher - Kritik der CDU

Linke, Grüne und SPD wollen in Berlin Koalitionsverhandlungen aufnehmen. Die Sondierungsgespräche waren von Antisemitismus-Vorwürfen gegen die Linke überschattet. Kritik kommt nun von der CDU

 18.10.2026

Auftritt vor Parteinachwuchs

NRW-Minister: Linke muss »Judenhasser und Clan-Freunde« ausschließen

Nach einer Warnung des Kanzlers von Friedrich Merz vor einer Zusammenarbeit mit der Linken in Berlin legt NRW-Minister Nathanael Liminski nach. Er wählt drastische Worte

 18.10.2026