Celle

»Nicht tragbar«

Jens-Christian Wagner, Leiter der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora Foto: dpa

Der Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, Jens-Christian Wagner, hat vor einem Einzug der AfD in den Stiftungsrat gewarnt. »Mit dem Unwillen, sich deutlich gegen rechtsextreme Bestrebungen innerhalb der eigenen Partei zu wenden, ist die AfD im Stiftungsrat nach meiner Überzeugung nicht tragbar«, sagte Wagner am Montag in Celle. Die Stiftung hat den Auftrag, die Opfer der NS-Verbrechen zu würdigen und eine kritische Auseinandersetzung mit den Ursachen und Folgen dieser Verbrechen zu fördern. Sie ist unter anderem Trägerin der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen bei Celle.

Nach der bisher geltenden Gesetzeslage hat jede Fraktion des niedersächsischen Landtags das Recht, ein Mitglied in den Stiftungsrat zu entsenden – auch die AfD. Nach Protesten von KZ-Überlebenden wollen CDU, SPD, Grüne und FDP jedoch das Gedenkstätten-Gesetz ändern, um eine Beteiligung der rechtspopulistischen Partei zu verhindern.

parlament Über ihren interfraktionellen Antrag soll am Dienstag im Parlament beraten werden. Die AfD-Fraktion im Landtag hatte gegen das geplante Gesetz protestiert. Sie sieht darin einen Verstoß gegen die Gleichbehandlung und gegen rechtsstaatlichen Prinzipien.

Wagner betonte dagegen, in den Reihen der Partei würden revisionistische, rassistische, antisemitische und den Holocaust verharmlosende oder gar leugnende Positionen mindestens geduldet. Er nannte eine ganze Liste von Äußerungen der AfD in Niedersachsen, die dem Stiftungszweck zuwiderliefen: »Von einem Stiftungsratsmitglied muss erwartet werden, dass es den gesetzlich definierten Stiftungszweck unterstützt und sich deshalb öffentlich von solchen Positionen distanziert und sie innerhalb seiner Partei bekämpft.«

Wer allerdings den deutschen »Schuldkult« beklage oder eine »erinnerungspolitische Wende um 180 Grad« fordere, habe in den Gremien der Stiftung nichts verloren. »Eine Mitgliedschaft der AfD im Stiftungsrat beschädigt den Ruf der Stiftung«, sagte Wagner. Die Sorgen der Holocaust-Überlebenden gingen so weit, dass sie teilweise eine weitere Mitarbeit in den Gremien der Stiftung infrage stellten, wenn die AfD einen Sitz im Stiftungsrat erhalte. Auch renommierte Wissenschaftler hätten sich ablehnend geäußert. »Diese Sorgen müssen wir sehr ernst nehmen.« epd

Teheran

Trotz Angriffen: Iran mobilisiert zu Al‑Kuds‑Protesten

Zum Ende des Fastenmonats Ramadan findet im Iran immer eine staatlich-inszenierte Großdemonstration gegen Israel statt. Die Führung rief die Bevölkerung auf, es dem »Feind« zu zeigen

 13.03.2026

Andenes

Kanzler Merz sieht keinen Anlass für Militäreinsatz in Straße von Hormus

Der französische Präsident treibt die Idee eines Militäreinsatzes zum Schutz von Öltankern und Handelsschiffen in der Straße von Hormus voran. Kanzler Merz ist da deutlich zurückhaltender

 13.03.2026

Washington D.C.

»Schaut mal, was heute mit diesen geistesgestörten Drecksäcken passiert«

»Wir verfügen über beispiellose Feuerkraft, unbegrenzte Munition und viel Zeit«, schreibt der amerikanische Präsident auf seiner Plattform Truth Social

 13.03.2026

Maskat

Bericht: Tote und Verletzte durch Drohne im Oman

Woher die Drohnen kamen, war zunächst nicht bekannt. Trotz Vermittlungsbemühungen wurde der Oman mehrfach zum Ziel iranischer Angriffe

 13.03.2026

Meinung

Iran: Der Verrat des Westens

Die Islamische Republik ist angeschlagen, doch ihre Unterstützer im Westen sind nach wie vor aktiv

von Jacques Abramowicz  13.03.2026

Paris

Nationaler Widerstandsrat will Übergangsregierung im Iran stellen

Die Gruppe exilierter Iraner will nach dem Sturz der Mullahs innerhalb von sechs Monaten Wahlen durchführen. Der Widerstandsrat ist jedoch höchst umstritten

 13.03.2026

Nahost

US-Tankflugzeug bei Einsatz im Irak abgestürzt

Vier der fünf Crew-Mitglieder starben

 13.03.2026

Incirlik

Iranische Rakete auf NATO-Stützpunkt in der Türkei abgefeuert

Als Reaktion auf die wachsende Bedrohung verstärkt die Allianz ihre Luftverteidigung in der Region. Ankara droht derweil dem Regime in Teheran

 13.03.2026

Analyse

Der strategische Fehler Teherans – und die Chance auf eine neue Ordnung im Nahen Osten

Wie der Krieg gegen das iranische Regime die Machtverhältnisse der Region dauerhaft verändern könnte

von Sacha Stawski  13.03.2026