Tunesien

NGO fordert Entlassung von Francesca Albaneses Ehemann

Francesca Albanese ist UN-Sonderberichterstatterin über die Lage der Menschenrechte in den besetzten palästinensischen Gebieten Foto: picture alliance/KEYSTONE

Die Nichtregierungsorganisation UN Watch hat den Präsidenten der Weltbank, Ajay Banga, dazu aufgefordert, den leitenden Ökonomen Massimiliano Calì zu entlassen. Die NGO wirft Calì vor, über Jahre hinweg öffentlich antisemitische und jihadistische Inhalte verbreitet zu haben und damit gegen die Neutralitätsrichtlinien der Weltbank zu verstoßen. Seine Äußerungen würden nicht nur die Glaubwürdigkeit der Institution untergraben, sondern auch erhebliche Reputationsrisiken darstellen.

Calì ist mit Francesca Albanese, der umstrittenen UN-Sonderberichterstatterin für Palästina, verheiratet und arbeitet bei der Weltbank-Niederlassung in Tunesien. Seine Frau wurde kürzlich mit US-Sanktionen belegt und darf nicht mehr in die Vereinigten Staaten einreisen – unter anderem wegen israelfeindlicher Aussagen sowie ihrer wirtschaftlichen Kampagne gegen den jüdischen Staat und amerikanische Unternehmen. Laut UN Watch ist Calì ein aktiver Unterstützer dieser extremistischen Positionen.

In zahlreichen Facebook-Beiträgen, die von UN Watch dokumentiert wurden, verharmloste Calì palästinensische Selbstmordattentäter, indem er sie als »Kinder im Freiluftgefängnis Gaza« bezeichnete. Er rechtfertigte palästinensische Anschläge, behauptete, Israel erfinde »phantomhafte« Messerattacken, um Gewalt zu rechtfertigen, und verglich Israelis mit Nazis.

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Form der Holocaust-Inversion

In einem Beitrag setzte er das Leid eines jüdischen Kindes im Warschauer Ghetto mit dem Bild eines palästinensischen Jungen mit Spielzeuggewehr gleich – eine Form der Holocaust-Inversion, die international als antisemitisch gilt.

Zudem unterstützte Calì öffentlich einen Aufruf zur strafrechtlichen Verfolgung des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu vor dem Internationalen Strafgerichtshof und bewarb einen UN-Bericht seiner Ehefrau, der Israel des Völkermords beschuldigt – ohne dabei die Massaker der Hamas vom 7. Oktober zu erwähnen.

UN Watch betont, dass Calìs Verhalten gegen die internen Vorschriften der Weltbank verstoße, die Mitarbeiter zu verantwortungsbewusstem Verhalten in öffentlichen Äußerungen verpflichteten. Die Organisation fordert eine umfassende Aufklärung darüber, wie Calìs Aktivitäten über ein Jahrzehnt hinweg geduldet werden konnten.

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»Terrorverherrlichende Rhetorik«

»Massimiliano Calìs langjährige antisemitische, anti-amerikanische und terrorverherrlichende Rhetorik macht die Prinzipien der Weltbank zur Farce«, erklärte UN Watch-Direktor Hillel Neuer. »Einen Apologeten des Terrorismus in den eigenen Reihen zu dulden, beschädigt die Integrität der Institution.«

UN Watch fordert neben der Entlassung Calìs auch eine Untersuchung der Verantwortlichen in der Weltbank-Niederlassung in Tunesien, insbesondere des Landesmanagers Alexandre Arrobbio. Angesichts der US-Finanzierung von Projekten in Höhe von 500 Millionen Dollar in Tunesien müsse sichergestellt werden, dass die dortige Leitung zur Rechenschaft gezogen werde

Öffentliche Reaktionen zu der UN-Watch-Forderung gibt es bisher weder von Massimiliano Calì noch Francesca Albanese. im

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