USA

New York plant Protestverbote vor Synagogen

New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul hält am Dienstag in Albany (Bundesstaat New York) ihre Rede zur Lage des Staates. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Angesichts zunehmender israelfeindlicher und antisemitischer Demonstrationen vor Synagogen treibt die Regierung des US-Bundesstaates New York ein Gesetz voran, das Proteste in unmittelbarer Nähe von Gotteshäusern untersagen soll. Wie die Jewish Telegraphic Agency (JTA) berichtet, kündigte Gouverneurin Kathy Hochul in ihrer Rede zur Lage des Staates eine Regelung an, die einen Schutzbereich von rund 7,5 Metern um religiöse Einrichtungen vorsieht.

Hintergrund sind Proteste gegen israelische Immobilienveranstaltungen und Grundstücksverkäufe, die in Synagogen stattfanden. Nach Ansicht der Gouverneurin überschreiten solche Demonstrationen eine Grenze – insbesondere dann, wenn sie gezielt jüdische Gemeinden ins Visier nehmen.

»Ich werde jederzeit das Recht auf Protest respektieren – aber nicht innerhalb von 25 Fuß der Grundstücksgrenze von Gotteshäusern«, sagte Hochul in ihrer Rede. Ziel sei es, jüdische wie muslimische Einrichtungen besser vor Anfeindungen zu schützen. Dabei verwies sie ausdrücklich auf antisemitische und Pro-Hamas-Parolen, die in der vergangenen Woche vor einer Synagoge im New Yorker Stadtteil Queens gerufen worden seien.

Parteiübergreifende Zustimmung

»Eine jüdische Gemeinschaft auf diese Weise ins Visier zu nehmen, ist antisemitisch, und genau deshalb schlage ich ein Verbot dieser Proteste vor«, erklärte die Gouverneurin laut JTA.

Lesen Sie auch

In New York stößt der Vorstoß parteiübergreifend auf Zustimmung. Bereits im Dezember hatten die demokratischen Abgeordneten Micah Lasher und Sam Sutton einen Gesetzentwurf eingebracht, der Schutzzonen um Gotteshäuser vorsieht. Bürgermeister Zohran Mamdani ordnete zudem an, Demonstrationen vor religiösen Einrichtungen künftig strenger zu regulieren.

Mark Treyger, Geschäftsführer des Jewish Community Relations Council of New York, begrüßte Hochuls Initiative ausdrücklich und erklärte, er unterstütze das Vorhaben »nachdrücklich«.

Konfliktträchtige Umsetzung

Aus Sicht vieler Befürworter geht es nicht um die Einschränkung politischer Meinungsäußerung, sondern um den Schutz religiösen Lebens. Dennoch ist absehbar, dass der Weg zur Umsetzung konfliktträchtig wird. Im Parlament von New York beginnen nun monatelange Verhandlungen, bei denen insbesondere die Frage der Meinungsfreiheit im Mittelpunkt stehen dürfte.

»Es könnte sehr kontrovers werden, sobald sich säkulare und religiöse Organisationen in voller Breite zu Wort melden«, sagte Phylisa Wisdom von der liberalen Gruppe New York Jewish Agenda. »Wir stehen am Beginn dieser Debatte.«

Die Diskussion ist nicht auf New York beschränkt. In Kanada wird derzeit mit dem sogenannten Bill C-9 ein Gesetz beraten, das Einschüchterung und Blockaden vor religiösen Einrichtungen unter Strafe stellen soll. im

Terror

Berlin am Tag zwei nach dem CSD-Anschlag

Nach dem CSD-Anschlag: Kanzler Merz kündigt Konsequenzen an, Herkunft des Todesopfers bekannt, verletzten Opfern geht es besser

 27.07.2026

Berlin

Neuköllns Integrationsbeauftragte: Härter gegen Islamismus vorgehen

Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag am Rande des CSD in Berlin erklärt Güner Yasemin Balci, dass es in ihrem Bezirk sowohl mit Homophobie als auch mit Islamismus ein massives Problem gebe

 27.07.2026

New York

Angehörige von Opfern des 11. September wollen Mamdani von Gedenkfeier ausschließen

Die Betroffenen werfen dem Politiker vor, sich in der Vergangenheit nicht ausreichend von Terrorismus distanziert zu haben

 27.07.2026

Teheran

Chamenei bekräftigt Unterstützung für Hisbollah

Es gebe »keinen anderen Weg als Dschihad und Widerstand« gegen Israel, sagt der Oberste Führer

 27.07.2026

Toronto

Schüsse auf jüdische Bäckerei – Polizei ermittelt wegen möglicher Hasskriminalität

Innerhalb von 20 Minuten werden in der kanadischen Metropole zwei Anschläge auf die Bäckereikette Kiva’s Bagel verübt

 27.07.2026

Jerusalem

Netanjahu wirft Mamdani Hetze gegen Juden vor

Die Äußerungen des New Yorker Bürgermeisters über Israel schürten Hass, spalteten die Stadt spalten und trügen dazu bei, dass sich viele jüdische Einwohner nicht mehr sicher fühlten

 27.07.2026

Berlin

Felix Klein: »Brandmauer muss aufrechterhalten werden«

Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung wendet sich gegen eine Öffnung der CDU zur AfD. Zur Begründung nennt er das AfD-Wahlprogramm in Sachsen-Anhalt

 27.07.2026

Seattle

Drei Tote und mehrere Verletzte bei Schießerei auf Foodfestival

Unter den Verletzten ist ein zweijähriges Kind. Bürgermeisterin Katie Wilson: »Betroffene Familien erleben den schlimmsten Moment ihres Lebens.«

 27.07.2026

Nahost

USA setzen Angriffe auf Iran vorerst aus – Raum für neue Verhandlungen

Der amerikanische UN-Botschafter Mike Waltz sagt, Washington schließe eine erneute militärische Eskalation keineswegs aus

 27.07.2026