Erinnerungskultur

Neues Büro vermittelt Holocaust-Überlebende an Schulen

Gideon Taylor ist Präsident der Jewish Claims Conference. Foto: picture alliance / Flashpic

Eine neu gegründete Anlaufstelle der Claims Conference vermittelt Holocaust-Überlebende an interessierte Schulen und andere Bildungseinrichtungen. Die Überlebenden hätten nach wie vor das große Bedürfnis, ihre erschütternden Geschichten mitzuteilen, und auch die Schulen hätten weiterhin Interesse an Zeitzeugenberichten, erklärte der Präsident der Claims Conference, Gideon Taylor, zum Start des »Survivor Speakers Bureau« am Donnerstag. Das Büro vermittelt Zeitzeugen den Angaben zufolge sowohl für Vor-Ort- als auch für digitale Veranstaltungen.

Es gebe viele Schulen in Ländern, die keinen Zugang zu Zeitzeugen hätten, hieß es. Virtuelle Treffen könnten Zeitzeugenberichte auch für Schulen möglich machen, die vielleicht noch nie die Gelegenheit hatten, Überlebende ihre Geschichte erzählen zu hören. Über die Internetseite www.claimscon.org/Speakers sollen fortan Anfragen für Zeitzeugen gestellt werden können. Mehr als 250 Überlebende haben sich den Angaben zufolge bereit erklärt, mitzumachen.

Die Conference on Jewish Material Claims Against Germany (Claims Conference) vertritt die Entschädigungsansprüche von Holocaust-Überlebenden gegenüber Deutschland und setzt sich dafür ein, dass die Verbrechen und Opfer des Nationalsozialismus nicht in Vergessenheit geraten. 2023 stellte die Bundesregierung der Organisation erstmals auch finanzielle Mittel für die Holocaust-Vermittlung zur Verfügung. In diesem Jahr sind es nach Angaben der Claims Conference 30 Millionen Euro. epd

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