Magdeburg

Neue Meldestelle zu Antisemitismus in Sachsen-Anhalt

Blick auf Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg (Symbolfoto) Foto: imago images/ecomedia/robert fishman

Eine neue Meldestelle zu Antisemitismus in Sachsen-Anhalt nimmt ihre Arbeit auf. Träger ist der gemeinnützige Verein Ofek (hebräisch: Horizont), der solche Einrichtungen unter anderem auch in Baden-Württemberg, Berlin, Hessen und Sachsen unterhält, wie Sachsen-Anhalts Staatskanzlei am Freitag in Magdeburg mitteilte.

Nach deren Angaben ist die Meldestelle ein vorrangiges Ziel im »Landesprogramm für jüdisches Leben in Sachsen-Anhalt und gegen Antisemitismus« und wird deshalb vom Land gefördert. Sie solle antisemitische Vorfällen mit und ohne Straftatbestand dokumentieren und analysieren. Dies solle in einer Weise geschehen, »dass die Schwelle für Meldungen möglichst niedrig gehalten wird und die Erfahrungen der Betroffenen im Fokus stehen«.

Betroffene und ihr Umfeld sowie Zeuginnen und Zeugen können Meldungen etwa auf Deutsch, Englisch und Russisch mit Hilfe eines Online-Formulars des Bundesverbands der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (Rias) vornehmen oder sich bei der Meldestelle persönlich melden.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) erklärte, für einen effektiven Kampf gegen Antisemitismus sei es wichtig zu wissen, »wo und wie sich dieser zeigt und wer antisemitische Handlungen begeht«. Weiterhin könnten die Betroffenen über die Meldestelle schnell an Unterstützungsstrukturen vermittelt werden, »um nicht mit dem Erlebten allein gelassen zu werden«. kna

Shelly Meyer

Kommentar

Wer tatsächlich vom »Judenfetisch« profitiert

150 Juden in Berlin haben mit einem Offenen Brief die Linkspartei unterstützt - das sind etwa 0,4 Prozent der Berliner jüdischen Stimmen. Doch sie könnten für die breite Öffentlichkeit kaum wertvoller sein

von Shelly Meyer  04.10.2026

Kommentar

Fair Play – es sei denn, es geht um Israel

Irlands Nationalspieler verweigern Israelis den Handschlag, diskutieren darüber, ob sie überhaupt gegen sie antreten wollen – und die UEFA schweigt. So funktioniert die schleichende Etablierung von Antisemitismus als Akt des vermeintlichen humanitären Widerstandes

von Dorothea Schupelius  02.10.2026

Schweiz

Ein Importverbot von koscherem Fleisch gefährdet jüdisches Leben

Ein Kommentar von Jonathan Kreutner, Generalsekretär des jüdischen Dachverbands SIG

von Jonathan Kreutner  02.10.2026

Madrid

Kritik an Zara wegen Halloween-Kostüm mit Ähnlichkeit zu KZ-Kleidung

Die Hintergründe

 02.10.2026

Sacramento

Kalifornien führt »jüdisch« als ethnische Kategorie ein

Gouverneur Gavin Newsom unterschrieb mehrere Gesetze, die für Juden in dem Bundesstaat relevant sind

 02.10.2026

Essay

Die Demokratie gegen ihre Abschaffung verteidigen

Warum die AfD als Partei verboten werden müsste – und weshalb das eben nicht undemokratisch ist

von Stephan Lehnstaedt  02.10.2026

Delft/Niederlande

Publikum beschimpft Angehörige eines Hamas-Opfers bei »NAZA«-Vorführung

Sabine Tassa, deren Ehemann und Sohn am 7. Oktober 2023 ermordet wurden, kritisiert die Doku. Das Publikum will nichts davon hören

 02.10.2026

Jerusalem

Herzog über mögliche Linken-Regierung in Berlin: »Das ist äußerst verstörend«

Im ausführlichen Interview mit der WELT spricht der israelische Präsident auch über den »Fly Dubai«-Angriff, den Iran und das britische Embargo gegen sein Land

 02.10.2026

Genf

Sharabi fordert UN-Menschenrechtsrat zur Anerkennung von Geiselmisshandlungen als Folter auf

»Mein Name ist Eli Sharabi. Ich bin ein Überlebender von Folter«, so der ehemalige Verschleppte vor dem Gremium

 02.10.2026