Appell

Nein zu »Palästina«

Palästinser wollen UN-Anerkennung Foto: Marco Limberg

In knapp vier Wochen will Mahmud Abbas bei der UN-Vollversammlung in New York die öffentliche Anerkennung eines Palästinenserstaates in den Grenzen von 1967 beantragen. Damit einhergehen soll auch eine Aufnahme in die UN. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die die einseitige Ausrufung »Palästinas« ablehnt, ist vergangene Woche in einem offenen Brief von sechs ehemaligen deutschen Botschaftern in Israel darum gebeten worden, bei dieser Meinung zu bleiben.

Weil einseitige Schritte nicht helfen würden, heißt es in dem Schreiben, fordern die Verfasser die Bundeskanzlerin auf, ihren Standpunkt »auch innerhalb der Europäischen Union offensiv zu vertreten«. Zudem seien die Grundvoraussetzungen für eine »eindeutige Staatlichkeit«, wie ein definiertes Gebiet, ein »Staatsvolk« oder eine »Staatsgewalt«, nicht gegeben.

Kontrapunkt Die Unterzeichner, zu denen auch der ehemalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Schütz, der Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Berlin und Potsdam (DIG), Jochen Feilcke, oder die Vorsitzende des »Förderkreises zur Errichtung eines Denkmals für die ermordeten Juden Europas«, Lea Rosh, zählen, reagieren damit auf ein offizielles Schreiben, das 32 deutsche Botschafter und Generalkonsuln im Ruhestand Anfang Juli an Angela Merkel und Außenminister Guido Westerwelle (FDP) geschickt hatten. Darin baten sie die Bundesregierung, einen Palästinenserstaat anzuerkennen. Es sei ein »Gebot der Menschlichkeit zur Beendigung einer unwürdigen Besatzungspolitik«.

»Mit unserem Schreiben wollten wir einen Kontrapunkt zu dem offenen Brief der ehemaligen, meist in arabischen Ländern tätig gewesenen Botschafter setzen«, sagt Jochen Feilcke von der DIG. Unterzeichner Klaus Schütz hat an der »Grundposition Angela Merkels« zum Palästinenserstaat nichts auszusetzen, sagte er der Jüdischen Allgemeinen. »Die Bundeskanzlerin hat in Israel sehr viel Respekt geerntet«.

Kritik an den 32 ehemaligen Spitzendiplomaten kommt auch von Rudolf Dreßler, der den jüngsten Aufruf ebenfalls unterzeichnet hatte. Es stimme bedenklich, dass man »nicht zur Kenntnis nehmen wolle, dass die Autonomiebehörde noch nicht so weit ist, sich einseitig zum Staat zu erklären«, sagte der SPD-Politiker und ehemalige deutsche Botschafter.

Debatte

Berliner CDU bietet Sondierungen an: Grüne und SPD lehnen ab

Die Hintergründe

 03.11.2026

München

20 Jahre Ohel-Jakob-Synagoge: Merz, Aigner und Söder beim Festakt

Am 9. November 2006 wurde die Synagoge Ohel Jakob eröffnet - als Zeichen für die Rückkehr jüdischen Lebens ins Herz Münchens. Den 20. Jahrestag feiert die Kultusgemeinde mit einem Festakt. Erwartet werden prominente Gäste, etwa Bundeskanzler Merz

 03.11.2026

Nahost

Trump will Milliardenhilfen an Israel einstellen

Seit Jahren unterstützen die USA Israel mit Milliarden an Dollar Militärhilfe. Das soll sich nach Worten von US-Präsident Trump ändern. Die Idee soll dabei nicht von ihm gekommen sein

 03.11.2026

Sachsen

Chemnitz und Zwickau gedenken der Opfer des NSU

Der »Nationalsozialistische Untergrund« ermordete zehn Menschen aus rassistischen und rechtsextremistischen Motiven. Die Terrorzelle lebte in Chemnitz und Zwickau im Untergrund. 2011 flog sie auf

 03.11.2026

Frankfurt

Jüdische Akademie soll »Haus der Zukunft« sein

In der ersten Diskussionsrunde der neuen Jüdischen Akademie in Frankfurt stieß ein Wunsch angesichts von Antisemitismus und innerjüdischer Differenzen auf große Zustimmung: Die Akademie soll ein »Haus der Zukunft« sein

 03.11.2026

Meinung

Junge Jüdinnen und Juden stehen vor einem Dilemma

Wir sind genauso von den steigenden Preisen, der Wehrplichtdebatte und der Klimakrise betroffen, wie die Demonstranten vom Wochenende. Aber wir können und werden uns nicht mit Leuten gemein machen, die den Hass auf uns und auf Israel schüren

von Tim Kurockin  03.11.2026

Serbien

Botschafts-Attentäter plante auch Anschlag auf Jüdisches Museum in München

Dario N. wurde Ende Oktober bei einem Angriff auf die israelische Botschaft in Belgrad erschossen. Nur drei Monate zuvor war er aus Deutschland abgeschoben worden

 03.11.2026

Iran

Mullah-Regime richtet zwei Demonstranten hin

Die Männer hatten Anfang des Jahres an den blutig niedergeschlagenen Protesten teilgenommen

 03.11.2026

Midterm-Wahlen

Wird US-Präsident Trump zur lahmen Ente?

Für Donald Trump wird es eine Schicksalswahl: Heute wählt Amerika einen neuen Kongress. Sollten die Demokraten gewinnen, könnte Trump nur noch per Dekret regieren

 03.11.2026