Hamburg

Nach antisemitischem Angriff: 16-Jähriger unter Tatverdacht

(Symbolbild) Foto: imago images/opokupix

Nach einem Angriff auf eine Mahnwache gegen Antisemitismus in Hamburg hat die Polizei die Wohnung eines Tatverdächtigen in Berlin durchsucht.

Bei dem mutmaßlichen Täter handele es sich um einen 16-Jährigen, teilte sie am Dienstag mit. »Wir gehen davon aus, dass wir die Tat aufgeklärt haben und den Tatverdächtigen ermittelt haben«, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Bei dem Angriff war am 18. September ein 60-jähriger jüdischer Mann geschlagen und so schwer verletzt worden, dass er mehrere Tage lang im Krankenhaus behandelt werden musste.

https://www.facebook.com/BundesverbandRIAS/photos/a.101222114617298/616370296435808/

Er hatte an einer Mahnwache für Israel und gegen Antisemitismus in der Hamburger Innenstadt teilgenommen. Dabei wurde er laut Polizei von einem Mann antisemitisch beleidigt. Dann habe ihn der Täter mit der Faust ins Gesicht geschlagen, wodurch er eine schwere Verletzung erlitten habe. Der Täter soll anschließend mit seinen Begleitern auf geliehenen E-Scootern geflüchtet sein.

landeskriminalamt Die Staatsschutzabteilung des Hamburger Landeskriminalamtes konnte anhand von Videomaterial den 16-jährigen Deutschen identifizieren. Bei der Wohnungsdurchsuchung in Berlin stellten die Beamten am Dienstagmorgen Beweismittel sicher, wie es hieß.

Die Ermittler trafen den Tatverdächtigen und dessen jüngeren Bruder an. Der 14-Jährige soll bei dem Angriff als Begleiter dabei gewesen sein. Die Jugendlichen blieben zunächst auf freiem Fuß, da keine Haftgründe vorlagen.

Unterdessen berichteten die Zeitungen »Bild« und »B.Z.«, dass der Tatverdächtige bei einer Schauspiel-Agentur unter Vertrag steht und bereits bei dem Film Evolution mitgespielt hat. Pikantes Detail: In dem Film geht es auch um einen Jungen namens Ali, der in einer Berliner Schule einen jüdischen Mitschüler mobbt und angreift. dpa/ja

Untersuchung

ADL: Manipulierte Wikipedia-Einträge über Israel immer noch nicht korrigiert

Die Anti-Defamation League wirft den Betreibern der Online-Enzyklopädie vor, zu wenig gegen die Manipulation von Einträgen zu unternehmen, die sich mit Themen wie dem Nahostkonflikt und dem 7. Oktober befassen

 15.10.2026

Statistik

Zahl antisemitischer Vorfälle in Österreich bleibt auf hohem Niveau

Der Ausnahmezustand sei zum Alltag geworden, beklagt eine Antisemitismus-Meldestelle in Österreich. Im ersten Halbjahr 2026 wurden erneut Hunderte einschlägige Fälle gezählt

 15.10.2026

Berlin

Trotz vieler Hürden: Berliner Parteien sondieren weiter

»Kommunikationsdesaster« oder heilsamer Weckruf? Nach dem Streit um das Vorgehen gegen Antisemitismus sprechen Linke, Grüne und SPD weiter über eine Regierung. Aber es bleibt schwierig

von Andreas Heimann, Torsten Holtz  15.10.2026

Mitglieder der JSUD vor dem Eingang zum Synagogenhof der Jüdischen Gemeinde Halle

Nach Eklat von Halle

Polizei ermittelt gegen jüdische Studenten

Aktivisten der Jüdischen Studierenden Union hatten sich dem rechtsextremen AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider in den Weg gestellt, als dieser an einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des rechtsextremen Anschlags teilnehmen wollte. Das hat ein juristisches Nachspiel

 15.10.2026

Rechtsterrorismus

Zwickau gedenkt NSU-Opfern

Der »Nationalsozialistische Untergrund« ermordete zehn Menschen aus rassistischen und rechtsextremistischen Motiven. Zuletzt lebte die Terrorzelle in Zwickau. Die Stadt gedenkt der Terroropfer

 15.10.2026

Hamburg

Attentate auf Josef Schuster und Volker Beck geplant: Iranische Spione müssen ins Gefängnis

Zwei Männer haben im Auftrag Teherans jüdische und proisraelische Ziele in Deutschland für Anschläge ausgespäht. Das Oberlandesgericht hat sie deshalb nun zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt

von Nils Kottmann  15.10.2026 Aktualisiert

Golf von Oman

US-Militär: Schiff mit Iran-Verbindungen zerstört

Immer wieder greifen der Iran und die USA gegenseitig Handelsschiffe und Tanker an. Was ist nun passiert?

 15.10.2026

Berlin

Linke, Grüne und SPD verhandeln wieder

Das von den Sondierern beschlossene Antisemitismus-Papier soll auch in den Koalitionsvertrag aufgenommen werden

 15.10.2026

Debatte um Erklärung

Hickhack bei Rot-Grün-Rot: Das steht in den Antisemitismus-Papieren

Die Berliner Regierungsbildung stockt, nachdem die Linke im Abgeordnetenhaus ein eigenes Papier zum Kampf gegen Antisemitismus gebilligt hat. Wo sich die zwei Erklärungen unterscheiden

 14.10.2026