Schwerin

Mutmaßlicher KZ-Sanitäter verhaftet

Der Beschuldigte soll im September 1944 als SS-Sanitäter im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau tätig gewesen sein. Foto: Marco Limberg

In Mecklenburg-Vorpommern ist ein ehemaliger SS-Sanitäter in Untersuchungshaft genommen worden. Dem 93-Jährigen wird vorgeworfen, bei der Ermordung von KZ-Häftlingen geholfen zu haben, wie die Staatsanwaltschaft Schwerin am Dienstag mitteilte. Der Mann war demnach im September 1944 als SS-Sanitäter im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau tätig. Von April 1940 bis Kriegsende 1945 war er Angehöriger der Waffen-SS.

haftrichter Der Mann sei dringend verdächtig, durch seine Tätigkeit den Lagerbetrieb und damit die Vernichtungsaktion unterstützt zu haben, hieß es. Es gehe um Beihilfe zum Mord in einer Vielzahl von Fällen. Nach der Durchsuchung seiner Wohnung sei der Beschuldigte am Montag von einem Arzt untersucht, dem Haftrichter vorgeführt und inhaftiert worden.

In dem Tatzeitraum gingen im KZ Auschwitz-Birkenau acht Gefangenentransporte aus Cadcy (Slowenien), Wien, Westerbork, Lyon, Triest, Berlin, Stutthof (Elsass) und Kaunas (Litauen) ein. Die Häftlinge wurden gleich nach der Ankunft im Falle ihrer Arbeitsunfähigkeit in den Gaskammern getötet. So wurden bei diesen Transporten 1721 Menschen ermordet. epd

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