USA

Musks Geste: Scharfe Verurteilung durch Senatorin

Elon Musks Geste am Tag der Amtseinführung von Donald Trump als 47. Präsident der USA Foto: picture alliance / ROPI

Eine Geste, die der Milliardär Elon Musk während einer Rede am Tag der Amtseinführung Donald Trumps als 47. Präsident der Vereinigten Staaten zeigte, ist auch in Washington D.C. weiterhin Gegenstand der Diskussion. Am selben Tag begingen die USA den Martin Luther King Jr. Day, einen Gedenktag für den ermordeten Bürgerrechtler.

Die demokratische Senatorin Dayna Polehanki aus dem Bundesstaat Michigan verurteilte die Geste, die von vielen als Nazi-Gruß angesehen wurde, scharf. »Am Martin Luther King Tag, während der Amtseinführungszeremonie, hat der reichste, mächtigste Mann auf der Welt leidenschaftlich einen klar erkennbaren Nazi-Gruß gezeigt«, so die Politikerin vor dem Senat.

Polehanki sagte, die Neonazi-Szene und andere Rechtsextremisten hätten die Geste »sofort und einhellig« gefeiert. »Viele Bürger in meinem Wahlkreis sind geschockt.« Zuvor hätten einige von ihnen antisemitische Flugblätter vor ihren Häusern vorgefunden.

Augen und Ohren

Erwartungsgemäß verunsicherten Unterstützer von Musk dessen Kritiker mit jeder Ausrede, die ihnen einfalle. Dazu verwendeten sie Musks Plattform X. »Uns wird gesagt, wir hätten nicht gesehen, was wir sahen, und die Geste hätte nicht bedeutet, was wir denken. Unsere Augen, Ohren und Gehirne funktionieren aber hervorragend.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

»Noch leben wir nicht in einem George Orwell-Roman«, sagte Senatorin Polehanki in Anspielung auf »1984«. »Aber manchmal fühlt es sich so an. Wir haben gesehen, was wir gesehen haben, und es war gemeint, was gemeint war.«

Auch erwähnte die Demokratin ihren Großvater und andere Amerikaner, die dafür gekämpft hätten, dass die Welt nicht im Faschismus leben müsse. »Musk hat meinen Großvater und Hunderttausende Amerikaner entehrt, die starben, während sie gegen diesen Faschistengruß kämpften!«, rief Dayna Polehanki. Musk gehöre nicht ins Weiße Haus oder auch nur in dessen Nähe.

Unangemessene Witze

Mit ihrem Entsetzen über Musks Geste ist die Senatorin nicht allein. Die NGO Anti-Defamation League (ADL) kommentierte Musks Reaktion auf die scharfe Kritik, nachdem sie ihn bezüglich der Geste zuvor verteidigt hatte. Von einer »unbeholfenen Handbewegung« war bei der Organisation zunächst die Rede gewesen.

Der Multimilliardär habe nun aber unangemessene Witze gemacht. »Am Donnerstagmorgen ratterte Musk eine Reihe von Wortspielen herunter, die sich auf prominente Nazis wie den Chefpropagandisten Joseph Goebbels und Heinrich Himmler bezogen«, so die ADL.

Lesen Sie auch

Die Organisation wies darauf hin, dass dies nicht der erste Fehltritt von Elon Musk gewesen sei. Vor einem Jahr hatte Musk das ehemalige KZ in Auschwitz als »Teil einer Entschuldigungstour« besucht, nachdem er zuvor einen antisemitischen Beitrag auf X mit einem »Gefällt mir« markiert hatte.

Lob für deutsche Rechtsextremisten

Erst vor gut zwei Wochen hatte sich Musk in den bundesdeutschen Wahlkampf eingemischt, indem er die zumindest in Teilen rechtsextremistische Partei AfD lobte. Auf X führte er ein Gespräch mit deren Kanzlerkandidatin Alice Weidel, in dessen Verlauf sie Adolf Hitler als Kommunisten bezeichnete.

Seine Geste am Tag der Amtseinführung von Trump erklärt Musk nun so: Er habe zeigen wollen, dass er mit dem Herzen bei den Menschen sei und habe daher zuerst sein Herz berührt und dann den Arm ausgestreckt. Die Reaktion der »alten Medien« sei »verrückt« und »hart« gewesen.

Berlin

Karin Prien bietet jungen Leuten Dialog über Probleme an

Vor dem Protesttag am Samstag gibt es Warnungen vor Krawallen. Nun kommen verstärkt Mahnungen hinzu, die Anliegen der »Gen Z« ernst zu nehmen. Die Jugendministerin ergreift die Initiative

 30.10.2026

Los Angeles

Bürgermeisterkandidatin für Los Angeles gerät wegen Haltung zu Israel unter Druck

Nach dem Geschmack der Democratic Socialists of America (DSA) ist die Bürgermeister-Kandidatin nicht israelfeindlich genug

 30.10.2026

Düsseldorf

Friedman und Neubaur mahnen zum Schutz jüdischen Lebens

Die Grünen-Politikerin Mona Neubaur ist neue Trägerin der Josef-Neuberger-Medaille, die den Einsatz für die jüdische Gemeinschaft ehrt. Bei ihrer Auszeichnung dringt die stellvertretende NRW-Ministerpräsidentin darauf, jüdisches Leben zu schützen

 30.10.2026

Washington D.C.

Militärchef berät Trump persönlich über Optionen im Iran-Krieg

Seit Tagen wird über mögliche neue Angriffe der USA und Israels im Iran sowie über Bemühungen um eine diplomatische Lösung berichtet. Nun liegen US-Medien Informationen zu einem seltenen Treffen vor

 30.10.2026

Ovda/Nevatim

Spannungen mit Iran: Mehr US-Militärflugzeuge landen in Israel

Die Ankunft steht demnach im Zusammenhang mit einer größeren Verlegung amerikanischer Militärausrüstung in den Nahen Osten

 30.10.2026

Berlin

Giffey verweigert Mitarbeit an Koalitionsverhandlungen mit der Linken

Wie begründet die Wirtschaftssenatorin ihr Nein?

 30.10.2026

Berlin

CDU will Grünen und SPD Sondierungsgespräche anbieten

Nach einem Bericht über Sorgen der Berliner linken Wahlsiegerin Eralp um die Sicherheit ihrer Familie sorgt sich die CDU um die Sicherheit der Stadt. Welche Alternative sie zu Rot-Grün-Rot sieht

 29.10.2026

Berlin

Zentralrat warnt vor Linken-Regierungsbeteiligung in Berlin

»Die Ohnmacht der Parteiführung und die Angst, die Frau Eralp persönlich zu verspüren scheint, schockieren mich – aber sie überraschen mich nicht«, sagt Zentralratspräsident Josef Schuster

 29.10.2026

Meinung

Elif Eralp und die Angst

Die Linken-Politikerin traut sich nicht, Terrorsympathisanten beim Namen zu nennen. Wer nicht einmal die Israelfeinde in den eigenen Reihen bekämpfen kann, kann auch keine Stadt regieren

 29.10.2026