Berlin

Merz kritisiert Israels Vorgehen in Gaza

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Foto: picture alliance/dpa

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat das israelische Vorgehen im Gazastreifen deutlich kritisiert. »Die Zivilbevölkerung derart in Mitleidenschaft zu nehmen, wie das in den letzten Tagen immer mehr der Fall gewesen ist, lässt sich nicht mehr mit einem Kampf gegen den Terrorismus der Hamas begründen«, sagte Merz beim »WDR Europaforum 2025« auf der Digitalkonferenz re:publica in Berlin.

Die israelischen Streitkräfte (IDF) führen seit dem 7. Oktober 2023 Krieg gegen die Terrororganisation Hamas im Gazastreifen. Am Sonntag gaben die IDF bekannt, bei ihrer neuen Offensive innerhalb der kommenden beiden Monate 75 Prozent des Gazastreifens erobern zu wollen. Die dortige Zivilbevölkerung, so schrieb die »Times of Israel« unter Bezugnahme auf das angekündigte Vorgehen der IDF, solle in dieser Zeit in die restlichen 25 Prozent des Gebiets gebracht werden.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu begründet den anhaltenden Krieg mit den Zielen, die Hamas zu zerschlagen und die Geiseln zu befreien. Die Terroristen hatten bei ihrem Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 mehr als 1000 Menschen ermordet und 251 Geiseln in den Gazastreifen verschleppt, von denen noch 58 in ihrer Hand sind. Es wird angenommen, dass von diesen verbliebenen Geiseln noch 20 am Leben sind.

Lesen Sie auch

Zu seinem Statement fügte Kanzler Merz hinzu, Deutschland müsse sich mit öffentlichen Ratschlägen an Israel so weit zurückhalten, wie kein zweites Land auf der Welt. »Aber wenn Grenzen überschritten werden, wo einfach das humanitäre Völkerrecht jetzt wirklich verletzt wird, dann muss auch Deutschland, dann muss auch der deutsche Bundeskanzler dazu etwas sagen.«

Merz betonte die Partnerschaft zwischen Deutschland und Israel. »Aber die israelische Regierung darf nichts tun, was nun irgendwann ihre besten Freunde nicht mehr bereit sind, zu akzeptieren.«

Laut Angaben der Hamas wurden in Gaza seit Kriegsbeginn am 7. Oktober 2023 mehr als 53.000 Menschen getötet. Diese Zahl lässt sich nicht unabhängig überprüfen und unterscheidet nicht zwischen Zivilisten und Hamas-Kämpfern. Israels Armee hat nach eigenen Angaben von Januar 2025 bisher etwa 20.000 Terroristen getötet und etwa weitere 1600 Terroristen am 7. Oktober 2023.

Die Hamas hatte nach ihrem Sieg bei den Wahlen 2006 in den palästinensischen Autonomiegebieten im Jahr 2007 gewaltsam die Macht im Gazastreifen ergriffen. Seitdem wird das israelische Territorium immer wieder von der Enklave aus mit Raketen beschossen – von Terroristen der Hamas und des Islamischen Dschihad. Im Winter 2008/2009, im Sommer 2014 und im Frühjahr 2021 kam es deswegen zu länger andauernden militärischen Auseinandersetzungen zwischen der Hamas und Israel. dpa/ja

Meinung

Wenn Entwicklungspolitik Propaganda übernimmt

Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan tätigt faktisch falsche Aussagen und übernimmt zentrale Narrative der Terrororganisation Hamas. Und dies ist nur die Spitze des Eisberges

von Sacha Stawski  29.01.2026

Washington D.C.

Rubio warnt Iran vor Angriff und schließt Präventivschlag nicht aus

Die USA stärken ihre Militärpräsenz in der Golfregion und warnen den Iran vor Angriffen auf US-Basen. Der Außenminister zeigt sich ratlos, wie es nach einem Sturz der Führung im Iran weitergeht

 29.01.2026

Die Universität Pennsylvania will nicht auf die Forderung eingehen, Daten jüdischer Mitarbeitenden zu veröffentlichen.

USA

Müssen US-Unis Informationen über jüdische Mitarbeiter herausgeben?

Die Universität Pennsylvania wehrt sich gegen die Forderung, persönliche Daten jüdischer Mitarbeitender auszuhändigen. Der Fall wird vor einem US-Bundesgericht verhandelt.

von Nicole Dreyfus  29.01.2026

„Bündnis Sahra Wagenknecht“

Lafontaine sorgt mit Aussage zu Antisemitismus für Empörung

»Der Russenhass ist ebenso verwerflich wie der Antisemitismus«, schrieb der BSW-Politiker und ehemalige Ministerpräsident am Tag vorm internationalen Holocaust-Gedenktag

 29.01.2026

London

Am Holocaust-Gedenktag Juden »vergessen«: BBC entschuldigt sich

In Sendungen der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt war von »sechs Millionen Menschen, die vom Nazi-Regime ermordet wurden« die Rede. Dass es sich um Juden handelte, wurde nicht erwähnt

 29.01.2026

Brüssel

EU verhängt neue Sanktionen gegen Teheraner Regime

Zehntausende Festnahmen und Tausende Tote: Die jüngsten Ereignisse im Iran haben in der EU für Entsetzen gesorgt. Jetzt wird reagiert

 29.01.2026

New York

Douglas Murray übernimmt Lehrtätigkeit an Yeshiva University

Zugleich wird der nicht-jüdische, britische Autor und Kommentator zum ersten »President’s Professor of Practice« ernannt

 29.01.2026

Washington D.C.

»Massive Zerstörung«: Trump verschärft Drohungen gegen Teheraner Regime

Die Streitkräfte seien »bereit, willens und in der Lage«, ihre Mission notfalls mit »Geschwindigkeit und Gewalt« umzusetzen, erklärt der amerikanische Präsident

 29.01.2026

Brüssel

Kallas erwartet EU-Entscheidung zu Irans Revolutionsgarden

Um sich an der Macht zu halten, hat die iranische Führung zuletzt erneut Gräueltaten verüben lassen. Die EU-Chefdiplomatin erwartet nun eine Entscheidung, die lange nicht möglich war

 29.01.2026