Sachsen-Anhalt

Mehr rechtsextreme Vorfälle in 2020

Gelber Stern mit der Aufschrift »Ungeimpft« bei Anti-Corona-Demonstration Foto: imago images/Hannelore Förster

Sachsen-Anhalt

Mehr rechtsextreme Vorfälle in 2020

Anti-Rassismus-Projekt: Insgesamt knapp 400 rechte Taten verzeichnet – Radikalisierung von Corona-Kritikern

 16.04.2021 14:01 Uhr

In Sachsen-Anhalt gab es 2020 einen deutlichen Anstieg rechtsextremer Vorfälle. Insgesamt habe es 384 rechte Taten und damit 18,5 Prozent mehr als im Vorjahr gegeben, erklärte das Mobile Beratungsteam gegen Rechtsextremismus in Anhalt – Projekt GegenPart am Freitag in Dessau-Roßlau. Das sei der dritthöchste Wert seit Start der Chronik 1999.

Besonders besorgniserregend seien bekannt gewordenen Fälle von Waffenaffinität und rechtsterroristischen Strukturen wie dem »Prepper Netzwerk«, »Wolfsbrigade 44« und »Gruppe S.«.

radikalisierung Zudem lasse sich eine Radikalisierung von Corona-Maßnahmen-Kritikern feststellen, die »nach und nach in rassistische und antisemitische Narrative verfallen«, hieß es. Von den 384 Vorfällen seien 37 Prozent (144) im Landkreis Wittenberg registriert worden, gefolgt von der kreisfreien Stadt Dessau Roßlau (126 Vorfälle oder 33 Prozent) sowie dem Landkreis Anhalt Bitterfeld (114 Vorfälle oder 30 Prozent).

Zudem lasse sich eine Radikalisierung von Corona-Maßnahmen-Kritikern feststellen, die »nach und nach in rassistische und antisemitische Narrative verfallen«.

Insgesamt habe es acht Fälle von rechter und rassistischer Gewalt sowie 270 Propagandadelikte und Sachbeschädigungen gegeben. Mit 67 rechten Demonstrationen habe sich dieser Bereich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdreifacht. Zudem seien 18 Vorfälle wegen Beleidigung, Bedrohung, Nötigung und Verleumdung gemeldet worden.

»Nach wie vor braucht es eine proaktive Unterstützung von Menschen, Initiativen, Vereinen und Verbänden, die sich für das zivilgesellschaftliche Engagement für Demokratie, gegen rechts oder für Opfer rechter Gewalt engagieren und eine entsprechende Wertschätzungs- und Anerkennungskultur«, erklärte das Mobile Beratungsteam. epd

Analyse

Israel hat die Wahl

Der jüdische Staat stimmt über eine neue Knesset ab. Alles deutet auf eine Richtungsentscheidung hin

von Guy Katz  26.10.2026

Wilko Möller (AfD), Landtagsabgeordneter in Brandenburg, guckt nachdenklich

Rechtsextremismus

Urteil gegen AfD-Politiker wegen Wahlplakats rechtskräftig

Hat der AfD-Abgeordnete Wilko Möller mit einem »Hitlergruß« auf Plakaten Wahlkampf gemacht? Das Landgericht Frankfurt (Oder) hatte ihn zu einer Geldstrafe verurteilt. Dagegen legte der Politiker Revision ein – vergeblich

 26.10.2026

Leerer Klassenraum (Symbolbild)

Hessen

Strafverfahren gegen Lehrer wegen israelfeindlicher Posts eingestellt

Wegen Instagram-Beiträgen, die als »antisemitisch und israelfeindlich« eingestuft wurden, ist ein Gymnasiallehrer seit einem Jahr vom Dienst suspendiert. Ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Volksverhetzung wurde nun eingestellt

 26.10.2026

Krieg

Selenskyj: Warten fast einen Monat auf Hegseth-Unterschrift

Der Ukraine mangelt es nach eigenen Angaben an Raketen zur Abwehr russischer Angriffe. Nun äußert Präsident Selenskyj Kritik am US-Verteidigungsminister Hegseth

 26.10.2026

Deutschland

Zentralrat der Juden warnt vor möglicher antisemitischer Gewalt bei Protesten am 31. Oktober

In einem Schreiben wird für das Wochenende zu Vorsicht und verschärften Sicherheitsmaßnahmen geraten

 26.10.2026

Regierungsbildung

Berliner SPD plant Mitgliederbefragung über Koalition

Die Basis soll über eine Koalition mit Linken und Grünen mitentscheiden

 26.10.2026

Debatte

Zentralrat der Juden warnt vor AfD in Sachsen-Anhalt und nimmt Linke in Berlin Abkehr von Antisemitismus nicht ab

Präsident Josef Schuster blickt sorgenvoll auf zwei deutsche Bundesländer

 26.10.2026

Berlin

Linke-Kandidat für Neukölln: Recherchen dokumentieren Nähe zu PFLP-Sympathisanten

Ein Dossier der Monitoringgruppe Amit, über das die »Welt« berichtet, dokumentiert mehrere Berührungspunkte des 45-jährigen Rechtsanwalts mit Personen und Veranstaltungen, bei denen Sympathien für die Organisation erkennbar waren.

 26.10.2026

Berlin

Schuster: Nehme der Linken Abkehr von Antisemitismus nicht ab

Der Kampf gegen Judenhass erschwert die Gespräche über Rot-Grün-Rot in Berlin. Eine Erklärung der Linken reicht dem Präsidenten des Zentralrats der Juden nicht

 26.10.2026