Soziale Netzwerke

Mehr Antisemitismus und Rassismus

Hass auf Juden ist ein wichtiger Fokus der Präventionsprogramme der Bundesregierung: Manuela Schwesig bei der Vorstellung des »Rechtsextremismus online« Foto: Uwe Steinert

Der Rechtsextremismus ist heute nicht mehr glatzköpfig in Springerstiefeln unterwegs, sondern bedient sich der modernen sozialen Netzwerke im Internet, um Jugendliche anzusprechen.» Das sagte Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, am Dienstagmittag in Berlin. Gemeinsam mit Stefan Glaser von Jugendschutz.net, Thomas Krüger von der Bundeszentrale für politische Bildung und Martin Ziegenhagen von der Online-Beratung gegen Rechtsextremismus stellte die SPD-Politikerin bei einer Pressekonferenz im Centrum Judaicum den Bericht «Rechtsextremismus online 2013» vor.

Rassismus, Hass und Gewalt gegen Minderheiten und Andersgläubige werden immer unverhohlener auf Internetplattformen propagiert. Zu diesem Ergebnis kommt die länderübergreifende Beratungsplattform jugendschutz.net in dem vorgestellten Report.

Twitter «Während in den vergangenen Jahren subtile Propaganda vorherrschte, stoßen wir mittlerweile regelmäßig auf Darstellungen, in denen offen der Hass auf Juden, Muslime, Sinti und Roma oder Homosexuelle geäußert wird», sagte Stefan Glaser. Besonders in den sozialen Medien wie Facebook und Twitter werde derartige Hasspropaganda verbreitet, erklärte Glaser. Aktuelle Probleme oder Konflikte, wie etwa zuletzt der Gazakrieg, würden erfolgreich zum Aufhänger gemacht.

Manuela Schwesig betonte: «Wir erleben, dass Antisemitismus wieder Konjunktur hat und sich derartige Dinge im Internet rasend schnell verbreiten.» Deshalb bleibe der Hass auf Juden ein wichtiger Fokus der Präventionsprogramme der Bundesregierung. Juden in Deutschland und Europa müssten sich sicher fühlen können.

Bundesprogramm Die Ministerin erklärte, dass ab Januar 2015 das neue Bundesprogramm «Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit» die bisherigen Präventionskampagnen ablösen und erstmals für eine Laufzeit von fünf Jahren eingerichtet werde, um damit den Trägern der Maßnahmen über einen längeren Zeitraum Planungssicherheit zu geben.

«Das Internet ist keine virtuelle Larifari-Veranstaltung, sondern längst Teil der Realität», sagte Thomas Krüger. Der 55-Jährige sprach sich für eine kontinuierliche internationale Zusammenarbeit aus. «Das Gros der Inhalte wird über ausländische Dienste eingestellt, daher müssen Strategien gegen Hass im Netz auch international ansetzen.» Initiativen wie das International Network Against Cyber Hate böten hier einen guten Ansatzpunkt.

Midterm-Wahlen

Wird US-Präsident Trump zur lahmen Ente?

Für Donald Trump wird es eine Schicksalswahl: Heute wählt Amerika einen neuen Kongress. Sollten die Demokraten gewinnen, könnte Trump nur noch per Dekret regieren

 03.11.2026

Iran-Krieg

US-Armee greift Insel Gheschm an

Vor den Kongress-Wahlen am Dienstag haben US-Kampfflugzeuge eine Stellung der Revolutionsgarden attackiert

 03.11.2026

Staatsangehörigkeit

170.000 Anträge von NS-Verfolgten und Nachfahren auf Einbürgerung

Immer mehr Menschen beantragen die deutsche Staatsbürgerschaft über die sogenannte Wiedergutmachungs-Einbürgerung - fast die Hälfte der Anträge kommen aus Israel

 03.11.2026

München

20 Jahre Ohel-Jakob-Synagoge: Merz, Aigner und Söder beim Festakt

Am 9. November 2006 wurde die Synagoge Ohel Jakob eröffnet - als Zeichen für die Rückkehr jüdischen Lebens ins Herz Münchens. Den 20. Jahrestag feiert die Kultusgemeinde mit einem Festakt. Erwartet werden prominente Gäste, etwa Bundeskanzler Merz

 02.11.2026

Berlin

SPD nominiert Michel Friedman für Bundesversammlung

Der Publizist darf damit über die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier abstimmen

 02.11.2026

Frankfurt am Main

»Zeit ist’s!«

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach zur Eröffnung der Jüdischen Akademie in der Mainmetropole. Wir dokumentieren seine Rede

von Frank-Walter Steinmeier  02.11.2026

Berlin

Koalitionsverhandlungen für Rot-Grün-Rot beginnen

Sechs Wochen nach der Wahl starten Linke, Grüne und SPD in Berlin ihre Koalitionsverhandlungen. Viele Fragen sind noch offen – und Scheitern ist jederzeit möglich.

 02.11.2026

Jugendproteste

Prien: Bei Krawallen nach »Gen Z«-Protesten die Realität betrachten

Die Jugendministerin Prien spricht von »weitestgehend friedlichen Demonstrationen« am Samstag. Was danach geschah, nennt sie »Gewaltexzesse von linksradikalen Gruppen«. Es seien wohl auch Menschen »aus migrantischen Milieus« beteiligt gewesen

 02.11.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  02.11.2026