Oranienburg

Mehr antisemitische Vorfälle in Gedenkstätte Sachsenhausen

Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen), Kulturstaatsministerin, und Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesaußenministerin, im ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen Foto: picture alliance/dpa

Die Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg als Erinnerungsort an die Gräueltaten der Nationalsozialisten bekommt seit dem Terrorangriff der islamistischen Hamas auf Israel zunehmend Antisemitismus zu spüren. Das sagte ein Sprecher der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten der dpa in Potsdam. Die Gedenkstätte habe seit dem Hamas-Überfall vermehrt antisemitische oder israelfeindliche Vorkommnisse feststellen müssen.

Zudem beobachteten die Einrichtungen »die geschichtsrevisionistischen Tabubrüche und Grenzverschiebungen von rechts mit großer Sorge«. Sie seien nicht nur ein Angriff auf die selbstkritische Geschichtskultur in Deutschland, sondern auch auf die Arbeit der Gedenkstätten.

Lesen Sie auch

Gemeinsames Gedenken

Am Dienstag setzten sich Kulturstaatsministerin Claudia Roth, Außenministerin Annalena Baerbock sowie Bundesjugendministerin Lisa Paus (alle Grüne) bei einem Besuch der Gedenkstätte für eine Stärkung der Erinnerungsarbeit ein. Sie wollten sich mit Teilnehmern des Bundesprogramms »Jugend erinnert« über einige Projekte austauschen.

Danach fand an der ehemaligen Hinrichtungsstätte ein gemeinsames Gedenken statt. Im vergangenen Jahr hatten rund 500.000 Menschen die Gedenkstätte Sachsenhausen besucht.

Zwischen 1936 und 1945 waren im Konzentrationslager Sachsenhausen nach Angaben der Gedenkstätte mehr als 200.000 Menschen inhaftiert, darunter Juden und Sinti und Roma. Zehntausende Häftlinge seien durch Hunger, Krankheiten, Zwangsarbeit, medizinische Versuche und Misshandlungen umgekommen oder wurden Opfer systematischer Vernichtungsaktionen der SS. dpa

Meinung

Jeffrey Epstein: Ein schlechter Mensch

Der verurteilte amerikanische Sexualstraftäter ist und bleibt ein beliebig formbares Vehikel für jedweden Verschwörungsmythos

von Sophie Albers Ben Chamo  13.02.2026

Diplomatie

Berichte: USA schicken weiteren Flugzeugträger nach Nahost

Der Schritt ist eine Drohung an das Regime im Iran, mit dem US-Präsident Donald Trump gerne ein Atom-Abkommen abschließen möchte

 13.02.2026

Berlin

Internationales Auschwitz Komitee fordert AfD-Verbotsverfahren

Eva Umlauf, die Präsidentin des Komitees sagt, die Partei müsse »endlich vor die Schranken des Bundesverfassungsgerichts« gebracht werden

 13.02.2026

Analyse

Historiker: Dirigent von Karajan kein Hitler-Sympathisant

Opportunist oder Gesinnungsnazi? Das historische Bild des Dirigenten Herbert von Karajan leidet seit Längerem unter seiner NSDAP-Mitgliedschaft. Der Historiker Michael Wolffsohn will ihn nun von mehreren Vorwürfen freisprechen

von Johannes Peter Senk  13.02.2026

Ramallah

Scharia und Unterstützung für »Märtyrer«: PA veröffentlicht Verfassungsentwurf

In dem Entwurf, den Palästinenserpräsident Mahmud Abbas publizieren ließ, wird Jerusalem als »Hauptstadt des Staates Palästina« bezeichnet. Jüdische Bezüge werden im gesamten Text nicht erwähnt

 13.02.2026

München

Lauder fordert Abberufung von Francesca Albanese

Die UNO-Sonderberichterstatterin stehe für eine ideologische Agenda, die Verschwörungstheorien und spaltende, antisemitische Botschaften transportiere, sagt der Präsident des Jüdischen Weltkongresses

von Imanuel Marcus  13.02.2026

Washington D.C./Jerusalem

Trump: Herzog solle sich »schämen«, weil er Netanjahu noch nicht begnadigt hat

Israels Präsident reagiert kurz angebunden: »Soweit ich mich erinnere, bin ich der Präsident Israels.«

 13.02.2026

Rom

UN-Berichterstatterin Albanese lehnt Rücktritt ab

Mit israelfeindlichen Aussagen hat sich die Italienerin schon häufig Kritik eingehandelt. Deutschland und Frankreich verlangen nun, dass sie ihren Posten räumt. Doch Albanese weigert sich

 13.02.2026

Washington D.C.

Wegen Äußerungen zu Israel und Juden: Republikanischer Senator blockiert Trump-Kandidaten

Für Jeremy Carl ist Israel »eher für Täter als Opfer« und »beruft sich zu sehr auf den Holocaust«. Für Senator John Curtis, einen Parteifreund des Präsidenten, ist dies inakzeptabel

 13.02.2026