Berlin

»Mahnung, nicht wegzuschauen«

Bei der Ausstellungseröffnung am Montagnachmittag: Außenminister Sigmar Gabriel und Israels Botschafter Jeremy Issacharoff (v.l.) Foto: Chris Hartung

Francis Foley, Chiune Sugihara und Selahattin Ülkümen – das sind drei von 36 Diplomaten, die im Zweiten Weltkrieg das Leben Tausender Juden gerettet haben. Die Diplomaten aus 21 verschiedenen Ländern riskierten damals ihr eigenes Leben und das ihrer Familien. Dafür wurden sie von Yad Vashem als »Gerechte unter der Völkern« ausgezeichnet.

Die Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte widmet ihnen nun eine Ausstellung. Die Schau mit dem Titel Beyond Duty wird im Außenministerium in Jerusalem gezeigt. Auch in Berlin ist sie zu sehen. Sie wurde am Montagnachmittag im Lichthof des Auswärtigen Amtes von Bundesaußenminister Sigmar Gabriel und Israels Botschafter Jeremy Issacharoff anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus eröffnet.

diplomaten Die Ausstellung lege dar, so Gabriel, wie einzelne Diplomaten Mut bewiesen haben, wie sie angesichts des Leids der jüdischen Bevölkerung handelten und menschliche Werte hochhielten, sich dabei auch gegenüber Vorschriften der jeweiligen Regierungen hinwegsetzten. »Die Ausstellung soll uns Mahnung sein, nicht wegzuschauen«, sagte der SPD-Politiker.

Es gelte, sich auch weiterhin mit der eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen, die leider immer noch Teil der Gegenwart in diesem Land sei. Gabriel äußerte sich besorgt angesichts eines wachsenden Antisemitismus. Es stelle sich die Frage, ob der Judenhass in der Bundesrepublik in der Vergangenheit nicht gründlich genug bekämpft worden sei.

mut Botschafter Issacharoff betonte, dass die Geschichten der in der Ausstellung gewürdigten Diplomaten niemals vergessen werden dürften. Dies seien Geschichten von großem persönlichen Mut, von Integrität und Heldenhaftigkeit, die zeigten, dass Einzelne den Unterschied »zwischen Katastrophe und Erlösung« ausmachen könnten.

Die Ausstellung ist bis zum 26. Februar im Lichthof des Auswärtigen Amts zu sehen. Sie ist werktags von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. ddk

Soziale Medien

Plattform X verschärft Regeln für KI-Kriegsvideos

Bei Zuwiderhandlungen drohen Sanktionen. Von der Regelung ist allerdings nur ein Teil aller X-Nutzer betroffen

 04.03.2026

Nahost

Israel nutzte Verkehrskameras, um Schlag gegen Chamenei zu planen

»Wir kannten Teheran wie Jerusalem«, sagt ein israelischer Geheimdienstmitarbeiter

 04.03.2026

Meinung

Der Iran, der Krieg und das Völkerrecht

Das Völkerrecht soll Menschen schützen. Wenn es zum Selbstzweck erhoben und höher gewichtet wird, als die Schicksale der Entrechteten, verliert es seinen Sinn

von Tobias Kühn  04.03.2026

Washington D.C.

Militärbasen-Streit: Trump droht Spanien mit Handels-Embargo

»Wir wollen nichts mit Spanien zu tun haben«, sagt der Präsident, nachdem die spanische Regierung US-Streitkräften die Nutzung von Militärbasen verweigert

 04.03.2026

Washington D.C.

Friedrich Merz: Viele offene Fragen zur Zukunft des Iran nach Krieg

Seit Samstag gehen Israel und die USA militärisch gegen den Terror-Sponsor Iran vor. Wie es nach der Offensive mit dem Land weitergehen soll, ist nach den Worten des Bundeskanzlers weiter unklar

 04.03.2026

Teheran

Bericht: Chameneis Sohn gilt als Favorit für Irans oberstes Amt

Während oppositionelle iranische Kanäle und israelische Medien bereits von einer Festlegung sprechen, schweigen staatliche Stellen im Iran

 04.03.2026

Iran-Krieg

Länder starten Evakuierungsflüge

Zehntausende Ausländer halten sich im Nahen Osten auf. Der Konflikt spitzt sich dort zu. Spanien, Großbritannien und Polen reagieren auf die angespannte Sicherheitslage mit Rückholaktionen

 03.03.2026

Bundestag

AfD-Fraktion wirft Jan Wenzel Schmidt raus

Die Debatte über Vetternwirtschaft in der AfD hat erste ernste personelle Konsequenzen: Die Bundestagsfraktion hat den Abgeordneten Jan Wenzel Schmidt ausgeschlossen

 03.03.2026

Skopje

NATO-Chef Rutte befürwortet Angriffe auf Iran

Mark Rutte ist deutlich: Der Iran als »Exporteur von Chaos« bedroht laut ihm nicht nur Israel. Auch zur Tötung des iranischen obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei hat er eine klare Meinung

 03.03.2026