Einspruch

Liebe Palästinenser!

Die Vereinten Nationen haben 2014 – trara! – zum Jahr der Solidarität mit dem palästinensischen Volk ausgerufen. Da es sich bei der UNO um eine Organisation handelt, die für ihre Weisheit und ihren Sachverstand bekannt ist, wollen wir nicht an den Details herummäkeln.

Wir fragen an dieser Stelle darum nicht, ob man überhaupt mit einem ganzen Volk, also einer Abstraktion, solidarisch sein kann, und wir stellen auch nicht die Frage, warum die Solidarität wieder mal ausgerechnet nur den Palästinensern gelten soll und nicht, sagen wir, den europäischen Roma.

unkritisch Also bitte: Solidarität mit den Palästinensern! Aber muss diese Solidarität denn unkritisch sein? Heißt es mit Blick auf Israel nicht oft, Freunde müssten es aushalten, wenn man ihnen unangenehme Wahrheiten ins Gesicht sagt? Nehmen wir uns 2014 darum das Recht, den Palästinensern im Geiste der Brüderlichkeit ein paar faule Zähne zu ziehen. Zum Beispiel diesen hier: Freunde, es wird nie eine massenhafte Rückkehr palästinensischer Flüchtlinge in das israelische Kernland geben (eher holen sich die Mexikaner Texas zurück).

Oder bereinigen wir schnell folgenden Irrtum: Israel wird sich ganz bestimmt nie mehr auf die Waffenstillstandslinien von 1948 eindampfen lassen (Alsace-Lorraine wird ja auch nie wieder zu Deutschland gehören).

heuchlerisch Die unangenehmste Wahrheit aber lautet: Liebe Palästinenser, im Grunde interessiert sich niemand für euch. Nicht eure falschen arabischen Brüder, nicht die heuchlerischen Europäer, nicht die Amerikaner, die – weiß Gott – Besseres zu tun haben, und auch die UNO nicht.

Es gibt nur eine Nation, nur eine Öffentlichkeit, die ihr für euer Anliegen gewinnen müsst: die israelische. Diese Öffentlichkeit allerdings lässt sich gewinnen, wenn ihr es nur ein bisschen klug anstellt. Die Unternehmer und Ladenbesitzer in Ramallah haben das wahrscheinlich längst verstanden, nur die Herren Nahostexperten kapieren es – nebbich – nicht.

Spanische Nordafrika-Exklave

Wie kam es zur Ceuta-Krise?

Die Ereignisse in Ceuta werfen viele Fragen auf: Duldeten marokkanische Sicherheitskräfte den Ansturm? Welche Motive könnte es gegeben haben? Und wer profitierte von den chaotischen Szenen?

 03.08.2026

Schifffahrt

Iran und Oman planen Rundkurs in Straße von Hormus

Als Folge des Konflikts mit den USA verhandelt Teheran mit Maskat über neue Fahrrinnen im Nadelöhr des internationalen Gas- und Ölhandels. Im Gespräch ist ein neues Routenmodell

 03.08.2026

Montréal

Verdacht auf Brandanschlag: Koscheres Restaurant zerstört

Die Behörden untersuchen den Vorfall als möglichen Brandanschlag. War auch diese Tat antisemitisch motiviert?

 03.08.2026

Studie

Spaniens Migrationskrise wird online mit antisemitischen Verschwörungsmythen verknüpft

Innerhalb von zwei Tagen erreichten Beiträge, die Israel für den Flüchtlingssturm auf Ceuta verantwortlich machen, beinahe 60 Millionen Nutzer

 03.08.2026

Nahost

Trump kündigt neue Gespräche mit Iran an – Verhandlungen sollen heute beginnen

»Eine Vereinbarung steht unmittelbar bevor«, erklärt der amerikanische Präsident. Israel, das an dem zunächst geplanten Angriff auf den Iran mitwirken sollte, erfuhr von dessen Absage in sozialen Medien

 03.08.2026

Interview

»Putin ist in der Sackgasse«

Lettlands Ex-Präsident Egils Levits über Russlands Krieg, einen EU-Beitritt der Ukraine und die Debatte über die Religionsfreiheit

von Michael Thaidigsmann  02.08.2026

New York/Madrid

»Warum unterhält Spanien noch immer koloniale Enklaven in Afrika?«

Israels UNO-Botschafter Danny Danon: »Vielleicht sollte Spanien, bevor es uns weiter belehrt, der Welt etwas erklären«

 02.08.2026

Kommentar

Sánchez’ alter, antisemitischer Trick

Wer trägt die Verantwortung für die jüngste Katastrophe in Ceuta? Ausnahmsweise wohl nicht »die Zionisten«

von Rafael Seligmann  02.08.2026

Auschwitz-Birkenau

Romani Rose: Gewalt gegen Sinti und Roma nimmt zu

Zum europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma warnt der Vorsitzende deren Dachorganisation, Mitglieder der Minderheit seien wieder mehr Anfeindung ausgesetzt

 02.08.2026