Antisemitismus

Leutheusser-Schnarrenberger begrüßt Meldestelle

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Antisemitismusbeauftragte von Nordrhein‐Westfalen Foto: dpa

Die Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, begrüßt die Einrichtung einer Antisemitismus-Meldestelle in Köln und pocht auf eine ähnliche landesweite Einrichtung. »Der Anteil antisemitischer Vorfälle im sogenannten Dunkelfeld ist groß«, erklärte sie am Mittwoch in Düsseldorf.

Beschimpfungen und Übergriffe prägten zwar den Alltag vieler Juden, würden in der Polizeistatistik jedoch nicht voll erfasst. »Um diese Vorfälle ans Licht zu bringen und die Präventionsarbeit gegen Antisemitismus mit zielgerichteten Angeboten zu stärken, braucht es einen umfassenden Überblick über die antisemitischen Gefährdungen und deren Ursachen«, so die ehemalige Bundesjustizministerin.

studie Vergangenen September stellte Leutheusser-Schnarrenberger eine Studie zu judenfeindlichen Übergriffen in NRW vor. Die Untersuchung zählt neben den 1611 antisemitischen Straftaten zwischen 2014 und 2018 weitere 209 Vorfälle, die der Polizei entweder nicht gemeldet oder von den Ermittlern nicht als antisemitisch bewertet wurden. In der polizeilichen Kriminalstatistik tauchten folglich nur 54 dieser Vorfälle auf.

»Ich hoffe, dass bis Mitte des Jahres mit der Arbeit begonnen werden kann.«

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

Kurz nach Vorlage der Studie beschloss der Landtag die Einrichtung einer zentralen Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus. »Ich hoffe, dass bis Mitte des Jahres mit der Arbeit begonnen werden kann«, sagte Leutheusser-Schnarrenberger.

Die neue Infostelle soll sowohl strafrechtlich relevante Vorfälle wie auch solche unterhalb der Strafrechtsgrenze erfassen. Sie soll zudem pädagogische Konzepte zum Thema Antisemitismus für die Aus- und Fortbildung auf ihre Wirksamkeit hin überprüfen und die landesweite Zusammenarbeit zwischen Ehrenamtlichen, Kommunen, Religionsgemeinschaften, Vereinen und Verbänden vor Ort fördern.

RIAS Auf Bundesebene wurde bereits im Oktober 2018 der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS) gegründet. Der Verband begrüßte ebenfalls die neue Meldestelle der Stadt Köln, die im NS-Dokumentationszentrum untergebracht ist und den Namen »(m²) miteinander mittendrin. Für Demokratie – Gegen Antisemitismus« trägt. RIAS-Geschäftsführer Benjamin Steinitz kündigte eine enge Zusammenarbeit an.

Die landesweite Infostelle müsse nun rasch folgen. »Schließlich ist Nordrhein-Westfalen nicht nur das Bundesland mit den meisten jüdischen Gemeinden, sondern auch seit Jahren jenes mit den meisten registrierten antisemitischen Straftaten«, so Steinitz. kna

Krieg

Trump: Wir haben unseren Soldaten gerettet und in Sicherheit gebracht

Rettung wie in einem Hollywood-Film: US-Spezialeinheiten konnten den vermissten Offizier des abgeschossenen Kampfjets geborgen. Der US-Präsident schildert die riskante Mission mit dramatischen Worten

von Lars Nicolaysen  05.04.2026

Krieg

Bericht: USA greifen Suchort von vermisstem US-Soldaten an

Die Suche nach dem vermissten Besatzungsmitglied eines US-Kampfjets läuft auf Hochtouren. Jetzt werden aus dem Iran Luftangriffe in einer Gegend gemeldet, in dem sich der US-Soldat befinden soll

 05.04.2026

München

Der Grüne, das Rathaus und die jüdische Gemeinschaft

Dominik Krause wird der nächste Oberbürgermeister der bayerischen Landeshauptstadt. Der 35-Jährige ist Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und geht entschlossen gegen Antisemitismus vor. Ein Porträt

von Chris Schinke  04.04.2026

Krieg

»Kritische« Rettungsmission im Iran - Trump in Erklärungsnot

Die Suche nach dem vermissten Besatzungsmitglied eines Kampfjets wird für die USA zum Wettlauf gegen die Zeit - im Iran werden Kopfgelder ausgesetzt. Die Lage bringt die US-Regierung in Bedrängnis

von Cindy Riechau  04.04.2026

Großbritannien

Brandanschlag in London: Untersuchungshaft für Verdächtige

Mehrere Krankenwagen eines jüdischen Rettungsdienstes in Golders Green werden in Brand gesetzt. Vor Gericht erschienen nun drei Verdächtige

 04.04.2026

Debatte

Antisemitismus und Israel-Hass: Auswärtiges Amt rügt Goethe-Institut für Ausstellung

Um die palästinensisch-amerikanische Künstlerin Basma al-Sharif gab es wegen Social-Media-Posts zuletzt Wirbel. Das gilt auch für die Teilnahme an einer Ausstellung in Vilnius

 04.04.2026

Meinung

Hoffentlich wird Viktor Orbán abgewählt

Am 12. April stehen in Ungarn Wahlen an. Unter seinem langjährigen Ministerpräsidenten ist das Land zu einem russischen U-Boot in der Europäischen Union geworden

von Joshua Schultheis  04.04.2026

Standpunkt

Die Militäroperation gegen das Mullah-Regime ist eine historische Chance

Ein Gastbeitrag von Roderich Kiesewetter, Bundestagsabgeordneter (CDU) und Mitglied des Auswärtigen Ausschusses

von Roderich Kiesewetter  04.04.2026

Analyse

Kampf um die Kultur

Die AfD hat Sprache, Kunst und Geschichte als zentrale Politikfelder für sich entdeckt. Ideengeberin ist die »Neue Rechte«

von Sebastian Beer  04.04.2026