Thüringen

Landesgemeinde dringt auf Ehrung von Klaus Trostorff

Reinhard Schramm, Vorsitzender der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Die Jüdische Landesgemeinde Thüringen setzt sich für die Benennung einer Straße in Erfurt nach dem langjährigen Direktor der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald, Klaus Trostorff (1920-2015), ein. Die Ehrung sei aufgrund seines persönlichen, familiären und historischen Umfelds geboten, erklärte der Vorsitzende der Landesgemeinde, Reinhard Schramm, am Dienstag in Erfurt.

Schramm begründete die Initiative mit Trostorffs Wirken im Kontext des Neuanfangs einer jüdischen Gemeinde in Thüringen sowie dem Bau der Neuen Synagoge in Erfurt zwischen 1945 und 1952. Auch das damalige Engagement für die Erinnerung an die Holocaust-Opfer in Buchenwald sei eng mit seinem Namen verbunden.

Eingebunden in SED-Leitung

Zugleich sei sich die Landesgemeinde bewusst, dass Trostorff zwischen 1945 und 1989 tief in die staatlichen Strukturen der DDR eingebunden war. Der gebürtige Breslauer und Sohn einer jüdischen Mutter und eines katholischen Vaters kam unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs als ehemaliger Buchenwald-Häftling nach Erfurt. In der Stadt diente er der SED unter anderem als politischer Mitarbeiter der Landesleitung Thüringen. Als Kommunalpolitiker war er zeitweise als Stadtbezirksbürgermeister in Erfurt tätig. Zwischen 1969 und 1986 leitete Trostorff die Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald.

Schramm appellierte an die Erfurter Straßenbenennungskommission, bei ihrer Entscheidung im Juni Trostorffs Gesamtleistung im historischen Kontext zu würdigen. Dies sei etwa auch im Falle der Antisemiten Martin Luther (1483-1546) und Richard Wagner (1813-1883) geschehen. epd

Meinung

Die Juden waren’s!

Claudia Roth und die jüdische Lobby: Eine kleine Chronik der Unschuld

von Andreas Büttner  06.11.2026

Interview

»Ich bezweifle, dass Claudia Roth es ernst meint mit dem Kampf gegen Antisemitismus«

JSUD-Präsident Ron Dekel geht mit der Grünen-Politikerin hart ins Gericht und wirft ihr vor, antisemitische Narrative salonfähig zu machen

von Michael Thaidigsmann  06.11.2026

Israelfeindliche Politikerin

Berliner Linke fordert Vanessa Emde zum Mandatsverzicht auf

Nach Wochen der Diskussion über den Umgang mit der direkt gewählten Abgeordneten, scheint die Parteispitze nun durchgreifen zu wollen

 06.11.2026

Vorwurf der Kampagne

Eklat um Claudia Roth: Nun reagiert der Zentralrat

Die Grünen-Politikerin bereut es, israelfeindliche Regisseure auf der Berlinale kritisiert zu haben und sieht die Schuld dafür beim Zentralrat der Juden

 06.11.2026

Berlin

Gregor Gysi für Rauswurf von Vanessa Emde

»Ich hoffe, dass wir sie ausschließen«, sagt Gysi über die wegen israelfeindlicher Aussagen umstrittene Abgeordnete

 06.11.2026

Bayern

Charlotte Knobloch wünscht sich Ilse Aigner als Bundespräsidentin

Die bayerische Landtagspräsidentin »lebt mit den Menschen, nicht über ihnen«, so Knobloch

 06.11.2026

USA

Trump will bald Entscheidung zum Iran-Krieg verkünden

Nach der Wahlniederlage seiner Republikaner beschäftigt sich US-Präsident Trump mit der Frage, ob er den Krieg mit dem Iran wiederaufnehmen soll. Die Bemühungen der Vermittler laufen auf Hochtouren

 06.11.2026

Berlin

Emde erschien mit radikaler Anti-Israel-Aktivistin zur Fraktionssitzung

Während die Linke weiter um den Umgang mit der Neuköllner Abgeordneten ringt, provozierte diese erneut

 05.11.2026

Interview

Kann Israel ohne Amerikas Waffen bestehen?

Der Politikwissenschaftler Jonathan Rynhold erklärt, was ein Ende der US-Militärhilfe für Israels Sicherheit bedeuten würde und wie sich das Verhältnis zu Washington in Zukunft entwickeln könnte

von Sabine Brandes  05.11.2026