Rechtsextremismus

Konsequentes Handeln der Länder

Ein Verbot der NPD wäre ein immens wichtiger und entscheidender Schritt. Foto: ddp

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann, begrüßt den NPD-Verbotsantrag, den der Bundesrat heute beim Bundesverfassungsgericht stellt. Es sei sehr erfreulich, dass die Länder gemeinsam konsequent handeln, sagte Graumann.

»Das gesammelte Material über diese menschenverachtende Partei macht deutlich, wie dringend ein Verbot erforderlich ist. Ich vertraue darauf, dass die Verantwortlichen in den Ländern nach bestem Wissen und Gewissen die Belege für die Verfassungsfeindlichkeit der NPD zusammengestellt haben, und hoffe auf eine kluge Entscheidung in Karlsruhe.«

Im Kampf gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus in der Gesellschaft wäre ein Verbot der NPD ein immens wichtiger und entscheidender Schritt, so Graumann weiter. »Wenn sich die Bundesregierung doch noch entschließen könnte, sich am Verbotsantrag zu beteiligen, wäre dies ein wichtiges Zeichen einer geeinten und geschlossenen Demokratie.«

Bundesregierung Bundestag und Bundesregierung haben sich dem Vorstoß der Länder nicht angeschlossen. Gleichwohl hofft Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf einen Erfolg des NPD-Verbotsantrags des Bundesrats.

Die NPD sei eine antidemokratische, fremdenfeindliche, antisemitische und verfassungsfeindliche Partei, die man gemeinsam politisch bekämpfen wolle, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Die Entscheidung des Bundesrates, einen Antrag zu stellen, nehme die Kanzlerin mit Respekt zur Kenntnis.

Rechtsextremismus dürfe in dieser Gesellschaft keinen Platz haben, fügte Seibert hinzu. Einen eigenen Verbotsantrag halte die Bundesregierung nach wie vor für nicht erforderlich. Man habe jedoch die Bundesländer mit entsprechenden Unterlagen unterstützt. ja (mit epd)

Umfrage

Relative Mehrheit gegen AfD-Regierung mit anderen Parteien

Die AfD gewinnt die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt deutlich, kann aber nicht allein regieren. Viele Deutsche lehnen laut einer Umfrage eine Regierungsbildung mit Hilfe anderer Parteien ab

 08.09.2026

Rechtsextremismus

Jan Philipp Thomeczek: Weitere Radikalisierung der AfD nach Wahlerfolg fraglich

Die AfD hat in Sachsen-Anhalt ihren bisher größten Erfolg eingefahren. Übernimmt die gesamte AfD nun den dortigen Kurs? Ein Politikforscher liefert eine Einschätzung

 08.09.2026

Magdeburg/Berlin

Nach Wahl in Sachsen-Anhalt: Tausende protestieren gegen die AfD

Der Wahlsieg der AfD beschäftigt nicht nur die Menschen in Sachsen-Anhalt. Vielerorts in Deutschland gehen die Menschen gegen die Partei auf die Straße, darunter Tausende in Berlin

 08.09.2026

Nach AfD-Wahlsieg

Thüringer Verfassungsschutz will Informationsfluss eventuell einschränken

Es gehe um »Risikomanagement zum Schutz von Menschenleben, nachrichtendienstlichen Zugängen und Geheimhaltung«, sagt Stephan Kramer, der Verfassungsschutzchef Thüringens

 08.09.2026

London/Jerusalem

Großbritannien plant Handelsverbot für Waren aus israelischen Siedlungen

Außenminister Ed Miliband will noch heute neue Maßnahmen ankündigen. Reaktionen aus Israel liegen bereits jetzt vor

 08.09.2026

Kommentar

Warum der Börsenverein des Deutschen Buchhandels nie wieder »Nie wieder!« sagen sollte

Wer Antisemitismus nur dort bekämpft, wo es bequem ist, bekämpft ihn nicht – und wer wie im Fall Maha El Hissy konkrete Vorwürfe nicht ernsthaft prüfen will, sollte aufhören, zu erklären, wie ernst er diesen Kampf nimmt

von Andreas Büttner  08.09.2026

Deutschland

Schoa-Überlebende und Antisemitismusbeauftragte rechnen mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und Maha El Hissy ab

Die Hintergründe

 08.09.2026

Reaktion

Israels Botschafter spricht Klartext über AfD-Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt

Ron Prosor ist besorgt. Was sagt der Diplomat zum Sieg der Rechtsextremisten?

 07.09.2026

Sachsen-Anhalt

Wagenknecht äußert sich zur Zusammenarbeit mit der AfD

Die Hintergründe

 07.09.2026