Naher Osten

»Koalition der moderaten Kräfte«

Avigdor Lieberman und Frank-Walter Steinmeier in Berlin Foto: Uwe Steinert

Der israelische Außenminister Avigdor Lieberman hat nach einem Treffen mit seinem deutschen Amtskollegen Frank-Walter Steinmeier in Berlin eine »Koalition der moderaten Kräfte« vorgeschlagen. Gegen die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten müsste Israel mit Staaten wie Jordanien zusammenarbeiten. So müssten die extremistischen Kräfte in der Region ihres Einflusses beraubt werden.

einheitsregierung Die Schuld an der Eskalation der Gewalt, wie sie sich in verstärkten Angriffen auf die israelische Kleinstadt Sderot durch vom Gazastreifen aus abgeschossene Raketen zeigt, sei die palästinensische Einheitsregierung in Ramallah, in der die radikal-islamische Hamas mitarbeitet. »Durch die Legitimierung, die die Hamas dadurch gefunden hat, fühlt sie sich sicher.« Die tägliche Bedrohung von Städten wie Sderot und Aschkelon sei, so Lieberman, »auf die Etablierung der Einheitsregierung zurückzuführen«.

Scharfe Kritik äußerte Lieberman an Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, der die Einheitsregierung gebildet habe, ohne überhaupt noch legitimiert zu sein. Dass er anstehende Wahlen mehrfach verschoben habe, sei »komplett inakzeptabel«, so Lieberman.

friedensprozess Lieberman und Steinmeier stimmten darin überein, dass der Friedensprozess im Nahen Osten wieder angeschoben und alles dafür getan werden müsse, damit die drei im Westjordanland entführten israelischen Jugendlichen bald freikommen könnten.

Gemeinsam formulierten die beiden Außenminister auch ihre Sorge bezüglich des Vormarschs der ISIS-Terroristen in Jordanien. Lieberman erklärte, dass die Sicherheit Jordaniens für Israel von »existenziellem Interesse« sei. Steinmeier sagte mit Blick auf den Irak, es müsse gelingen, »dass diejenigen, die aus ganz anderen Gründen die ISIS unterstützen, nämlich nur weil sie Sunniten sind, sich von der ISIS trennen«.

Beide Politiker sprachen sich für eine Einheitsregierung in Bagdad aus, die aber, so betonte Lieberman, von politischen Gruppen im Irak zu tragen sei. »Von außen ist das nicht zu lösen.«

Meinung

Die Angst, als Jude erkannt zu werden

Der Lagebericht des Zentralrats offenbart, wie unsicher sich Juden in Deutschland fühlen. Eine Gemeindevorsitzende beschreibt, was das für den Alltag der jüdischen Gemeinschaft bedeutet

von Jeanne Bakal  07.05.2026

USA

Gericht veröffentlicht mutmaßlichen Abschiedsbrief von Jeffrey Epstein

»Es ist ein Privileg, den Zeitpunkt des Abschieds selbst wählen zu können«, steht auf der Notiz. Aber stammt sie wirklich von ihm?

 07.05.2026

Newcastle

Antisemitismus-Vorwürfe: Britische Grüne ziehen Unterstützung für Kandidaten zurück

Zwei weiteren Kandidaten hat die Green Party Unterstützung entzogen. Der Hintergrund: Judenhass in sozialen Medien

 07.05.2026

Nahost

Trump stoppte Hormus-Operation nach Ärger mit Saudi-Arabien

Riad soll den amerikanischen Streitkräften zeitweise die Nutzung wichtiger Militärbasen und des saudischen Luftraums verboten haben. Laut Berichten brachte das den Präsidenten zu seinem plötzlichen Rückzieher

 07.05.2026

Jubiläum

Starke Stimme

Vor 80 Jahren erschien die erste Ausgabe der Jüdischen Allgemeinen. Mehr denn je braucht es eine präsente und selbstbewusste jüdische Zeitung in Deutschland

von Philipp Peyman Engel  07.05.2026

Meinung

Liebe Politiker, habt ihr nur warme Worte im Angebot?

Das CDU-Präsidium hat einen Beschluss zum Schutz jüdischen Lebens gefasst. Er ist gut gemeint, aber nicht wirklich überzeugend

von Michael Thaidigsmann  06.05.2026

Teheran

Iran prüft US-Vorschlag

In den Streitigkeiten um die Straße von Hormus und die fragile Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA gehen diplomatische Bemühungen weiter. Jetzt meldet sich Irans Außenamtssprecher

 06.05.2026

Berlin

Berliner Holocaust-Mahnmal beschmiert

Wieder ist ein antisemitischer Schriftzug in Berlin aufgetaucht. Dieses Mal traf es das Holocaust-Mahnmal

 06.05.2026

Analyse

»Kill all Jews« - Neue und alte Bedrohungen für Juden - Terrorexperte erwartet härtere Anschläge

Fast täglich konnte man zuletzt Nachrichten über Attacken und Hass gegen Juden in Europa lesen - nicht nur, aber auch im Zusammenhang mit Gruppen, die in Verbindung zum Iran stehen. Was das mit Betroffenen macht

von Leticia Witte und Christoph Schmidt  06.05.2026