»Judas Watch«

Klare antisemitische Ausrichtung

Foto: imago images/Shotshop

Die Bundesregierung sieht bei der 2015 eingerichteten Internetseite »Judas Watch« eine klare antisemitische Ausrichtung. Die Seite nehme für sich in Anspruch, einen »jüdischen Einfluss« zu verdeutlichen, heißt es am Montag in der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion.

Ziel der Betreiber sei es, Beweise für die Existenz eines internationalen Netzwerks zu sammeln, das gegen »weiße Menschen und ihre Interessen« agiere und Demokratien untergrabe.

VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN Die Betreiber bedienten sich dabei im Rechtsextremismus verbreiteter Verschwörungstheorien zu einer angeblich im Geheimen agierenden Vereinigung von Juden, deren Ziel die Weltherrschaft sei. Als Herkunftsland des Seitenanmelders sei Panama angegeben, hieß es weiter. Eine Kontakt- oder E-Mail-Adresse des Anmelders sei nicht bekannt.

Die antisemitische Seite war Anfang des Jahres für mehrere Wochen nicht erreichbar, bevor sie wieder online ging. Ein aktuelles Aufrufen der Seite scheint jedoch nicht möglich.

Zuvor war »Judas Watch« demnach Mitte Januar auf den Index jugendgefährdender Medien gesetzt worden. Der Zentralrat der Juden in Deutschland fordert seit Längerem eine dauerhafte Sperre der Website. kna

Standpunkt

Braucht es ein Verbot?

Warum gerade Juden einen Social-Media-Stopp für Jugendliche unter 16 Jahren unterstützen sollten

von Daniel Neumann  27.02.2026

Meinung

Kein Geld mehr für die UNRWA

Die CDU hat auf ihrem Bundesparteitag einen Stopp deutscher Zahlungen an das Flüchtlingshilfswerk für die Palästinenser gefordert. Warum der Beschluss richtig ist

von Michael Thaidigsmann  27.02.2026

Meinung

Olympia: Mehr als ein Regelbruch

Das israelische Bobteam wurde disqualifiziert – doch dahinter steht eine Geschichte von Loyalität, Koexistenz und Mut

von Sabine Brandes  27.02.2026

Essay

Ich habe Xavier Naidoos öffentlicher Abbitte geglaubt ...

Da steht er also wieder vor dem Kanzleramt. Nicht als Sänger, nicht als geläuterter Rückkehrer, nicht als jemand, der seine eigenen Irrwege wirklich aufgearbeitet hätte, sondern als Lautsprecher für den nächsten verschwörungsideologischen Ausnahmezustand

von Serdar Somuncu  27.02.2026

Analyse

Hamas-naher Verein organisiert pro-palästinensische Demos

Anadolu Gençlik Derneği gibt sich in Deutschland betont moderat, doch die Mutterorganisation in der Türkei zeigt ihre Terrorverbindungen offen

 27.02.2026

Washington D.C.

Ex-Präsident Clinton sagt vor US-Kongress zu Epstein aus

Erst Ex-Außenministerin Hillary Clinton, nun ihr Mann, Bill Clinton: Erstmals seit mehr als 40 Jahren sagt heute ein Ex-Präsident vor dem US-Kongress aus

 27.02.2026

Ehrung

Bundesverdienstkreuz für Holocaust-Überlebende Renate Aris

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer überreicht am Dienstag mehrere Bundesverdienstkreuze. Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ist die höchste deutsche Anerkennung für Menschen, die sich für das Gemeinwohl einsetzen

 27.02.2026

Schmähplastik

Straßburg bestätigt deutsche Urteile: Wittenberger »Judensau« bleibt

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte erklärt die Eingabe eines jüdischen Rentners für unzulässig. Die Entscheidung ist endgültig

 27.02.2026

Montréal

Bericht über IDF-Soldaten als Gastredner an jüdischen Schulen löst Angst aus

Kritiker argumentieren, öffentlich geförderte Schulen dürften während eines Krieges keine Plattform für militärnahe Beiträge bieten. Eltern sorgen sich eher darum, dass die Schulen ihrer Kinder bloßgestellt worden seien

 27.02.2026