»Judas Watch«

Klare antisemitische Ausrichtung

Foto: imago images/Shotshop

Die Bundesregierung sieht bei der 2015 eingerichteten Internetseite »Judas Watch« eine klare antisemitische Ausrichtung. Die Seite nehme für sich in Anspruch, einen »jüdischen Einfluss« zu verdeutlichen, heißt es am Montag in der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion.

Ziel der Betreiber sei es, Beweise für die Existenz eines internationalen Netzwerks zu sammeln, das gegen »weiße Menschen und ihre Interessen« agiere und Demokratien untergrabe.

VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN Die Betreiber bedienten sich dabei im Rechtsextremismus verbreiteter Verschwörungstheorien zu einer angeblich im Geheimen agierenden Vereinigung von Juden, deren Ziel die Weltherrschaft sei. Als Herkunftsland des Seitenanmelders sei Panama angegeben, hieß es weiter. Eine Kontakt- oder E-Mail-Adresse des Anmelders sei nicht bekannt.

Die antisemitische Seite war Anfang des Jahres für mehrere Wochen nicht erreichbar, bevor sie wieder online ging. Ein aktuelles Aufrufen der Seite scheint jedoch nicht möglich.

Zuvor war »Judas Watch« demnach Mitte Januar auf den Index jugendgefährdender Medien gesetzt worden. Der Zentralrat der Juden in Deutschland fordert seit Längerem eine dauerhafte Sperre der Website. kna

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« erhält Tacheles-Preis

Der Tacheles-Preis wird alle zwei Jahre an Personen oder Organisationen verliehen, die sich für die Sicherung einer jüdischen Zukunft in Deutschland einsetzen. Die Laudatio hält der neue WELT-Chefredakteur Helge Fuhst

 18.05.2026

Berlin

Josef Schuster für Bestrafung der Leugnung von Israels Existenzrecht

Der Zentralratspräsident stellt sich hinter das Vorhaben aus Hessen. Derweil sind einige Strafrechtler skeptisch

 18.05.2026

Interview

»Sonntagsreden reichen nicht«

Hessens Justizminister Christian Heinz will, dass Aufrufe zur Vernichtung Israels künftig unter Strafe stehen. Wie lässt sich ein solcher Eingriff in die Meinungsfreiheit begründen? Ein Gespräch über Staatsräson, den Schutz jüdischen Lebens und Mehrheiten im Bundesrat

von Joshua Schultheis  18.05.2026

Mailand

Provokantes »Hitler mit Kufiya«-Mural bei israelfeindlicher Demonstration aufgetaucht

Nach Angaben des Künstlers versteht sich die Aktion als Warnung vor wachsender gesellschaftlicher Radikalisierung und der zunehmenden Normalisierung antisemitischer Sprache

 18.05.2026

Washington D.C.

Mutmaßlicher Drahtzieher von Angriffen auf jüdische Einrichtungen vor Gericht

Auch für einen Brandanschlag auf ein jüdisches Restaurant in München soll Mohammad Baqer Saad Dawood Al-Saadi verantwortlich sein

 18.05.2026

Initiative

Offener Brief jüdischer Organisationen an Berliner Senatorin

Nachdem eine Klage des jüdischen Studenten Lahav Shapira gegen die Freie Universität Berlin für unzulässig erklärt worden ist, fordern jüdische Organisationen eine Gesetzesänderung

 18.05.2026 Aktualisiert

Potsdam

Forscher: Offenheit für AfD wächst trotz mehr Radikalität

Der Extremismusforscher Botsch erklärt, warum die Bereitschaft wächst, die zumindest in Teilen rechtsextremistische Partei zu wählen - ungeachtet ihrer Entwicklung

von Marc-Oliver von Riegen  18.05.2026

Ramallah

Abbas will blockierte Gelder als Terror-Renten verwenden

In Zusammenhang mit Israels Entscheidung, Teile der Steuereinnahmen für die PSA einzubehalten, spricht der Palästinenserpräsident von einem Rechtsbruch, will aber weiterhin illegale Terror-Renten bezahlen

 18.05.2026

Pilsen

Wie es mit Marla Svenja Liebich weitergehen könnte

Nach monatelanger Fahndung wurde die Rechtsextremistin gefasst. Seit einigen Wochen sitzt sie in Tschechien in Haft. Ein Gericht dort will nun über eine Auslieferung entscheiden

 18.05.2026