Reaktionen

»Jüdisches Leben ist geschützt«

»Wir sind froh und auch dankbar, dass es wieder jüdisches Leben in Deutschland gibt«: Bundeskanzlerin Angela Merkel Foto: dpa

Jüdisches Leben ist in Deutschland so gut geschützt, dass ich derzeit keinen Anlass sehe, warum wir unsere Koffer packen sollten», sagte Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, zur Jüdischen Allgemeinen.

Auch Angela Merkel hofft auf den Verbleib der etwa 200.000 Juden in Deutschland. «Wir sind froh und auch dankbar, dass es wieder jüdisches Leben in Deutschland gibt», sagte die Bundeskanzlerin am Montag in Berlin. «Und wir möchten gerne mit den Juden, die heute in Deutschland sind, weiter gut zusammenleben.» Bundes- und Landesregierungen würden alles dafür tun, dass die Sicherheit jüdischer Einrichtungen und aller Bürger jüdischer Herkunft gewährleistet werde.

heimstätte Merkels Äußerungen gelten als Reaktion auf Israels Premierminister Benjamin Netanjahu, der nach den jüngsten Terroranschlägen die europäischen Juden zur Alija aufgefordert hatte: «Israel ist eure Heimstätte.» Netanjahus Regierung, die sich derzeit im Wahlkampf befindet, wolle für die Aufnahme von Juden aus Belgien, Frankreich und der Ukraine umgerechnet 40 Millionen Euro bereitstellen.

Josef Schuster nannte Netanjahus Vorstoß «zum jetzigen Zeitpunkt für mich nicht nachvollziehbar». Es gebe zwar gute Gründe, nach Israel zu ziehen, aber «die Angst vor dem islamistischen Terror sollte hoffentlich nicht dazu zählen. Eine absolute Sicherheit gibt es in einer offenen Gesellschaft ohnehin nicht. Daher müssen sich alle, nicht nur die jüdische Gemeinschaft, mit der neuen Bedrohungslage auseinandersetzen. Wichtig ist, dass die Sicherheitsbehörden regelmäßig die Schutzmaßnahmen überprüfen und anpassen. Auch der Zentralrat der Juden wird wachsam die Lage beobachten.»

Kritik an Netanjahu gab es auch von anderen Seiten. Dänemarks Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt sagte: «Wir wären nicht mehr dieselben ohne jüdische Gemeinde.» Frankreichs Staatspräsident François Hollande erklärte: «Juden haben ihren Platz in Europa und insbesondere in Frankreich.» Damit reagierte Hollande auch auf die Schändung Hunderter jüdischer Gräber im elsässischen Sarre-Union am vergangenen Wochenende. ja

Brüssel

Überwachungsbehörde nimmt Europapartei der AfD ins Visier

Verstößt die Europapartei, zu der auch die »Alternative« gehört, gegen Grundwerte der EU? Die zuständige Behörde sieht Hinweise auf problematisches Vorgehen in Mitgliedsparteien. Kommt ein Verfahren?

von Valeria Nickel  29.05.2026

Beirut

Entwaffnung der Hisbollah - ein unmögliches Unterfangen?

Seit mehr als zwei Jahren attackiert die Hisbollah Israel. Die Regierung in Jerusalem will eine Entwaffnung der Terrororganisation. Doch geht das?

 29.05.2026

Hintergrund

Israel über Guterres: »Sind mit diesem Generalsekretär fertig«

Die Beziehungen zwischen Israel und dem bald aus dem Amt scheidenden UN-Generalsekretär António Guterres sind auf einem neuerlichen Tiefpunkt. Dabei hatte alles ganz anders begonnen

von Michael Thaidigsmann  29.05.2026

Kiel

Mehr als 400 antisemitische Vorfälle im Norden gemeldet

»Die massiven Konsequenzen (...) sind Ausdruck eines wachsend gesamtgesellschaftlich antisemitischen Grundrauschens, das wir seit 2023 beobachten müssen«, so die Dokumentationsstelle Antisemitismus

 29.05.2026

New York

Streit um Bericht zu sexueller Gewalt: WJC kritisiert UN scharf

Narrative, die Israel pauschal delegitimierten, seien problematisch, so der Jüdische Weltkongress. Die ursprünglichen Gründungsideale der Vereinten Nationen müssten wieder in den Mittelpunkt rücken

 29.05.2026

Interview

»Ohne den Mossad wäre ich vermutlich schon unter der Erde«

Das iranische Regime wollte Volker Beck ermorden lassen. Im Gespräch erzählt der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, wie der Anschlagsplan sein Leben verändert hat und was sich seiner Meinung nach nun ändern muss

von Leon Stork  29.05.2026

Berlin

Gutachten zweifelt an Vorstoß gegen Leugnung des Existenzrechts Israels

Hessen will über den Bundesrat erreichen, dass die Leugnung des Existenzrechts Israels unter Strafe gestellt wird. Ein Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes im Bundestag erhebt Bedenken

 29.05.2026

Colorado Springs

JD Vance: USA und Iran kurz vor Einigung

Es sei noch zu früh, um zu sagen, »wann oder ob« die USA und der Iran die Verhandlungen erfolgreich abschließen könnten, sagt der Vizepräsident

 29.05.2026

Toronto

Vermisste 14-Jährige Esther wohlbehalten aufgefunden

Das jüdische Mädchen ist wieder bei seiner Familie. Die Jugendliche wurde in einem Wohnhaus entdeckt

 29.05.2026