Interview

»Jüdische Studenten fördern«

Herr Frank, nächste Woche beginnt an den Universitäten das Sommersemester. Bis wann können sich Studenten beim jüdischen Studienwerk ELES um ein Stipendium bewerben?
Die Frist für die nächste Bewerbungsrunde endet am 1. Juli. Bewerben kann sich jeder Student, der gute Noten hat und zwischen 18 und 35 Jahre alt ist. Darüber hinaus ist es uns besonders wichtig, dass die Bewerber sich für die jüdische Gemeinschaft engagieren und sie aktiv mitgestalten. Einen thematischen Bezug zum Judentum muss das Studienfach des Stipendiaten übrigens nicht haben. Wir fördern Sportwissenschaftler ebenso wie Jiddistikstudenten.

Welche Leistungen umfasst die Förderung?
Studenten im Bachelor- und Masterbereich erhalten während der gesamten Regelstudienzeit monatlich bis zu 970 Euro. Promotionsstudenten werden mit 1150 Euro pro Monat gefördert. Hier dauert die Unterstützung zwei, bei Familien drei Jahre. Nach Auskunft unserer Stipendiaten kommt man mit dieser Förderung sehr gut durchs Studium – sowohl in Deutschland als auch bei Auslandssemestern, die wir ebenfalls fördern.

Bietet ELES wie andere Stipendienwerke auch eine ideelle Förderung an?
Das ist gewissermaßen das Herzstück unseres Programms. Wir wollen jüdische Studenten in Deutschland nicht nur finanziell, sondern vor allem auch ideell fördern. Deshalb veranstalten wir Seminare und Workshops mit herausragenden Wissenschaftlern und jüdischen Persönlichkeiten. Diese befassen sich mit jüdischer Identität und wissenschaftlichen Themen. Während der Zeit des Stipendiums kann jeder Student zudem auch an einer sechswöchigen Akademie in Israel teilnehmen.

Wie groß sind die Chancen, als Stipendiat genommen zu werden?
Die Quote liegt pro Jahr konstant bei 1:8. Von acht Bewerbungen ist also eine erfolgreich. Pro Jahr versuchen rund 400 Studenten, ein ELES-Stipendium zu erhalten. Generell hat jeder realistische Chancen, von dem wir den Eindruck haben, dass er fachlich gut ist und die jüdische Zukunft in Deutschland mitgestalten will.

Wie viele Studenten hat ELES seit der Gründung vor fünf Jahren gefördert?
Insgesamt haben bisher rund 370 Studenten ein Stipendium erhalten. Summa summarum sind so Förderungen im Wert von rund zehn Millionen Euro in die Zukunft investiert worden. Diese Förderung ist sehr effektiv: Unser erster Alumni Guy Katz beispielsweise ist heute Professor und im Vorstand der Gemeinde in München aktiv. Unsere frühere Stipendiatin Anastassia Pletoukhina leitet inzwischen das Jugendzentrum der Berliner Gemeinde. Es ist schön zu sehen, wie die ehemaligen Stipendiaten in Wissenschaft, Gemeinden und Wirtschaft Erfolg haben – und wie sie dann ihrerseits nachrückende Stipendiaten fördern.

Mit dem Leiter der ELES-Geschäftsstelle sprach Philipp Peyman Engel.

Jerusalem

Geheimdienst: Netanjahus Sohn wegen Bedrohung aus USA zurück

Netanjahu hatte von iranischen Mordplänen gegen einen seiner Söhne gesprochen. Der Inlandsgeheimdienst bestätigt nun, Jair sei wegen einer akuten Bedrohung aus den USA nach Israel zurückgekehrt

 31.08.2026

Ehrung

Rabbiner Andreas Nachama erhält Berliner Moses-Mendelssohn-Preis         

Er gilt als eine zentrale Figur des jüdischen Lebens in Deutschland: der Rabbiner und Publizist Andreas Nachama. Nun erhält er eine besondere Auszeichnung

von Daniel Zander  31.08.2026

Berlin-Wahl

Neue Umfrage: Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen drei Parteien

Am 20. September ist Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus. Welche Parteien verlieren? Welche haben die besten Chancen auf das Rote Rathaus?

 31.08.2026

Magdeburg

Wie gefährlich wird die Wahl für die Bundesregierung?

Die Wahl in Sachsen-Anhalt hat das Potenzial, auch die Regierungsparteien in Berlin in Turbulenzen zu bringen. Für deren Vorsitzende könnte es ungemütlich werden

von Michael Fischer, Theresa Münch  31.08.2026

Religion

Islam-Forscher Khorchide: Muslime müssen jüdisches Leben schützen

Der Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide fordert Muslime auf, jüdisches Leben aktiv zu schützen. Eine projüdische Haltung gehöre fundamental zum islamischen Glauben, weil die Wurzeln des Islam im Judentum lägen

 31.08.2026

Debatte

Börsenverein des Deutschen Buchhandels hält an Israel-Hasserin El Hissy fest

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels weist Vorwürfe gegen die Jurorin Maha El Hissy zurück. Hintergrund ist eine Essayserie der Autorin, wegen der ihr die Verbreitung israelfeindlicher Stereotype vorgeworfen wurde

 31.08.2026

Vakanz

Felix Klein: Nachbesetzung von Antisemitismusbeauftragtem eilt

Der langjährige Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, wechselt zum September nach Paris. Bislang ist seine Nachfolge immer noch nicht geklärt. Jetzt ruft er die Regierung zur Eile auf

von Anna Mertens  31.08.2026

USA

Verlängerung von Iran-Einsatz untragbar? Pentagon dementiert

Laut einem Medienbericht haben sich hochrangige Militärs besorgt über eine mögliche Verlängerung von Angriffen gegen den Iran geäußert

 31.08.2026

Berlin

»Death to the IDF«: Linke Spitzenkandidatin zeigt sich »entsetzt«, nicht alle nehmen ihr dies ab

Offener Judenhass und Terroraufruf bei Wahlkampfveranstaltung: Bei der Partei »Die Linke« führt der jüngste Skandal zu einer Diskussion über Judenhass und Reaktionen darauf

 31.08.2026